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Tracedawn

Storie von: arne, am 19.02.2012 ]

TRACEDAWN gelingt es auf ihrem Drittwerk „Lizard Dusk“ überzeugend, sich aus dem Schatten der Gruppen zu lösen, mit denen sie bis dato immer assoziiert worden sind. Parallelen zu Children Of Bodom und Sonata Arctica bestehen zwar nach wie vor, doch die Finnen weiten ihren Blick und überraschen mit zuvor nicht gekannter Metal-Breite. Die lebendigen Hymnen der Skandinavier sind melodisch und poppig überzogen, und doch stehen Härte und Authentizität niemals in Frage.

 
„Wir müssen die Leute daran erinnern, dass es uns gibt und wofür wir stehen,“ meint Gitarrist Roni Seppänen auf das Comeback seiner Band im neuen Line-Up inklusive Niko Kalliojärvi (ex-Amoral) angesprochen. „Der Arbeitsprozess an „Lizard Dusk“ hat sich über eineinhalb Jahre hingezogen. Der Ausstieg von Antti war nicht geplant. Wir mussten uns zunächst um uns selbst kümmern, was viele Leute gar nicht mitbekommen haben. Andere dachten, wir hätten uns aufgelöst. Nachdem wir mit dem Einstieg von Niko wieder komplett waren, haben sich die Ereignisse überstürzt. Nun melden sich TRACEDAWN lebendig und stark zurück und alle Leute sollen das auch mitbekommen.“ Die Finnen sind vom Alter her immer noch jung. Im Metal-Segment sind sie inzwischen aber schon alte Hasen, die sich nicht aus der Ruhe bringen lassen und beständig an der Verbesserung ihres spritzigen Metal-Sounds werkeln:

„Der breiter gefasste skandinavische Metal-Cocktail der neuen Platte hat sich ganz von selbst eingestellt, spiegelt letztlich aber nichts anderes wider als das, was uns seit unserer Jugend begleitet,“ erklärt der Gitarrist die Entwicklung hin zu „Lizard Dusk“. „Anfangs sind wir als Band straff und verdichtet mit wenig Variation unterwegs gewesen. Inzwischen sind wir so erfahren und sicher, dass wir verschiedene Stile miteinander kombinieren und variabler agieren können. Meinem Verständnis nach muss sich der Sound einer Band entwickeln, denn immer dasselbe zu tun, wäre langweilig. Mit der Umschreibung als moderner Crossover-Metal kann ich gut leben. Mir ist es nur wichtig, dass wir nicht im Verdacht stehen, retro zu sein.“

Das sind TRACEDAWN keinesfalls, und auch das elektronische Korsett wird stimmig eingebunden, so dass Tiefe und Intensität der neun Tracks effektiv erweitert werden. Unter Nutzung von Elementen


aus dem Death-, NeoThrash-, Power- und Prog-Metal erschaffen die Finnen frische und rundum überzeugende Songs: „Harten Metal mit schönen Melodien und eingängigen Elementen zu verbinden, ist naheliegend und sinnvoll,“ weiß Roni Seppänen. „Es kommt der Vielseitigkeit des Song-Aufbaus zugute und ermöglicht es unserer Band, auch richtig perverse Dinge zu tun, ohne dass wir die Hörer verschrecken. Hinsichtlich der kreativen Arbeit schließt sich nichts aus, sofern man den passenden Kontext schafft. Dass zu wissen, ist ein beruhigendes Gefühl. Und gelegentlich Vocal-Melodien zu hören, ist angesichts der Dominanz der Growls eine nette Sache.“

Der dritte Album-Streich der Band innerhalb von sechs Jahren ist in mehrfacher Hinsicht für eine Überraschung gut und stellt zugleich ein gewachsenes Metal-Bewusstsein der Musiker unter Beweis: „Einige der neuen Songs sind sehr simpel gehalten – einfacher, als wir in der Vergangenheit orientiert waren,“ so der Gitarrist.

„Ohne, dass wir darüber gesprochen hätten, sind wir dieses Mal nicht zu progressiv unterwegs. „Lizard Dusk“ ist unser „Kick-Ass Rock-Album“, obwohl sich auf ihm auch etliche straffe Nummern mit technischem Fokus finden. Die Anlage der Songs ist insgesamt stimmig, wobei mir insbesondere die Eingängigkeit der neuen Stücke gefällt. Die einfachen, melodischen Riffs und großen Chöre wirken fantastisch und helfen dabei, dass sich auch diese Platte von ihren Vorgängern unterscheidet. Unsere Interessen verändern sich, was sich offenkundig im Sound ausdrückt. Mit der Zeit hat sich eine größere Variabilität im Songwriting eingestellt, so dass es auch hinsichtlich der Dramaturgie und der Stimmungen mehr zu erleben gibt. TRACEDAWN werden dadurch interessanter, bleiben spannend und bisweilen passiert sogar etwas, womit man nicht rechnet.“

 
 Links:
  tracedawn.com
 
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