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Klogr

Storie von: arne, am 07.02.2012 ]

Alternative-, Grunge- und Heavy-Rock bilden die Basis des kraftvollen Sounds, mit dem sich KLOGR auf ihrem Debüt-Album vorstellen. Die Italiener orientieren sich auf „Till You Decay“ an amerikanischen „Konsens-Gruppen“, so dass ihre Songs Assoziationen zu Godsmack, Creed, Audioslave oder A Perfect Circle hervor rufen. Das Quartett tritt durchgängig rockig, Groove- und Riff-basiert und im malmenden MidTempo in Erscheinung. Offensive Vorstöße und langsame, atmosphärische Passagen runden das Spektrum ab und sorgen für die nötige Abwechslung.

 
„Unsere Interessen sind breit gestreut,“ weiß Sänger Rusty. „Wir hören alles von Jazz bis Metal und haben unseren Stil in der Verbindung all dessen gefunden, was wir mögen. Mit unserer Ausrichtung zwischen Metal und Alternative-Rock sind wir überaus glücklich, und mit dem Material des Albums fühlen wir uns sehr wohl. Es ist für uns ein tolles erstes Jahr gewesen.“ Gerade wenn man die Hintergründe zur Entstehungsgeschichte von KLOGR kennt, die eher durch einen Zufall denn durch Planung geprägt ist: „Gitarrist Nikky und ich haben uns bei der Promotion-Arbeit für seine Band Lena’s Baedream kennen gelernt,“ erzählt der Frontmann. „Wir verstanden uns von Beginn an blendend und fanden schnell heraus, dass wir dieselben Ansichten und Vorlieben teilen, was Musik anbelangt. Es brauchte nicht lange, bis wir uns entschlossen hatten, eine gemeinsame Band zu starten. Das ist im Januar 2011 gewesen. Etwas mehr als ein Jahr später veröffentlichen wir nun unser erstes Album und gehen mit diesem auf Tour. Das ist ebenso aufregend wie verrückt.“

Zufällig oder vorschnell umgesetzt klingt „Till You Decay“ dabei nicht. Die Italiener finden ihre Qualitäten und starken Momente in ihrer treibenden, melodisch orientierten Grundhaltung, in der sie mit natürlicher Schwere und 1990er-Rock-Zitaten punkten: „Die Musik ist nicht einfach nur Teil unseres Lebens – sie ist unser Leben,“ so Rusty. „Bei uns dreht sich alles um die Arbeit rund um die Band und das Ausleben unserer Leidenschaft für Rock und Metal. Wir gehen alles mit höchster Priorität und Anstrengung an, denn nur dann werden wir unseren eigenen Ansprüchen gerecht. Anders ginge es einfach nicht, und die Hörer spüren es, wenn du nicht voll bei der Sache bist. Jedes der Mitglieder von KLOGR seinen Blick auf die Band und fühlt die Songs anders. Unser lebendiger Stil ist das Ergebnis der kombinierten Kraft, die in uns wohnt und sich in der Gemeinschaft der Gruppe bündelt. Was dabei am Ende stilistisch heraus kommt, müssen wir nicht einordnen. Wir vertrauen darauf, dass das, was sich richtig anfühlt, auch gut ist. Unsere Songs repräsentieren, was wir sind und was wir spielen möchten. Über die Verortung in Genres können sich Andere den Kopf zerbrechen. Wir sind für die Musik verantwortlich, und das reicht uns.“

