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Rising

Storie von: arne, am 11.12.2011 ]

Die Kopenhagener stehen fest verwurzelt in ihrem erdigen, wütenden und intensiven Sound zwischen Doom, Sludge, Heavy/Post Metal und Noise- bzw. Southern-Rock. RISING präsentieren sich auf ihrem Debüt-Album „To Solemn Ash“ ebenso kraftvoll wie ausbalanciert, was ihr Grundverständnis zur eigenen Aufstellung anbelangt. Da ist einerseits der spürbare Respekt vor den Institutionen der Heavy-Sparte. Andererseits blickt das dänische Dreiergespann ergebnisoffen über Stilgrenzen hinweg und ist bestrebt, eigene Sound-Kollagen zu erschaffen, die sich ausgehend von den bekannten Wurzeln in neue Schwere- und Intensitätsgrade entwickeln.

 
„Fragen danach, wie sich unser Sound beschreiben lässt oder in welches Genre wir zu stecken sind, beschäftigen uns nicht,“ meint Sänger und Bassist Henrik im Gespräch. „Das ist etwas für Außenstehende, die so etwas brauchen, um ihre Schubladen zu füllen. Wir sehen die Dinge entspannt und lassen unsere Musik für sich sprechen. Weder haben wir uns jemals einem bestimmten Stil unterworfen, noch können wir aus einem solchen heraus wachsen oder mit ihm brechen. Wir nehmen es, wie es kommt und sind selbst gespannt, zu erfahren, wohin uns die Musik führt.“ Diese Grundhaltung ist nachvollziehbar, wenn man um die Ursprünge der dänischen Band weiß:

„RISING war zunächst nur ein Jamming-Projekt von Jacob, unserem Gitarristen, und einem anderen Drummer. Ich selbst bin erst hinzu gestoßen, als das erste Demo bereits aufgenommen war. Damals gab es noch keine klare Ausrichtung und wohin der Sound gehen würde, war völlig offen. Wir haben uns von der Energie und Interaktion mitreißen lassen und allein laute und aggressive Musik gespielt. Seither ist viel passiert. Innerhalb kurzer Zeit haben wir uns als Musiker und als Menschen enorm entwickelt. Alles hat eine Eigendynamik angenommen, die zu interessanten Erfahrungen und Ergebnissen geführt hat. Das beständige Schreiben und Aufnehmen neuer Songs forciert die Auseinandersetzung mit dem, was wir tun. Ein entscheidender Meilenstein ist natürlich die Veröffentlichung unseres ersten Albums gewesen, der uns anspornt, künftig noch weiter zu gehen,“ so Henrik. „To Solemn Ash“ wird all Diejenigen interessieren, die Gruppen wie The Psyke Project, Yakuza, Minsk, Kylesa, Baroness und die frühen Mastodon schätzen. Spätestens mit ihrem Debüt empfehlen sich RISING für internationale Beachtung, denn das Debüt ist verdichtet und schön heavy:

„Die Strukturen unserer Songs sind mit der Zeit geradliniger und zielgerichteter geworden, doch ihre Wirkung weist gleichzeitig in eine zunehmend epische Richtung,“
meint


der Sänger und Bassist. „Der natürliche Fluss unserer Musik tritt heute offensichtlicher zutage, was meiner Meinung nach den großen Vorzug des Albums gegenüber unseren früheren Veröffentlichungen darstellt. Die Songs des Debüts haben sich über den Entstehungsprozess hinweg auf verschiedenen Ebenen entwickelt. Nicht über alle von ihnen hatten wir Kontrolle, so dass wir vom späteren Ergebnis ebenfalls überrascht worden sind. Es gehört bei uns mit dazu, dass wir nicht das volle Bild sehen, bis wir die roughen Aufnahmen hören. Das hält die Spannung aufrecht und fordert uns heraus.“ Was auf der selbst betitelten MCD und der 2010er Single „Legacy Of Wolves“ schon so gewaltig und organisch überzeugte, erfährt mit den zehn Tracks von „To Solemn Ash“ eine weitere Aufwertung und Verfeinerung. Für Henrik liegen die Gründe dafür auf der Hand:

„Sobald mehrere Musiker zusammen Songs schreiben, treffen unterschiedliche Vorlieben und Ansprüche aufeinander. Die Herausforderung ist es dann, die starken Ideen und Momente zu identifizieren und zusammen zu führen. Das zeichnet den kreativen Arbeitsprozess aus, doch man muss sich zunächst kennen lernen und aufeinander einstellen. Dabei ist es wichtig, aufgeschlossen zu bleiben und den Anderen in der Band zuzuhören. Nur dann kann man gemeinsam über sich hinaus wachsen. Wichtig ist es überdies, auch einmal die Rollen und Standpunkte zu wechseln und zu versuchen, die eigene Musik aus einem anderen Blickwinkel heraus zu betrachten. Das garantiert für interessante Einblicke und hilft dabei, Schwachstellen zu erkennen und auszumerzen. Es ist normal, dass man am Ende immer zu wenig Zeit beim Songwriting oder den Aufnahmen im Studio hat. Kleine Unzulänglichkeiten frustrieren uns jedoch nicht, denn sie sind Teil unserer Entwicklung. An unserem Debüt würde ich nichts ändern. Vielmehr verstehe ich die nicht optimalen Dinge als Anreiz, sie auf der nächsten Platte nicht zu wiederholen und weiter zu gehen.“

 
 Links:
  myspace.com/risingdk
 
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