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Aborted

Storie von: arne, am 05.01.2012 ]

„MAKE IT SOUND ABORTED“. Das ist die Maßgabe, nach dem jeder Song der Death Metal-Berserker erstellt wird. Für ihren extremen, rigorosen Stil ist die international besetzte Gruppe hinlänglich bekannt. „Global Flatline“ heißt ihr neuester Streich, der abermals für eine düstere, morbide Endzeit-Vision und die Vernichtung der kompletten Menschheit steht. Mit viel Tempo und unerbittlichem Druck geht es durch Songs, die den Hörern sprichwörtlich das Blut in den Adern gefrieren lassen.

 
Insofern erfüllen sich alle Erwartungen, die man im Vorfeld an das neue Album der Band gerichtet hat. Shouter Sven de Caluwé zeigt sich ebenfalls zufrieden: „Wer es hört, soll einen musikalischen Horror-Film durchleben. Diese Beschreibung verdeutlicht unser Anliegen. Wir wollten intensive, direkte Songs schreiben, und genau das haben wir getan. Nachdem die Hälfte der Arbeit getan war, haben wir das thematische Konzept glattgezogen und der jähen Brutalität auch etwas Abwechslung zur Seite gestellt, um die Dramatik zu erhöhen. Ohne Momente, in denen wir langsamer unterwegs sind, geht es ja auch nicht, denn sie sorgen für den düsteren Vibe.“ Der modernere Anstrich, den die letzte ABORTED-Besetzung adressierte, wird zugunsten einer Rückbesinnung auf die old schoolige, direkte Attitüde der frühen Tage zurück genommen. 13 Songs formen einen beinharten, schnittigen Longplayer, der mit einer Grindcore-Kante, jedoch ohne Core-Elemente, daher kommt:

„Wir spielen extreme Musik, die unserer Auffassung nach brutaler Death Metal ist,“ meint der Frontmann. „Über die Jahre sind wir mit Vielem belegt worden – Grindcore, Deathcore, MetalCore und eine Menge mehr. So lange uns die Leute mit einem extremen Sound assoziieren, ist für mich alles okay. Unabhängig davon sollten die Leute Musik jedoch nach gut bzw. schlecht unterscheiden und nicht von einem Trend auf den nächsten springen. So halten wir es und auch alle Gruppen, denen wir uns verbunden fühlen. Diesbezüglich lassen sich THE BLACK DAHLIA MURDER, WHITECHAPEL, ROTTEN SOUND, EXHUMED, ENTOMBED, SUFFOCATION, BEHEMOTH und CANNIBAL CORPSE anführen. Ihnen und uns geht es um die Musik, der wir alle mit Leidenschaft und Hingabe nachgehen. Dabei spielt es keine Rolle, ob die eine Gruppe nun ausschließlich auf einen Stil setzt und die andere mehrere Genres zusammen bringt. Wichtig sind die zugrunde liegende Einstellung und das Gefühl, das von der Musik ausgeht. Wir alle gehen mit der in uns sitzenden Aggression konstruktiv um und setzen uns mit ihr produktiv auseinander. Und auf der Bühne leben wir sie aus.“

Um das Gesagte zu unterstreichen sind Trevor Strnad und Keijo Niinima auf „Global Flatline“ mit Gastauftritten vertreten, und auch Julien Truchan von BENIGHTED und MISERY INDEX‘ Jason Netherton sind zu hören. ABORTED melden sich nach turbulenten Jahren mit einem Album zurück, das in allen Lagen überzeugt: „Wir sind nicht mehr so unbedarft wie zu Zeiten, in denen wir lediglich Fans gewesen und von den Platten unserer Helden regelmäßig weggeblasen worden sind,“ reflektiert Sven de Caluwé.

„Mit all unserer Erfahrung und nach den vielen Songs, die wir schon geschrieben und aufgenommen haben, sind wir heute sehr pingelig, wenn es um die Arbeit geht – sowohl beim Songwriting als auch bei allem danach. Gerade, wenn man nur alle paar Jahre im Studio ist, möchte man möglichst alle Details perfekt haben und achtet aus diesem Grunde sehr genau auf alle Feinheiten. Unsere


Anforderungen an die Produktion sind mit den Jahren ebenfalls gewachsen. Im Arbeitsprozess kommt der Spaß bisweilen abhanden, doch spätestens wenn eine Platte fertig ist und wir auf der Bühne stehen, ist alles wieder gut.“ Die letztjährige MCD „Coronary Reconstruction“ setzte eine erste Duftmarke und stellte heraus, dass ABORTED in ihrer neuen Konstellation zusammen gewachsen sind und endlich wieder an Schlagkraft zulegen konnten.

„Global Flatline“ schreitet auf diesem Weg fort: „Die ersten Teaser sind richtig gut angekommen,“ freut sich der Shouter. „Das Feedback, das uns erreicht hat, ist unglaublich positiv, was schon eigenartig ist. Die Leute hatten in der Vergangenheit immer etwas zu meckern oder zu nörgeln, so dass wir gar nichts anderes gewöhnt waren. Diese neue Erfahrung fühlt sich gut an, doch richtig spannend wird es ja erst dann, wenn das ganze Album veröffentlicht ist. Wir kreuzen unsere Finger und vertrauen darauf, dass unser brutaler Death Metal seine Hörer findet.“

Die neue Platte fasst 15 Jahre ABORTED gewohnt hartnäckig zusammen und zeigt auf, dass das Quintett allen Widrigkeiten zum Trotz seine Qualitäten optimal zur Geltung bringen kann: „Mir würde es schon reichen, wenn wir einige Kids inspirieren könnten, selbst Musiker zu werden und eigene Bands zu gründen,“ gibt sich Sven de Caluwé bescheiden. „Das wäre für mich das größte Kompliment überhaupt. Daneben ist der Daseinsgrund von ABORTED vor allem Selbstverwirklichung, ganz einfach. Der Spaß mag ebenfalls eine wichtige Rolle spielen, doch primär geht es uns darum, brutalen, anspruchsvollen Death Metal zu spielen, und das so gut, wie es uns möglich ist. Es fällt uns inzwischen zunehmend schwer, uns selbst zufrieden zu stellen. Gerade das macht heute den Reiz aus. Wir wissen, was wir alles schon geschaffen haben und verfolgen den Anspruch, weiter zu gehen. Wie heißt es doch gleich so schön? Wir wachsen mit unseren Ansprüchen.“

…und personellen Restriktionen. Die Entwicklung der Gruppe ist von zahllosen Besetzungswechseln überschattet, die es ihr verwehrt haben, längerfristig in demselben Line-Up anzutreten und ihren Sound mit denselben Köpfen voran zu treiben. Nach dem 2008er „Strychnine.213“ hat es den letzten größeren Aderlass gegeben, in dessen Folge sich das Quintett zunächst auf seine Neufindung, Touren und Songwriting konzentrierte: „Natürlich ist es kein Idealzustand, dass die Mitglieder von ABORTED über verschiedene Staaten und Kontinente verteilt leben. Gemeinsame Proben gibt es kaum. Dafür nutzen wir die Zeit, die wir zusammen haben, dann aber maximal effizient. Wir wissen, dass wir auf den Punkt Topleistungen abliefern müssen, und das gelingt uns. Wann immer und wo immer wir aufeinander treffen, sind wir heiß darauf, gemeinsam Death Metal zu spielen und die Band weiter zu entwickeln. Ermüdungseffekte hat es in den letzten Jahren keine mehr gegeben. Unsere Akkus sind immer voll.“ „Global Flatline“ belegt es!

 
 Links:
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