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Deadlock / Ave

Storie von: arne, am 11.02.2012 ]

Seit einer Schulexkursion durch den örtlichen Schlachthof im Alter von 14 Jahren ist Tobias Graf überzeugter Vegetarier, der sich seit 1997 „auch noch“ vegan ernährt. Der Schlagzeuger von DEADLOCK hat mit „AVE - absolute vegan empire“ vor mehr als zehn Jahren Deutschlands ersten veganen Großhandel eröffnet, der seit 2006 auch eine Vegan-Lifestyle-Marke führt. Dank der Unterstützung von Gruppen wie Heaven Shall Burn und Maroon ist „Avenging Animals“ längst als Marke in der Veggie-Szene etabliert.

 
Doch auch mit den Konzept-Werken von DEADLOCK – zuletzt „Manifesto“ und „Bizarro World“ – werden Fragen nach Verantwortung, Tierrechten und dem aufgegriffen, was moderne Menschen der industrialisierten Welt als erstrebenswert ansehen versus was wirklich wichtig ist. „Wir wurden nicht enttäuscht, sondern haben für beide Alben viel Unterstützung erfahren,“ resümiert Tobias darauf angesprochen, inwieweit die Denkanstöße und Positionen auf einen Widerhall gestoßen sind oder nicht. „Egal ob Medien, Fans oder Kritiker – es gab viel positives Feedback, mit dem wir, ehrlich gesagt, gar nicht gerechnet haben. Wir dachten, dass wir mit den Konzepten mehr anecken und für Widerstand oder sogar einen Aufschrei sorgen würden. Doch schon die Tatsache, wie viele Menschen sich mit unseren Texten befassen, hat uns gehörig überrascht. Das ist definitiv ein positives Zeichen und widerspricht dem Ruf, der „oberflächlichen Metallern“ vorauseilt. Es sind genau diese Themen, die DEADLOCK ausmachen. Daher werden wir beim nächsten Album wieder stark in diese Richtung gehen.“

Weitet man den Blick, ist zu attestieren, dass in Metal, MetalCore und Hardcore-verwandten Spielarten Themen wie Veganismus, straight edge, Tierrechte, politischer Protest etc. in den letzten Jahren in der breiten Wahrnehmung nachgelassen haben: „Fakt ist in jedem Fall, dass sich unter den „populären“ Bands nicht mehr allzu viele mit einer politischen Message finden,“ meint Tobias. „Ich denke, das ist der Grund, warum wir das heutzutage insgesamt so empfinden. Das Business ist größer geworden und es stoßen viele Bands hinzu, die keinerlei politischen Hintergrund haben. Diese Newcomer haben meist eine andere Motivation als diejenigen, die vor ein paar Jahren noch „groß und bekannt“ waren und eine klare Message hatten. Wenn ich mir heute so manch hochgepushte Kapelle mit seltsamem Namen ansehe, wundert mich gar nichts mehr.“ Wer bestimmte Themen nachhaltig und offensiv besetzt, kann schnell im Ruf stehen, missionieren zu wollen:

„Dieses „Problem“ ist mir/uns nur allzu gut bekannt. Aber das stört uns nicht. Mit DEADLOCK haben wir


einen ganz passablen Weg gefunden, unsere Message subtil zu verpacken und den Hörern den ein oder anderen Denkanstoß zu geben. Großartig missionarisch waren wir, nach meiner Einschätzung, bislang nicht. Wir scheuen uns aber nicht davor, unsere Meinungen kund zu tun und vertreten sie.“ Was die Band auch in Kooperationen mit PETA tut: „Wir finden solche Organisationen sehr wichtig und bedeutsam. Die Leute, die sich dort engagieren, leisten großartige Arbeit. Daher haben wir sie in der Vergangenheit unterstützt und werden es auch in Zukunft tun. Gerade medienwirksame Organisationen wie PETA haben eine enorme Reichweite, viele UnterstützerInnen und ein riesiges Netzwerk, das weit über die ohnehin schon sensibilisierten Mitglieder hinaus geht.“

Private und persönliche Aspekte wie Ernährung, Einstellung zu Drogen etc. in die Öffentlichkeit zu bringen, fällt den DEADLOCK-Mitgliedern nicht schwer: „Jeder in der Band lebt seine persönliche Einstellung tagtäglich und hat daher keine Probleme, zu diesen auch in der Öffentlichkeit zu stehen. Einen Konsens dafür zu manifestieren, war nicht nötig. Er ergibt sich schon aus der Selbstverständlichkeit heraus, die die Philosophie der Band mit sich bringt. Dass einzelne Mitglieder nicht mehr straight edge leben, hat sich im Zeitverlauf so ergeben und ist kein großes Problem. Den Veggie-Lifestyle leben aber alle einheitlich und dies wäre anders auch nicht vorstellbar.“ Mit seinem „AVE - absolute vegan empire“ hilft der Drummer maßgeblich dabei mit, dass in Deutschland vegane Lebensmittel erhältlich sind:

„Meine Firma habe ich vor zehn Jahren gegründet und nebenberuflich aufgebaut. Das Geschäft entwickelte sich enorm und stetig positiv, sodass wir unsere Ergebnisse in punkto Umsatz, Bestellvolumen, Personal, Fläche etc. zuletzt jährlich verdoppeln konnten. Dies wiederum liegt daran, dass sich das Bewusstsein der Verbraucher Stück für Stück ändert. Mehr und mehr Menschen hinterfragen und überdenken ihre Lebensweise und Ernährungsgewohnheiten. Das ist eine sehr positive Entwicklung, nicht nur deshalb, weil ich mit der Firma davon profitiere.“

 
 Links:
  xdeadlockx.com
  absolute-vegan-empire.com
 
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