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Bury Tomorrow

Storie von: arne, am 12.07.2012 ]

In der Metal-, Deathcore- und Hardcore-Szene Großbritanniens tummeln sich viele gute Gruppen, die aufgrund der intensiven Wettbewerbssituation auf der Insel internationales Format mitbringen und es zu Signings auf großen Labels schaffen. Nuclear Blast hat BURY TOMORROW unter Vertrag genommen und lässt deren Zweitwerk „The Union Of Crowns“ auf die europäischen MetalCore-Jünger los.

 
Das Quintett aus Portsmouth, Southampton hat sich in sechs Jahren über zwei MCDs, das Debüt „Portraits“ und kontinuierliches Touren mit Asking Alexandria, Alesana, Attack Attack!, While She Sleeps etc. zu einem agilen, dynamischen Sound vorgearbeitet. Die 14 Tracks des Zweitwerks der Band werden im Grenzbereich zum Modern-Metal angesiedelt, wobei BURY TOMORROW auffällig nach den Protagonisten des Ostküsten-Metal – Killswitch Engage, All That Remains, Unearth etc. – klingen: „MetalCore hat ein schlechtes Image, das stimmt, doch wir möchten eine Lanze für ihn brechen“, äußert Bassist Davyd Winter Bates im Gespräch.

„Deshalb stellen wir selbstbewusst heraus, dass wir eine MetalCore-Gruppe sind. Dazu stehen wir, und wir sind es voller Überzeugung. Es scheint mir so zu sein, als täten sich viele Bands mit dem Label schwer, weil die Medien ihnen eingeredet haben, MetalCore sei etwas Schlechtes und nichts, mit dem man in Verbindung gebracht werden sollte. Wenn Bands wie Killswitch Engage, Unearth und In Flames unter dieses Label fallen, ist aus meiner Sicht aber nicht Schlimmes daran, in diesen Topf gesteckt und mit ihnen assoziiert zu werden. Das sind doch tolle Künstler, die allgemein anerkannt sind. Es würde mich freuen, die Wertschätzung für den MetalCore wieder wachsen und ihn sich eine starke Position gegenüber den modernen Extrem-Stilen aufbauen zu sehen. „The Union Of Crowns“ stellt für uns den ersten Schritt dar, MetalCore wieder zu einem stolzen Genre aufzubauen. Das ist unsere Sicht der Richtung, in die es sich entwickeln muss. Für uns noch wichtiger: Wir arbeiten aktiv daran mit, den MetalCore zu pushen und ins Bewusstsein der Leute zurück zu bringen. Wir stehen für britischen MetalCore, der eine eigene Tonalität aufweist.“

Die fünf Musiker sind Überzeugungstäter, die genau wissen, warum sie mit ihrem Stil unterwegs sind und was sie mit BURY TOMORROW erreichen wollen: „Was mich am MetalCore von Beginn an begeistert hat, ist das, was mich diese Musik fühlen lässt“, so der Bassist weiter. „Ich weiß noch ganz genau, wie es war, durch die Innenstadt zu laufen und über meine Kopfhörer Hatebreed in voller Lautstärke zu hören. Die Welt stand mir offen und ich fühlte genug Energie, um sie zu erobern! Auf unseren Shows geht es mir heute ganz ähnlich, nur ist das Gefühl noch intensiver, weil ich jeden Abend so viele Leute sehe, die genau dasselbe fühlen – und das durch unsere Songs! Den Anderen geht es genauso. Wir teilen eine gemeinsame Leidenschaft, was uns motiviert hält und hart arbeiten lässt.“

