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Last Chance To Die

Storie von: arne, am 23.04.2012 ]

Unter der Album-Titel „Suicide Party“ gibt es moshige, Hardcore-verwandte Klänge. Die seit sechs Jahren bestehenden LAST CHANCE TO DIE aus Chemnitz treten mit einem Old School-Verständnis an, wenn sie „klassischen MetalCore“ spielen, wie man ihn in dieser Darbietung heute nicht mehr so häufig zu hören bekommt.

 
„Das liegt daran, dass wir mit MetalCore groß geworden sind. Unsere Lieblingsbands waren schon immer Parkway Drive, Unearth, Heaven Shall Burn etc. Wir haben nicht darauf geachtet, was zurzeit „in“ ist, sondern das eingespielt, was uns gefällt. Deswegen kommt auch manchmal ein Song zustande, der eher in die Hardcore- oder auch mal in die Trash Metal-Richtung geht. Wir legen uns nicht fest, weil da ganz unterschiedliche Einflüsse eine Rolle spielen. Auf keinen Fall wollen wir irgendwelche anderen Bands kopieren oder nachahmen. Wir sind Musiker genug, um unseren eigenen Stil in die Luft gehen zu lassen.“

Mit dieser Einstellung streben LAST CHANCE TO DIE danach, über das hinausgehen, was man aus dem Genre bereits kennt: „Das Wichtigste für uns ist es, das zu spielen, worauf wir Bock haben und was uns gefällt. In unseren Liedern hört man prägnante Melodien, kreischende Solos, Mosh-Parts, Crew-Shouts, Blastbeats, und Clean-Vocals bringen wir auch mit ein. Die Struktur unserer Songs zeigt nicht dieses typische Verhalten von Strophe – Refrain – Solo. Wir spielen die Lieder, wie sie uns in den Kopf schießen. Manchmal braucht es mehrere Wochen, um einen Song zu erstellen, weil wir ganz penibel arbeiten und nicht zufrieden sind, wenn uns das Lied nicht auch an der kleinsten Stelle umhaut. Selbst wenn in unserer Truppe nicht immer alle auf einen Nenner kommen, was das Songwriting angeht, sind wir am Ende trotzdem zufrieden damit, was wir an einem anstrengenden Proberaumtag alles vollbracht haben.“

Spätestens live tanken die Sachsen dann wieder neue Motivation und treten als geschlossene Einheit auf. Shows spielten sie bereits mit persönlichen Favoriten und Kalibern wie HSB, Maroon, Anima, Deadlock oder Cataract.

„In erster Linie sind wir froh, dass wir schon des Öfteren die Ehre hatten, mit diesen großen Bands auf der Bühne zu stehen. Das pusht einen so richtig, und man will natürlich auf dem gleichen Niveau auftreten, wie diese Headliner. Desweiteren sehen wir das als kleine Lehrstunden an. Die Gruppen haben meistens schon viele Jahre Bühnenerfahrung gesammelt und wissen genau, mit welcher Show sie das Publikum beeindrucken können. Da schauen wir uns gerne das ein oder andere ab. Natürlich haben wir unseren Stil und unsere eigene Show, und wir denken, dass das beim Publikum auch ankommt. Besser werden kann man aber immer.“ LAST TO CHANCE haben für ihre Aktivitäten insgesamt eine gute Mischung aus Spaß und Fokussierung gefunden:

„Wir wollen genau so wahrgenommen werden. Wer uns kennt, weiß, dass wir eine sehr ehrgeizige Band sind. Jedoch versuchen wir, immer Spaß an der ganzen Sache zu haben, auch wenn das manchmal nicht so leicht fällt. Wir wurden bisweilen schon als arrogant hingestellt, aber warum, das wissen


wir nicht. Das ist auch totaler Bullshit! Wir versuchen, allen Menschen gegenüber freundlich aufzutreten. Klar hat jeder mal einen schlechten Tag, aber das kommt bei unserer Truppe sehr selten vor, weil der Rest der Band den Schlechtgelaunten schnell wieder antreibt.“ In der Gemeinschaft ihrer Gruppe haben die Sachsen lange Zeit am Debüt-Longplayer gewerkelt. Erst ein Jahr nach dem Einspielen der Songs ist die Platte tatsächlich zu haben:

„„Suicide Party“ ist erst so spät erschienen, weil wir keine halben Sachen machen wollten. Wir haben sehr lange an den Songs gefeilt, um sie wirklich perfekt zu machen. Die Zeit von der Aufnahme bis zur Veröffentlichung hat sich so in die Länge gezogen, weil wir nach einem seriösen Label als Partner gesucht haben. Die Songs finden wir immer noch Bombe, und wir sind stolz auf das, was wir da produziert haben. Mit dem Album ist für uns ein kleiner Traum in Erfüllung gegangen.“

Dass das Vollzeit-Debüt von LAST CHANCE TO DIE im Rape Of Harmonies entstanden ist, passt da wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge. Zu den Referenzen des Studios zählen bekanntlich Heaven Shall Burn, Narziss, Neaera und A Traitor Like Judas, und mit denen lassen sich die Musiker gerne assoziieren:

„Die Perfektion der Lieder hat eine halbe Ewigkeit gedauert, weil wir jeden einzelnen Ton genau unter die Lupe genommen haben, um das Bestmögliche herauszuholen. Manchmal wurden ganze Passagen umgebaut, manchmal nur ein paar Töne. Auf jeden Fall war das ein riesiger Aufwand, aber wir denken, die Mühe hat sich gelohnt. Wenn man im Rape Of Harmonies Studio in Triptis aufnimmt, sollte man gut vorbereitet sein. Man arbeitet dort mit Profis, und die verlangen einem auch alles ab. Trotzdem sind uns erst im Studio einige Dinge aufgefallen, da man dort sein musikalisches Können erst so richtig kennenlernt. Umso besser ist die Platte am Ende geworden.“

Die Songs der „Suicide Party“ stehen für einen variablen, lebendigen Mix aus Melodie, Tempo, Breakdowns, Mosh und Intensität: „Auf keinen Fall sind wir zu viel Metal oder zu viel Core! Auf unseren Konzerten sehen wir eine bunte Mischung von Zuschauern. Von jung bis alt und von Metal bis Hardcore und Punk ist da alles vertreten. Wir finden es unwahrscheinlich geil, dass alle zusammen auf unseren Konzerten Spaß haben. Das Feedback ist absolut genial. Wir werden gelobt, was uns total stolz macht. Es gibt aber natürlich auch mal Kritik, was wir ebenfalls gut finden, weil wir dann Ansätze haben, an welchen Stellen wir unsere Songs verbessern können.“

Viel Grund zu Kritik gibt es nicht. Die optimistische und hungrige Grundhaltung, die das Debüt ausstrahlt, reißt beim Hören mit. Der Einladung von LAST CHANCE TO DIE zur „Suicide Party“ sollte man Folge leisten.

 
 Links:
  facebook.com/lastchancetodie
 
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