Schön ist es dabei, dass die Südeuropäer keine Retro-Platte geschaffen haben, sondern Einflüsse aus der Vergangenheit in ein modernes Korsett überführen und mit einer zeitgemäßen Produktion versehen. Die flüssige Entwicklung des Elf-Trackers und seine kompakte Anmutung stärken den positiven Eindruck, den „Till You Decay“ hinterlässt: „Unser Anspruch ist es, stets an unsere Leistungsgrenze zu gehen und alles so gut wie möglich zu machen,“ erklärt der Sänger. „Das „KLOGR-Universum“ ist unser Kanal, mit den Leuten zu kommunizieren und unsere Ideen mit Anderen zu teilen. Ob die Leute nun aus dem Rock, Metal oder Alternative stammen, spielt für uns keine Rolle. In der italienischen Rock- und Metal-Szene haben wir schon mit den unterschiedlichsten Gruppen


zusammen gespielt. Unabhängig von deren stilistischer Ausrichtung ist es uns noch immer gelungen, eine Verbindung zum Publikum herzustellen. Das zeigt mir, dass wir einen kompatiblen Sound spielen, der sich schnell nachvollziehen lässt.“

Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass die vier Südeuropäer breit gefasste Einflüsse zunächst auf die sich wirken lassen, sie reflektieren und anschließend in Songs überführen: „Wir sind von so vielem beeinflusst: Musik, Freunde, Kollegen und ganz allgemein der Welt, in der wir leben. Als Musiker fühlen wir uns allein dafür verantwortlich, aufrichtig und ehrlich zu agieren und uns nicht zu verstellen. Unsere Songs sind Ausdruck unserer Leben – man kann sie hören und fühlen. Im Songwriting achten wir immer darauf, dass die unterschiedlichen Ideen und Stile, die im Kontext von KLOGR zusammen kommen, stimmig miteinander verbunden werden und in harmonischer Art und Weise etwas Neues und Größeres erschaffen. Das ist die Basis unseres Verständnisses der Band. Unterschiedliche Persönlichkeiten und Vorliegen verbinden sich zu einer Stimme, die für uns alle steht.“ Das Debüt „Till You Decay“ präsentiert eine aufeinander eingespielte Einheit, die weiß, was sie will und wie sie ihren Sound effektiv inszeniert: „Auf das Album sind wir sehr stolz, doch unser Sound wird sich weiter entwickeln,“ verspricht Rusty. „Wir können schließlich nicht stoppen, nur weil wir eine erste gute Platte veröffentlicht haben. Jetzt muss es gerade erst weiter gehen. Als wir an unserem Debüt gearbeitet haben, hatten wir eine klare Vorstellung davon, wie es klingen sollte. Diese Vision haben wir umgesetzt. Nun gilt es, eine neue zu entwickeln und weiter zu gehen. Das macht für uns den Reiz aus. Die Recording-Sessions für „Till You Decay“ sind ein Spiegelbild unseres Ansatzes gewesen. Jeder von uns hat fokussiert und intensiv an seinem Teil gearbeitet. Zusammen haben wir vier der Kreativität freien Lauf gelassen und unsere Emotionen und Absichten prägnant und stark in Songs überführt. Das war eine tolle Erfahrung, die wir wiederholen möchten.“

Diesbezüglich ist es wohl von Vorteil gewesen, dass KLOGR ihr Debüt als Konzept rund um Fragen nach gesellschaftlichen Zwängen, dem Überwachungsstaat und der Vernichtung von Individualität und freiem Denken entwickelt haben. Das schafft automatisch Verbindung, sichert aber gleichzeitig Spannung und unterschwellige Aggression über alle Stücke hinweg: „Die dunkle Aura der Songs leitet sich aus dem thematischen Konzept und den Lyrics ab,“ bestätigt der Gitarrist die Vermutung. „Wenn man sich mit der Art und Weise, wie der Mensch mit seiner Umwelt und mit Seinesgleichen umgeht, beschäftigt, kann man kein positives, friedfertiges Bild zeichnen. Dann müssen Sound, Stimmung und Visualisierung dunkel ausfallen.“ Deshalb bleibt „Till You Decay“ über die volle Spielzeit hinweg schön heavy, was in Kombination mit den songdienlichen Melodien richtig gut kommt. KLOGR hinterlassen einen souveränen Eindruck und wecken Vorfreude auf ihre Konzerte.

 
 Links:
  klogr.net
 
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