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El Caco

Storie von: arne, am 23.12.2011 ]

Das Dreiergespann aus Lillestrøm bleibt seiner Linie treu und setzt auf organische, aufgewühlte Heavy-Tracks zwischen Rock und Metal. EL CACO haben ihre Nische früh gefunden und seither konsequent ausgearbeitet. Aus der Enge der Stoner-Verankerung der ersten Band-Tage sind sie lange entwachsen. Seit Jahren bestimmt eine reife, übergreifende Heaviness die Platten der Norweger. Zu hören sind brachiale Gitarrenwände, die mal dreckig und aufgewühlt angelegt sind, mal melodisch eingängig für Gefallen sorgen. So ist es auch auf „Hatred, Love & Diagrams“, dem neuen Album des Trios.

 
„Ich denke nicht, dass wir unterbewertet sind. Jedenfalls fühlt es sich für uns nicht so an,“ entgegnet Bassist und Sänger Øyvind Osa auf die Frage, ob er die Einschätzung teilt, dass seine Band seit ihrer Gründung unter dem Radar der Wahrnehmung in der Rock-Breite geblieben ist. „Mit EL CACO sind wir 1998 gestartet. Drei Jahre später erschien mit „Viva“ unser erstes Album. Seither sind fünf weitere Longplayer gefolgt und wir sind überall getourt – kreuz und quer durch Europa, in den USA, Indien, China und natürlich ausgiebig in Skandinavien. Die Philosophie hinter unserer Band ist einfach und ein offensichtliches Geheimnis. Wir spielen die Musik, die wir mögen und fühlen uns allein uns selbst verpflichtet. Wenn wir auf Leute treffen, die unseren Ansatz teilen und sich mit unseren Songs identifizieren, ist das ein Bonus, den wir nicht erwarten oder für selbstverständlich nehmen. Wir sind bescheiden und mit der Entwicklung unserer Gruppe zufrieden. Dass wir die Möglichkeit haben, so viel zu Touren und mit EL CACO herum zu kommen und die Welt zu sehen, ist alles, was wir wollen.“

Über die Jahre hinweg haben sich die Norweger eine treue Anhängerschaft erarbeitet, die Hörer zwischen Stoner, Hard Rock und Heavy Metal umfasst: „Wir hatten das Glück, als eine der guten Stoner-Bands wahrgenommen zu werden, als wir uns damals mit „Viva“ vorstellten,“ rekapituliert der Frontmann.

„Ich möchte nicht bestreiten, dass sich auf unseren Platten typische Stoner-Riffs und -Strukturen finden, doch schon das Debüt war nicht gänzlich auf diesen Stil festgelegt. Von Beginn an haben wir auch auf eingängige Refrains und generelle Rockigkeit gesetzt, die später unsere großen Stärken werden sollten. Als wir 2002 gemeinsam mit Daniel Bergstrand unser Zweitwerk „Solid Rest“ aufnahmen, hat sich unser Blick auf die Musik schlagartig verändert und zusehends geweitet. Wir sind ja auch aufgeschlossene Menschen und Musiker. Alles, was wir für uns einfordern, ist es, eine wirkliche Chance zu bekommen. Auch für uns ist es spannend, zu sehen, wie Leute auf uns reagieren, die uns zuvor nicht kannten oder sonst ganz andere Musik hören. Deshalb touren wir mit den unterschiedlichsten Gruppen, solange es nicht ganz abwegig ist. Wir sind mit Black Metal-Gruppen befreundet und auch mit Bluegrass-Formationen. In den letzten Jahren scheint sich auch bei vielen Hörern der Horizont geweitet zu haben. Als generell und breit aufgestellte Band zwischen Rock und Metal haben wir deshalb heute weitaus bessere Chancen als früher. Ich finde es toll, dass für viele Hörer heute allein die Qualität der Musik zählt, unabhängig davon, um welchen Stil es sich handelt. Wenn es uns dann noch gelingt, Leute für Rock und Metal zu


interessieren, wäre das toll und mehr als wir jemals zu erreichen gehofft haben.“

Das zugrunde liegende Songwriting von EL CACO ist bestens ausbalanciert und Spiegel der intuitiven, organischen Grundhaltung der Norweger. „Hatred, Love & Diagrams“ ist von den Musikern im bandeigenen Studio aufgenommen und produziert worden, so dass ihr Indie Recordings-Einstand exakt ihren Vorstellungen entspricht und in allen Belangen für ein zu Ende gedachtes, authentisches und erdiges Rock-Album mit starkem Metal-Einschlag steht. Øyvind Osa freut sich schon jetzt auf die Rückmeldungen der Hörer, wie er verrät:

„Mir ist jede Art von Feedback willkommen, doch natürlich hoffe ich darauf, dass es überwiegend positiv ausfallen wird. Es ist ja nicht so, dass man sich als Musiker im luftleeren Raum bewegt. Man ist interessiert daran, zu erfahren, wie die eigenen Songs auf Andere wirken und wie sie aufgenommen werden. Was sich über die Jahre als roter Faden durch unsere Songs und Alben zieht, ist es, dass es bezüglich unserer Band keinen einheitlichen Konsens gibt. Jeder hat eigene Favoriten und das sowohl hinsichtlich der einzelnen Platten als auch der Songs auf diesen. Diesbezüglich ist es sicherlich von Vorteil, dass wir immer etwas anders machen, um auszuschließen, ein und dieselbe Platte zwei Mal zu veröffentlichen. Um ehrlich zu sein, planen wir das aber nicht bewusst. Wir kennen unsere Songs gut und haben ein starkes eigenes Interesse daran, uns zu fordern, indem wir die Dinge auf andere Art und Weise angehen. Letztlich lassen wir uns immer vom Gefühl leiten, und damit haben wir noch niemals falsch gelegen. Für uns geht es lediglich darum, Stagnation zu vermeiden. Wirklich anstrengen müssen wir uns nicht, denn auch die Umstände sind jedes Mal andere. Mal ist man frustriert und geht mehr in Richtung Härte und Metal. Dann wider überführt man einfach seine gute Laune in Songs, nutzt Melodien und zwanglose Rockigkeit. Alles ist möglich. Was den technischen Aspekt anbelangt, ist es noch einfacher. Es geht allein darum, die Produktion authentisch und natürlich klingen zu lassen und dabei das Wesen der Band repräsentativ einzufangen.“

EL CACO sind von jeher organisch und Song-orientiert ausgerichtet gewesen. Mit der Band und ihren Songs verarbeiten die Norweger schließlich gute und schlechte Zeiten: „Sich mit unseren Lyrics zu beschäftigen, hilft dabei, unsere Musik besser zu verstehen. Wenn ich die Texte schreibe, kenne ich ja bereits die Songs. Mein Ziel ist es stets, eine Verbindung zwischen beidem herzustellen und meinen Worten eine Bedeutung mitzugeben. Nur so kann man etwas erschaffen, das authentisch und intensiv zugleich ist und sich auch noch aufrichtig anfühlt und anhört.“

 
 Links:
  elcaco.com/
 
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