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Becoming The Archetype

Storie von: arne, am 07.12.2011 ]

In den Staaten zählen BECOMING THE ARCHETYPE zu den ganz Großen der Christ-Core-Szene und sind eines der Aushängeschilder ihres Labels Solid State. Auf ihrem aktuellen Longplayer „Celestial Completion“ geben sich die Musiker aus Atlanta, Georgia konsequent kompromisslos und unglaublich experimentell. Wer kein Faible für progressive Ideen und Grenzüberschreitungen aller Art mitbringt, wird am Viertwerk der Gruppe verzweifeln.

 
Schon die „Normallage“ der Band hat es in sich. Downtempo, brutaler Death-Metal, MetalCore-Mosh, Post-Rock, Poly-Rhythmik und viele Spielereien sind diesbezüglich anzuführen. Auf ihrem Album gönnen sich die Musiker zudem Jazz-Soli, Posaunen-Unterstützung, skurrile Chorgesänge und eine Menge mehr. „Der Arbeitsprozess verlief flüssig und zusammenhängend,“ verrät Gitarrist und Keyboarder Seth Hecox. „Am Songwriting ist sogar die ganze Band beteiligt gewesen. Von Beginn an haben wir alle Ideen gemeinsam ausgearbeitet und sie fortwährend geprobt. Diese Arbeitsweise mag aufwendig sein, doch sie ist sehr ergiebig. Alle Songs waren fertig und wir konnten sie blind spielen, als wir schließlich im Studio aufgenommen haben. So ging es am Ende nur noch darum, optimale Arbeit abzuliefern. Das korrespondiert mit unserer Einstellung, alles in Bezug auf die Band realistisch einzuschätzen und mit Bedacht und Vorbereitung anzugehen. Wir arbeiten mit voller Konzentration und überdrehen nicht. Unsere Musik ist heavy – unsere Texte fallen nachvollziehbar und lebensnah aus. Damit wir voran kommen und uns nicht wiederholen, beschäftigen wir uns auch mit Musik-Theorie und Instrumenten aus anderen Kulturkreisen. Noch wichtiger ist es uns aber, unsere aggressive und rebellische Grundhaltung zu pflegen.“

Diese Einstellung hilft dabei, die Strapazen des Tour-Alltags wegzustecken und sich einen Platz in der Heavy-Community zu sichern: „Mit unseren Touren sind wir insgesamt zufrieden,“ äußert sich Seth. „Natürlich gibt es immer mal Shows, die nicht so gut besucht sind, aber wir nehmen das sportlich. Die Musik-Szene ist übersättigt und wir konkurrieren mit unzähligen Gruppen. Hier in den Staaten scheint inzwischen jeder in einer Band zu sein und auf Tour zu gehen. Die Leute haben die Qual der Wahl und können sie nicht zu allen Konzerten kommen. Es gibt einfach zu viele. Dennoch mögen wir es, unterwegs zu sein und unsere Songs zu den Leuten zu bringen.“ Der letzte Longplayer ist von Fans und Presse ja auch wohlwollend aufgenommen worden und BECOMING THE ARCHETYPE werden zunehmend auch außerhalb der Christ-Core-Community wahrgenommen:

„Das stimmt, „Celestial Completion“ hat uns die Türen in Richtung des klassischen Metal-Publikums noch weiter geöffnet. Das mache ich daran fest, dass wir inzwischen auch von Mags


berücksichtigt werden, die uns in der Vergangenheit ignoriert haben. Das bestätigt uns in der Auffassung, auf einem guten Weg zu sein.“ Die aktuelle Platte der Band aus Atlanta ist ebenso heavy und extrem wie komplex und herausfordernd gestrickt, wenn BECOMING THE ARCHETYPE ihre Vision des Weltuntergangs entwickeln und der Zeit danach mit Vorfreude entgegen blicken. Die Musiker haben ein beeindruckend pompöses, apokalyptisches und progressives Werk eingespielt. Geht es nach dem Gitarristen und Keyboarder, gibt es bald schon einen Nachfolger:

„Erst kürzlich habe ich mit Solid State über unser nächstes Album gesprochen. Daniel (Gitarre und Gesang) und ich haben bereits mit dem Songwriting begonnen. Wenn es weiter gut läuft, könnten wir schon im März wieder ins Studio gehen. Es fällt uns inzwischen leichter, neue Songs zu schreiben, denn mit „Dichotomy“ und „Celestial Completion“ haben wir zu dem Stil gefunden, den wir fortführen wollen. Deshalb wird die nächste Platte viele Gemeinsamkeiten mit diesen beiden aufweisen. Unser Sound wird weiterhin progressiv und experimentell sein, doch das Experimentelle wird sich auf den Einsatz unserer normalen Instrumente beschränken. Wie die Blasinstrumente und die Sitar auf „Celestial Completion“ zur Geltung kommen, ist toll. Solch ausladend orchestrierte Kompositionen erschaffen zu haben, erfüllt uns mit Stolz, doch diesen Weg wollen wir vorerst nicht weiter verfolgen.“ Dennoch muss man bei BECOMING THE ARCHETYPE auf unverhoffte Überraschungen gefasst sein, denn ihre Interessen sind breit gestreut und ihre Kreativität gilt zurecht als legendär: „Allzu viel Metal höre ich nicht mehr. Vornehmlich beschäftige ich mich mit anderen Stilen und Sounds. An der Feststellung, dass der Wettbewerb im Metal aufgrund der Vielzahl an Gruppen sehr hart geworden ist, führt kein Weg vorbei. Ich würde es mir allerdings wünschen, dass sich Kids nicht damit begnügen, das nachzuspielen, was sie an Anderen schätzen. Das kann die Initialzündung zur Gründung einer Band sein. Jeder Musiker sollte aber danach streben, etwas Eigenes auf die Beine zu. Für uns ist das Streben nach Differenzierung der Schlüssel zu unserer Musik. Dieses Bewusstsein fehlt vielen jungen Gruppen, was zur Folge hat, dass auch die Bands, denen sie nacheifern, mit der Zeit unter die Räder geraten.“

 
 Links:
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