Die Mixtur aus hart und zart erfüllt auf „The Union Of Crowns“ ihren Zweck. Melodisch-seichte Passagen mit Pop-Überzug und anschmiegsamen Clean-Vocals stehen heavy Breakdowns, sattem Mosh und herben Screams gegenüber: „Auch wenn ich unsere Band dem MetalCore zuordne, entwickelt sich unser Sound doch immer weiter“, weiß Davyd. „Schließlich sollen die Songs für uns und unsere Fans spannend bleiben. Wir fühlen zudem eine Verantwortung dafür, Elemente der großen Metal-Helden, die von unseren Wegbereitern in den MetalCore übernommen worden sind, aufzugreifen und auch bei uns zu integrieren, um sie der Metal-Generation


von morgen vorzustellen. Modern eingestellte Bands müssen meiner Meinung nach die Rolle ausfüllen, die Ideale und den Spirit der Metal-Helden auf frische Art und Weise neu zu interpretieren. Unsere Fans sollten die Ursprünge kennen, und so werden auch die Originale für nachwachsende Hörer relevant. Hoffentlich spüren die Leute diesen zusätzlichen Anspruch in unserer Musik.“

An vergangene Tage erinnern auch andere Gruppen, die ob ihres Stils in der Gunst der Hörer gegenwärtig höher stehen: „Hier in Großbritannien erleben wir gerade eine Wiederauferstehung des traditionell ausgerichteten Metal“, bestätigt es der Musiker. „Die Leute sind wieder stark an Bands mit einem typisch britischen Sound interessiert, der roh, aggressiv und nicht überproduziert klingt. Die Katalysatoren dieser Welle sind Bands wie Bleed From Within, While She Sleeps und Feed The Rhino. Sie scheinen dieselben Ideale, Ideen und ein Verständnis für britischen Metal zu teilen, präsentieren in jedoch auf jeweils unterschiedliche Art und Weise. So weit weg von ihnen sehe ich uns aber nicht.“ Brutalität und Verträglichkeit finden auf „The Union Of Crowns“ ein gesundes Mischungsverhältnis, so dass die Platte in Bewegung bleibt und ihre Hörer unterhält. Dabei ist es wichtig, dass Songwriting und Umsetzung keine Mängel bergen und BURY TOMORROW ihren MetalCore nicht zu puristisch entwickeln. Fokussiert ist er aber wohl: „Jeder aus der Band hat seine Gedanken und Ideen äußern und einbringen können. Der Arbeitsprozess am Album verlief reibungslos, weil wir Klarheit über die Richtung hatten, die es nehmen würde“, äußert Bassist Davyd rückblickend.

„Wir wussten, wo wir im Vergleich zum Debüt besser werden mussten und in welchen Aspekten wir uns wie weiter entwickelt haben. Schon das Songwriting ging uns schnell und flüssig von der Hand. Auch wenn der spezifische Weg noch nicht vorgezeichnet war, wussten wir doch, welche Gefühle wir musikalisch umsetzen wollten. Das ist die entscheidende Weiterentwicklung gegenüber „Portraits“. Das neue Album ist bewusster angelegt und trifft mit jedem Stück genau das, was wir ausdrücken wollen.“ Mit „The Union Of Crowns“ erscheint das Ergebnis von drei Jahren auf Tour und vielfältigen Erfahrungen und Eindrücken. Jeder Hörer zwischen Metal und Hardcore wird Elemente finden, die ihm im Sound von BURY TOMORROW gefallen. Davyd kennt den Grund:

„Wir schreiben ausschließlich Musik, die sich intuitiv erschließt und live gut reproduzieren lässt. Alles, was man auf unseren CDs hört, spiegelt unser reales Leistungsvermögen wider und ist damit authentisch. Wir können alle unsere Songs auf der Bühne ohne Unterstützung durch zusätzliche Einspielungen umsetzen. Auch unsere beiden Sänger Daniel und Jason klingen live genauso stark wie auf Platte. Das dürfen unsere Hörer erwarten, und das ist unser Versprechen. Rückblickend scheint es mir, als hätte der MetalCore an Attraktivität verloren, als zu viele Bands damit begonnen haben, Songs außerhalb ihres Leistungsvermögens zu erschaffen. Die Fans waren enttäuscht, dass sie ihr Material live nicht umsetzen konnten, was verständlich ist. Wir wiederholen diesen Fehler nicht.“

 
 Links:
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