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Landmine Marathon

Storie von: arne, am 19.12.2011 ]

Das Artwork des vierten Longplayers von LANDMINE MARATHON stammt von Rob Middleton, der auch schon Napalm Death und Extreme Noise Terror optisch in Szene setzte. Das passt gut, ist das wüste Treiben der Gruppe aus Phoenix, Arizona doch stark an die glorreichen Earache-Tage angelehnt, in denen die beiden genannten Kaliber sowie Bolt Thrower, Carcass, Entombed und Terrorizer den Brutalo-Underground anführten. Death Metal, Crust, Grindcore und etwas herber Thrash formen einen extremen Sound, der jederzeit drückt und eine unheilvolle Wirkung und Durchschlagskraft erreicht.

 
„Unseren Ansatz kann man durchaus als old schoolig bezeichnen,“ stimmt Gitarrist Ryan Butler zu. „Das stört mich überhaupt nicht. Es stimmt ja auch, dass bei uns Old School-Grind, Death und Thrash mit einer Punk-Kante und einer guten Dosis Hard Rock verbunden werden. Gruppen wie Exhumend, Gravehill, Fatalist und Disma treten mit einer ähnlichen Mentalität an. Ihnen fühle ich mich verbunden und mit ihrem Sound kann ich mich identifizieren.“ Mit „Gallows“ führt die Band um frühere Mitglieder von Unruh und Suicide Nation ihren Stil prägnant auf den Punkt. LANDMINE MARATHON präsentieren sich bissig wie brutal und bewegen sich mit schonungsloser Vehemenz durch ihr viertes Album:

„Zum Heavy Metal bin ich über Bekannte aus der Nachbarschaft gekommen, die mit Iron Maiden vorspielten. Von ihrem Gitarrenspiel war ich sofort geplättet und es war um mich geschehen,“ erinnert sich der Gitarrist. „Schnell habe ich dann auch die extremen Spielarten des Metal kennen und schätzen gelernt und bin ihnen bis heute verbunden. Viele der neuartigen, extremen Stilkombinationen geben mir hingegen nichts. Stattdessen beschäftige ich mich lieber mit Bands der Vergangenheit und entdecke mit Verspätung tolle Platten, die ich davor nicht wahrgenommen hatte. Ich denke aber nicht, dass es daran liegt, dass ich alt werde. Die moderne Szene stagniert derzeit, während die Klasse älterer Gruppen zeitlos und immer noch inspirierend ist.“ Es kommt letztlich auf die Einstellung zur eigenen Musikalität und das Umfeld an, in dem man aufgewachsen ist:

„Man muss akzeptieren, dass es immer wieder neue Trends und Vorlieben gibt und Generationen von ihnen geprägt werden,“ bestätigt Ryan. „Als ich Anfang zwanzig gewesen bin, brach der NuMetal-Hype los, der mich überhaupt nicht interessierte und den ich nicht im Ansatz nachvollziehen konnte. Jüngere Kids beeindruckte der NuMetal allerdings stark und sie vergöttern Korn und Static X bis heute.“


Bei dieser Hörer-Klientel tun sich LANDMINE MARATHON vermutlich schwer. Das Quintett setzt auf schonungslose Bissigkeit, wenn sich temporeiche Attacken mit brachialem Rollen abwechseln. Auf den beiden ersten Prosthetic-Scheiben „Rusted Eyes Awake“ und „Sovereign Descent“ ist es nicht viel anders gewesen. Fronterin Grace Perry keift sich ihre Lungen aus dem Leib und klingt allein angepisst und wütend, und musikalisch ist das Bild dasselbe:

„Was unsere Band anbelangt, sind wir überaus selbstbewusst. Wir sind von unserem Stil überzeugt und mit dem, was wir bis dato erreicht haben, mehr als zufrieden. Auf die neue Platte bin ich sehr stolz, denn wir folgen keinen Trends, sondern ziehen unser Ding durch. Als LANDMINE MARATHON haben wir zu einem Sound gefunden, der ein Stück weit unser eigener ist. Weiterentwicklung hat es in der Hinsicht gegeben, dass ich mehr Wert auf Hooks und einen gesunden Groove gelegt habe.“

Eine offensichtliche Neuerung gibt es aber durchaus. Die Kombo aus Phoenix, Arizona wird nunmehr von Andy York angetrieben, der als neuer Drummer einen überzeugenden Einstand verbucht und mit seinem tighten, variablen Spiel eine Bereicherung für die Band darstellt. Zur Entstehungsgeschichte sollte man zudem wissen, dass „Gallows“ von Gitarrist Ryan Butler geschrieben und auch aufgenommen und produziert worden ist. Das Ergebnis spricht für sich. Der Fünfer weiß, wo seine Stärken liegen und stellt sie treffsicher heraus:

„Wir hatten zwei bis drei Monate, um das Material zu schreiben. Um ehrlich zu sein, ist das, was man auf dem Album hört, nah an den ersten Versuchen. Natürlich haben wir mit den Riffs, die ich mit ins Studio brachte, herum experimentiert, doch die initialen Ideen waren in vielen Fällen die besten. Überhaupt ist das Material sehr spontan und innerhalb kürzester Zeit entstanden. So zügig lief es bei uns noch nie, doch eins führte schnell zum anderen und schon war „Gallows“ fertig.“

 
 Links:
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