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Frames

Interview von: arne mit Jonas Meyer und Hajo Cirksena., am: 17.05.2012 ]

Die Hannoveraner von FRAMES stellen mit ihrem Zweitwerk heraus, dass sie mit zunehmender Erfahrung noch bessere Songwriter werden. „In Via“ steht für eine fesselnde Mixtur aus Post-, Prog- und Indie-Rock, die spannungsgeladen und entlang beständiger Schwerpunktverschiebungen entwickelt wird. Natürlich rein instrumental. FRAMES verstehen sich gut darauf, fragile Intensität zu kreieren und diese in der Folge beständig anzureichern, bis sie dann irgendwann eruptiv ausbrechen. Zentral stehen bei den Deutschen die Atmosphäre und die musikalische Dynamik.

 

Musicscan: Wie würdet Ihr Euren bisherigen Weg als Band beschreiben bzw. einordnen? Seid Ihr mit dem Erreichten zufrieden und seht Ihr alles, was ab jetzt passiert, als Bonus an? Was würdet Ihr gerne noch erreichen – gibt es da etwas Bestimmtes?

Frames: Schwer zu sagen, insgesamt haben wir wohl viel Glück gehabt, der Vertrag bei SPV und gerade aktuell die Tour mit Anneke van Giersbergen sind schon absolute Highlights für uns. Für den jetzigen Zeitpunkt können wir also nicht klagen, aber sind natürlich gespannt wie es weiter geht. Konkrete Ziele, außer weiter Musik machen zu können gibt es nicht.

Musicscan: Ist es für Frames eher motivierend oder störend, dass es so viele instrumentale Rock-Bands gibt und quasi jede mit wenigen bekannten "Konsens-Gruppen" verglichen wird? Mich würde interessieren, in der Tradition welcher Bands Ihr Euch selbst ansiedeln würdet, wenn das überhaupt der Fall ist?

Frames: Störend ist es auf keinen Fall, ich finde es schön das Instrumental Musik mehr an Aufmerksamkeit gewinnt. Bei uns sind die Einflüsse sehr unterschiedlich. Jeder hat einen etwas anderen Background und ordnet unsere Musik dementsprechend anders ein. Der eine siedelt es eher in der Progressiven Ecke an und für andere spielt der Post-Rock Einfluss eine größere Rolle. Allerdings spielen Kategorisierungen für uns keine große Rolle.

Musicscan: Beschreibt doch mal bitte das Gefühl, mit dem ihr "In Via" veröffentlicht habt. Ich denke, als junge Band ist Routine noch völlig fehl am Platze. Was fühlt sich im Vergleich zum Debüt anders an, wo seid ihr abgeklärter oder klarer, was eigene Erwartungen oder den selbstkritischen Blick auf das, was Ihr abgeliefert habt, anbelangt?

Frames: Ich denke was sich definitiv weiter entwickelt hat ist die Studioarbeit. Wir haben uns mehr Zeit zum Experimentieren und Sound finden genommen und sind dadurch auch näher an unsere Vorstellungen herangekommen. Insgesamt waren wir sehr zufrieden, hatten ein gutes Gefühl bei der Veröffentlichung und waren sehr gespannt auf erste Reaktionen.

Musicscan: Die Songs von Frames pendeln zwischen emotionaler/intuitiver und intelligenter/hintergründiger Musikalität. Wie kommt es zu diesem Dualismus, und wie findet Ihr am Ende die stimmige Mischung aus beidem?

Frames: Die Songwritingphase ist meist ein sehr intuitiver Prozess, selbst die vermeintlich verkopften Dinge passieren oft einfach. In der gemeinsamen Bearbeitung werden dann Details bearbeitet, um die Stimmung des Songs weiter auszubauen. Die Mischung wird also gar nicht als eine wahrgenommen, es gehören beide Seiten dazu, sozusagen einen Synthese.

Musicscan: Rein musikalisch finde ich, seid Ihr mit dem neuen Album mehr in die Breite gegangen. Damit meine ich, dass Kontraste, Stimmungen und "Abwechslungswert" noch bewusster herausgearbeitet werden. Damit wirkt "In Via" reifer und genereller. Wenn Ihr das selbst beurteilen würdet – wo seht ihr die wichtigsten musikalischen Unterscheidungspunkte zum Debüt?

Frames: Wir haben uns alle weiterentwickelt und das hat sich natürlich auch in den Kompositionen und der Studioarbeit bemerkbar gemacht. Insgesamt wollten wir einen raueren und erdigeren Sound und haben versucht uns keinen Einschränkungen zu unterwerfen.

