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Caliban

Storie von: arne, am 10.02.2003 ]

Sie sind zurück, und wie. CALIBAN sind zweifellos das populärste Quintett im europäischen MetalCore. Mit “Shadow Hearts“ veröffentlichte die Band kürzlich über Lifeforce Records ihren dritten Longplayer und der wird, wie es aussieht, alle Superlative im Genre brechen. Auf der Release-Party in Essen fanden sich Ende Januar ca. 1.500 Leute ein um das Drittwerk würdig zu feiern und dieses Event war in seiner Dimension die bisher größte Party im MetalCore-Segment.

 
CALIBAN treffen durchweg auf Zuspruch, egal, ob nun im Hardcore, Nu Metal oder richtigem Metal. Interessant ist dabei vor allem, dass das Interesse außerhalb des Hardcore-Sektors immer größer wird. Die Fangemeinde hat sich mit jedem neuen Release stetig vergrößert und ein Ende dieser Entwicklung ist noch längst nicht absehbar; geht sie doch gleichzeitig mit einer kontinuierlichen Entwicklung der Band einher. CALIBAN waren ihrer eigenen Sparte von jeher ein wenig voraus und haben es gekonnt verstanden neue Standards zu setzen und neue Wellen loszutreten. Die Zahl der CALIBAN-Klone in Europa ist nicht mehr zu überblicken, doch es gibt nur ein Original.

Natürlich bringt jeglicher Erfolg Neider mit sich, doch denen begegnet das Quintett gelassen. Die Jungs aus dem Essener Raum haben hart für ihren Erfolg geschuftet und da ist es nur legitim das Erreichte auch zu genießen. CALIBAN sind heute besser denn je und positionieren sich mit “Shadow Hearts“ einstückweit neu. Die Songs sind deutlich breiter angelegt und schlichtweg noch abwechslungsreicher. In punkto Handwerk ist das Album ein ungeheurer Schritt nach Vorne; es gibt keine Schwächen mehr. Erstmals arbeitete die Band unter richtig professionellen Bedingungen in den renommierten Woodhouse Studios in Hagen.

In nur zwei Wochen war “Shadow Hearts“ komplett aufgenommen und abgemischt. Der Aufwand hat sich zweifelsohne gelohnt. Die elf Stücke vereinen in perfekter Balance Gefühl und Härte; emotionale Wucht und mitreißende Energie. Dieser Effekt wird durch den Wechsel von cleanem und geschrieenem Gesang nachhaltig verstärkt. Christoph von mournful hat die cleanen Parts übernommen und CALIBAN suchen derzeit nach einem festen, zweiten Sänger, was kein leichtes Unterfangen ist.

Eingängige Melodien werden auf dem Album immer wieder mit ehrfurchtgebietenden Gitarrenwänden gekoppelt und durch völlig kranke Killer-Moshparts, die von jeher das Markenzeichen der Band waren, erweitert. Das ist der unnachahmliche CALIBAN-Sound, der in der Vergangenheit wohl zurecht als Mischung aus Slayer, Poison The Well und Hatebreed beschrieben wurde. Heute sind vor allem die Slayer- Anleihen nicht mehr derart vordergründig und man MUSS von einem eigenen CALIBAN- Sound sprechen. Man hört die Jungs definitiv aus dem Gros anderer Bands ähnlicher Ausrichtung heraus.

„WIR SIND ROCKSTARS!!!“ antwortet mir Trommler Robert auf die Frage, wie das Quintett auf die immer häufiger werdenden Statements in Internet-Foren reagiert, die von „arroganten Rockstars“ in bezug auf die Jungs sprechen: „Nee quatsch,

ich weiß auch nicht, wie die Leute darauf kommen. Wir sind die selben wie vor zwei oder drei Jahren. Natürlich fällt uns auf, das CALIBAN vermehrt in Discos gespielt wird. Deshalb sind wir aber noch lange keine Rockstars und wir verhalten uns auch nicht so.“ Wirklich nicht, die Musiker sind vielmehr am Boden geblieben und nach wie vor sehr umgänglich. Das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen.

Trotz aller Erfolge, geben sie sich nach wie vor bescheiden. „Wir schreiben uns keine großen Verdienste auf unsere Fahne, so überheblich sind wir dann doch nicht.“ Dennoch muss man CALIBAN zusprechen zusammen mit Heaven Shall Burn die Metal-Welle im Hardcore kräftig mit angeschoben zu haben.

Schon mit der „Vent“-Platte von 2001 (ebenfalls Lifeforce) hat die Band Vergleiche zu Aftershock und Killswitch Engage bekommen. Auf dem neuen Album scheint diese Richtung noch deutlicher fortgeführt, was aber natürlich gewachsen ist: „Wir sind nicht anders ans Songwriting gegangen und haben nicht gesagt, die nächste Platte muss wie Killswitch Engage werden. Ich will nicht leugnen, das Killswitch und auch Aftershock hammermäßige Bands sind. Dennoch finde ich, dass wir wesentlich härter zur Sache gehen als gerade Killswitch. Uns wurde von einigen Leuten vorgeworfen, jetzt ganz wie Killswitch Engage zu klingen. Dabei sollte man bedenken, dass zu der Zeit, als ihr neues Album erschien, der Großteil der Songs von “Shadow Hearts“ schon geschrieben war!“

Diese Vorwürfe sind Quatsch, keine Frage. Vielmehr ist positiv zu konstatieren, dass sich CALIBAN nicht auf dem Erreichten ausruhen und musikalisch nicht stagnieren. Sie haben sich mit dem neuen Material deutlich weiterentwickelt und präsentieren sich heute als eine gereifte Band. Es geht nicht mehr nur darum schnellst-möglich nach Vorne loszuprügeln, sondern überlegt, und auch mit cleanem Gesang, aufzuspielen: „Wir haben während der Proben gespürt, dass sich die neuen Songs sehr stark von denen unserer älteren Platten unterscheiden würden. Je öfter wir sie gehört und gespielt haben, merkten wir, dass den Songs richtiger Gesang sehr gut tun würde. Da wir Christoph von mournful sehr gut kennen und auch seine Stimme mögen, lag es für uns nahe ihn zu fragen. Das Resultat ist, wie wir finden, sehr gut geworden.“ Dem kann ich nur zustimmen; das Album rockt.

Nach einer kurzen Japan-Tour mit Killswitch Engage und Shadows Fall geht es für CALIBAN im März auf eine Euro-Tour. Im letzten Jahr ein wenig reduziert, wird die Band in diesem Jahr live wieder stärker präsent sein.
 
 Links:
  Caliban- Bandpage
  Lifeforce- Labelsite
 
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