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Hopelezz

Interview von: Daniel mit Fabio, am: 06.06.2012 ]

Man hat sich im Hause HOPELEZZ darauf einigen können, irgendwo zwischen technisch anspruchsvollem Thrash Metal moderner Prägung und Death Metal schwedischer Herkunft zu operieren. Die Instrumentalfraktion brilliert mit teils sehr guten, immer aber mindestens guten Ideen. Riffs, Riffs, Riffs heißt das Rezept auf "Black Souls Arrive". Dazu ist man klug genug, hier und da einen Gang herunter zu schalten und Eingängigkeit walten zu lassen. Das bekommt dem Nacken bei der ganzen zu vermutenden Bangerei nicht wirklich gut, muss HOPELEZZ aber hoch angerechnet werden. Abwechslung wird großgeschrieben und vermittelt so gar nicht den Eindruck, man habe es mit noch eher jungen Musikern zu tun.

 

Musicscan: Zunächst einmal Glückwunsch zum gewonnenen Wettbewerb und viel Spaß beim Auftritt beim Metal4Splash-Festival. Darauf bezogen: Seht ihr bis zu einem gewissen Punkt die Zukunft in solchen und ähnlichen Wettbewerben? Ist Facebook der nächste Hype nach Myspace? Wieviel Wert misst ihr solchen Abstimmungen bei?

Hopelezz: Vielen Dank für die Glückwünsche. Dieser Dank sollte aber unseren Fans gelten! Nur sie haben uns das ermöglicht, also: Vielen Dank Leute!! Ich sehe solche Wettbewerbe eher als Beiwerk um ein Festival interessanter zu gestalten, als eine Art tiefere Kommunikation mit den Festivalbesuchern. Es fühlt sich doch geil an wenn man etwas mitbestimmen darf, auch wenn das nur in einem kleinen Rahmen ist. :-) Langweilig wird es für mich nur wenn in jedem Festival immer die gleiche Art von Contest bestritten werden würde, was glücklicherweise nicht der Fall ist. Facebook ist auf jeden Fall ein sehr großes Sprachrohr im Internet, es gibt sehr wenige Plattformen in denen man verschiedenste Elemente wie Musik, Videos und Neuigkeiten so schnell und komfortabel verbreiten kann. Für mich sind solche Abstimmungen zweierlei: Natürlich ist es nicht ausgeschlossen dass man nur für jemanden stimmt weil man ihn irgendwie kennt, verwandt ist oder vom Bandmitglied „überzeugt“ wird. :-D Zum Anderen ist das aber auch eine schöne Bestätigung wenn Menschen ohne persönlichen Bezug abstimmen.

Musicscan: Wuppertal liegt etwas im Schatten der Großstadt Köln. Gibt es dort eine aktive Metalszene? Wie wichtig ist euch das Umfeld der Band?

Hopelezz: Je nach Sonnenstand kannst du damit Recht haben. (lach) Im Ruhrpott gibt es meiner Meinung nach eine sehr belebte Szene mit vielen interessanten Locations. Nicht umsonst verirren sich viele große Namen im Rahmen einer Tour in diese Gegend.... Was für ein Umfeld der Band meinst du jetzt genau? Ich bin froh darüber dass meine Leidenschaft von allen Seiten zumindest auf Verständnis stößt, mehr erwarte ich da auch nicht.

Musicscan: „Black Souls Arrive“ tummelt sich in der Schnittmenge zwischen melodischem Death und Thrash. Wie wichtig waren und sind die beiden Stilrichtungen für euch und in welcher Richtung fühlt ihr euch am ehesten zuhause?

Hopelezz: Wenn man 5 Leute nach der Schnittmenge unserer Musik befragt bekommen wir 10 verschiedene Antworten. :-) Mir ist es auf jeden Fall wichtig dass alles im Bereich „Metal“ bleibt und nicht in andere eindeutige Kategorien wie zB. „Gothic“ oder „Rock“ abdriftet. Ich höre selber gerne auch die zuletzt aufgezählten Dinge, aber ich bin kein Freund davon jetzt komplett Genreübergreifend zu agieren.

