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Blood Mortized

Storie von: arne, am 14.06.2012 ]

Die fünf Mitglieder von BLOOD MORTIZED sind tief in der schwedischen Metal-Szene verwurzelt und einschlägig erfahren. Amon Amarth, Stigmata, Birch Mountain, Malfeitor, Patholog und Scum sind einige der Gruppen, in denen die Musiker aktiv waren oder es noch sind. Die stilistisch breite Interessenlage der Beteiligten spiegelt sich auf „The Key To A Black Heart“ jedoch nicht wider und soll es auch gar nicht. BLOOD MORTIZED steht per Grundsatzdefinition für Old School-Death Metal, der geradlinig und brachial entwickelt wird.

 
„Alle in der Band haben dieselben Ansprüche und arbeiten auf dasselbe Ziel hin. Das ist für mich ein wichtiger Punkt“, meint Schlagzeuger Mattias Borgh (auch Crypt Of Kerberos und Arcana sowie ex-Embryo). „Wann immer in Gruppen unterschiedliche Auffassungen darüber existieren, wie die Musik am Ende klingen soll, führt das über kurz oder lang zu Unzufriedenheit und dazu, dass einzelne Musiker die Band verlassen oder sie sich komplett auflöst. Solche Probleme kennen wir nicht. Wir alle sind auf einer Wellenlänge und spielen schon seit den späten 1980er/frühen 90er Jahren Death Metal. Nur unser Bassist Söderlund kommt aus der Punk-Ecke. Wir anderen sind von jeher voll und ganz Metal und haben ihn seit Jahrzehnten im Blut. Da sich unsere Vorliegen über die Jahre praktisch nicht verändert haben und wir kaum moderne Sachen hören, klingen wir traditionell oder eben Old School, wie man es auch bezeichnet. Wir verspüren keinen Anlass, irgendetwas daran zu verändern, etwa schneller oder technischer aufzutreten oder uns eine plastischere Produktion zu geben. Warum auch? Unser Death Metal soll ruppig und einfach klingen und direkt auf die Hörer losgehen. Wobei wir zuvor noch nie so sehr auf traditionellen Metal gesetzt haben, wie jetzt auf dem Album. Etliche Soli fallen eher in die Kategorie „Großvaters Heavy Metal-Platten-Sammlung“ als unter das, was man gemeinhin mit Death Metal verbindet. Mein Drumming steht zudem stark in der Tradition der guten alten Motörhead, anstatt auf Tempo und abgefahrene Sachen zu setzen. Aber so passt es zu uns. Ein steifes und überpräzises Spiel würde das, wofür wir mit BLOOD MORTIZED stehen, ruinieren. Also machen wir uns locker und grooven.“

Barsche Melodien, markige Grooves, viele Heavy-Riffs und satte Härte führen durch das Zweitwerk der Stockholmer. „The Key To A Black Heart“ wirkt durchschlagend und punktet mit Live-Attitüde sowie seiner kompakter Anlage: „Viele Bands gönnen sich heute nicht mehr die nötige Zeit, um gute Songs zu schreiben und ein stimmiges Album zu produzieren. Sie lassen sich unter Stress setzen oder machen sie selbst welchen“, weiß Mattias Borgh.


„So kann es aber nicht funktionieren, und unsere Arbeitsweise ist das nicht. Wir schreiben und arrangieren in aller Ruhe. Die meisten Songs stammen von Gitarrist Biazzi, der die ersten Ideen entwickelt. Anschließend arbeiten wir beide an ihnen weiter, bis etwas entsteht, mit dem wir richtig zufrieden sind und wir fühlen, dass es keinen Raum mehr für Verbesserungen gibt. Leicht zufrieden zu stellen, sind wir dabei nicht. Viele Songs verwerfen wir, weil wir nicht 100 Prozent überzeugt sind und wir den Dreh nicht finden, zu diesem Punkt zu gelangen. Unser Anspruch ist es, Alben zu erschaffen, auf denen sich keine so genannten Filler-Tracks befinden. Uns ist klar, dass die Hörer es vielleicht anders sehen, doch wir selbst haben uns nichts vorzuwerfen und sind auf unsere Leistung stolz. Wie man es jetzt hört, sollte „The Key To A Black Heart“ werden: Es ist roher, dreckiger und ungeschliffener Death Metal! Ughhhhhhhhhhh!“

Die Musiker frönen einem Sound, den gegenwärtig nicht zu viele Bands spielen und dem im Moment auf Seiten der Fans ein wenig die Lobby fehlt. BLOOD MORTIZED wissen aber, dass sich Interessen zyklisch verändern und vertrauen darauf, dass ihr traditioneller Death Metal ob seiner natürlichen Brutalität und Geradlinigkeit seine Hörer findet:

„Viele Musiker und Gruppen übersehen die Gefahren, wenn sie danach streben, originell zu sein. Oftmals haben sie keine Antworten auf die Fragen, warum sie es sein wollen und was sie mit ihrer Musik eigentlich ausdrücken wollen. Wenn man Jazz oder Fusion spielen will, kann man doch eine Band dieses Stils gründen, wie wir es für den Death Metal getan haben. Ich selbst kann alles von Jazz bis hin zum extremen Metal spielen, versuche es aber bewusst, zu vermeiden, die Stile in unserer Band zu vermengen. Das würde nicht gut gehen. Ich habe noch kein Album gekauft, weil es originell ist. Ich kaufe Platten, weil ich die Musik mag. BLOOD MORTIZED ist purer Death Metal, nichts anderes. Wir sind aufgeschlossen und integrieren gelegentlich auch Elemente anderer Stile, wenn es passt und einen Song besser macht. Jedoch nie, um originell zu klingen.“

 
 Links:
  myspace.com/bloodmortized
 
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