Musicscan: Hat das Feedback auf "In Via" das widergespiegelt, was Ihr mit den Songs ausdrücken wolltet? Ein wenig anders: Fühlt Ihr Euch von Hörern und Journalisten verstanden?

Frames: So eine Art Album polarisiert natürlich stark. Deswegen ist es wohl schlicht eine Geschmacksfrage. Jeder Hörer hat seine eigenen Assoziationen zu "In Via" und genau das wollten wir auch erreichen und es freut uns sehr, dass dieses Album die Leute zum Nachdenken bringt.

Musicscan: Wie wichtig ist Bestätigung für Euch als Band? Seht Ihr es als selbstverständlich an, Feedback von Euren Anhängern einzufordern und von der Presse zu bekommen, oder ist es am Wichtigsten für Euch, einzig und allein genau das zu tun, was sich richtig anfühlt – ganz gleich, was andere davon halten?

Frames: In erster Linie geht es uns natürlich darum unsere Musik zu machen wie wir es für richtig halten. Wenn die Presse dann positiv auf dieses Ergebnis reagiert ist das natürlich schön, aber wichtiger sind uns die Hörer die wir mit unserer Musik erreichen, die dann vielleicht ihre persönlichen Erlebnisse und Erfahrungen mit unserer Musik verbinden.

Musicscan: Ich mag Eure Band aufgrund der Tatsache, dass Ihr bestehenden Klischees aus dem Weg geht. Eure Musik hat nicht viel mit den gängigen Trends am Hut, sondern stellt einfach nur grundehrliche instrumentale Musik dar. Bemüht Ihr Euch beim Schreiben der Songs bewusst darum, Klischees zu umschiffen, oder spielt sich das automatisch ab?

Frames: Nein, wir bemühen uns nicht bewusst darum Klischees zu umschiffen. Das ist etwas was einfach passiert und das ist auch nicht weiter verwunderlich, wenn man sich die individuellen musikalischen Vorlieben von uns vieren anguckt. Ich denke außerdem, dass es gerade für instrumentale Musik wichtig ist nicht auf musikalische Klischees zu setzen um die Songs interessanter gestalten zu können.

Musicscan: Deckt sich das Ergebnis "In Via" mit Euren Vorstellungen, wie die Platte werden sollte, als Ihr ins Studio gegangen seid? Stand das Album schon komplett, als Ihr angefangen habt, aufzunehmen oder gab's da Überraschungen und Arbeit bis zuletzt?

Frames: Wie oben bereits erwähnt sind wir mit dem Ergebnis sehr zufrieden und sind unserem Soundideal mit Hilfe von Arne Borchard, unser Produzent, sehr nahe gekommen. Es gab eine Vorproduktion des Albums die uns als Orientierungshilfe diente, aber trotzdem gab es Überraschungen bis ganz zum Schluss.

Musicscan: Was macht für Euch persönlich eine gute Frames-Platte aus? Wie haben sich Euer Blick auf Eure Musik und Eure Ansprüche im Zeitverlauf entwickelt und ggf. verändert? Und wie geht es bei Euch nun weiter?

Frames: Wir versuchen und insgesamt keine Grenzen zu setzen, wir sammeln Material und entschieden dann gemeinsam, welche Songideen weiterausgebaut werden sollen und welche nicht. Zu sagen was eine gute Frames-Platte ausmacht ist schwer, wir haben ja erst 2 und alles ist möglich. Für die Zukunft wird man sehen, wann Zeit ist neues Material anzugehen, aber wie sich das anhören wird, weiß ich noch nicht.

Musicscan: Wie sehen Eure Pläne über das Release des Albums hinaus in diesem Jahr aus? Was habt Ihr 2012 noch alles vor?

Frames: Jetzt gerade befinden wir uns auf Tour mit Anneke van Giersbergen. Diese Tour ist für uns alle bisher der absolute Höhepunkt. Wir sind über drei Wochen im Bus unterwegs und spielen zum ersten mal im europäischen Ausland. Im Herbst werden voraussichtlich ein paar Clubshows folgen und noch eine weitere Tour. Wir werden also noch ganz gut unterwegs sein um das Album zu pushen. Weitere Details und News findet ihr immer auf unserer Facebook-Seite www.facebook.com/framesband oder unter www.framesmusic.com

 
 Links:
  facebook.com/framesband
 
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