Musicscan: Ihr seid noch eine recht junge Band mit dem Gründungsjahr 2009. Ausgehend davon seid ihr alle noch nicht steinalt. Seht ihr euch in einer bestimmten Tradition, ist euch die Musikgeschichte des Metals wichtig?

Hopelezz: Ich messe der Geschichte einer Musik nicht allzu viel Bedeutung zu, natürlich gibt es viele Meilensteine, aber ich selber suhle mich nicht in der Vergangenheit oder versuche altes neu Auferstehen zu lassen. Wobei es schon geil ist sich ein paar alte Songs reinzuziehen und sich ein wenig in die Zeit zurückversetzen zu lassen, aber das übertrage ich ungerne auf das Hier und Jetzt.....wo bliebe da sonst der Fortschritt? Diesen kann man letztendlich nicht aufhalten.

Musicscan: Wie arbeitet ihr als Band zusammen? Traditionell als Band beim Jammen, oder kommuniziert ihr musikalische Ideen auch übers Internet?

Hopelezz: Sowohl als auch! Viele Ideen keimen erst nach einer Jam-Session auf oder wenn man gerade mit etwas komplett anderem beschäftigt ist. Zumindest geht mir das so.

Musicscan: Metal ist bis zu einem gewissen Punkt zum Bestandteil des Mainstreams geworden. Trauert ihr Zeiten nach, in denen Metal noch so etwas wie die Musik der Underdogs und Renegaten war?

Hopelezz: Ich sehe das mit einem lachenden und einem weinenden Auge: Als Musiker finde ich es klasse dass Metal in der Öffentlichkeit nicht mehr so wie früher als „Satans-Musik“ oder dergleichen verallgemeinert wird......das fände ich persönlich sehr oberflächlich. Andererseits freue ich mich nicht darüber wie manche damit umgehen, nur weil sie glauben es sei „Cool“ jetzt einen auf Metaller zu machen. Natürlich hat jeder eine andere Auffassung darüber, und jede hat auch ihre Daseins-Berechtigung. Aber für meinen Geschmack wird die Grenze dessen von manchen Menschen einfach ins Unendliche befördert.

Musicscan: Steht für euch noch der Traum Profimusiker zu werden zur Debatte, oder betrachtet ihr Hopelezz eher als Hobby?

Hopelezz: Mit der Zeit merkt man aber schon dass es für jeden von uns zu einer Leidenschaft heranwächst, anders kann ich mir den Zeitaufwand und die damit verbundenen Kosten erstmal nicht erklären......Kosten stehen nun im krassen Gegensatz zum Wunschtraum „Profimusiker“. Insofern steht es für mich noch lange nicht zur Debatte Profimusiker zu werden, dafür sehe ich das für meine Verhältnisse noch zu realistisch. Aber man merkt schon dass es gaaanz leicht in diese Richtung gehen kann. Wir haben das Glück alle fest und glücklich im Berufsleben zu stehen und somit nicht kommerzbasiert handeln müssen. Ich denke daher müssen wir so etwas nicht überstürzt angehen. Aber das eine schließt das andere nicht aus!

Musicscan: Zum guten Schluß: Wenn die Welt morgen untergehen würde, welche fünf Scheiben sollten unbedingt für die Nachwelt erhalten bleiben?

Hopelezz: Für jeden von uns hat Hopelezz als Hobby angefangen. Ich finde die kommende Kreator-Platte hat auf jeden Fall das Potential in meine persönliche „Hall of beleuchtete Vitrine“ zu kommen. Die aktuelle Machine-Head „Unto the Locust“ wartet bereits auf sie. Metallicas „Kill em all“ ist dort auch vertreten genauso wie das erste Slipknot-Album. Da der fünfte Platz jetzt noch frei ist würde ich jedem Leser natürlich gerne „Black Souls Arrive“ von Hopelezz ans Herz legen. Wir haben eine Menge Herzblut und Leidenschaft in die Platte gesteckt daher ist das Album für uns 5 etwas ganz besonderes.

 
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