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Carnifex

Storie von: arne, am 06.11.2011 ]

Innerhalb kürzester Zeit sind CARNIFEX von einer Band unter vielen zu einem der Aushängeschilder ihres Labels Victory avanciert. Der neue Longplayer der Kalifornier, „Until I Feel Nothing“, wird zwangsläufig mit oberster Priorität ins Rennen geschickt und nach allen Regeln der Kunst promotet. In seinen sieben Jahren ist das Quintett aus San Diego zu einer der führenden US-Deathcore- bzw. Brutalo-Death-Kapellen aufgestiegen und wird in einem Atemzug mit Kalibern wie Suicide Silence, The Black Dahlia Murder, Whitechapel, The Faceless, Job For A Cowboy und All Shall Perish genannt.

 
„Über Stilbezeichnungen und mögliche Vergleiche machen wir uns keine Gedanken,“ äußert sich Shouter Scott Lewis im Gespräch. „Wir spielen extremen Metal. Weiter einschränken möchte ich es nicht. Doch was immer die Leute über uns sagen, ist okay für mich. Wichtig ist es ja, dass sie sich überhaupt mit uns beschäftigen und etwas mit uns verbinden. Wir streben danach, eigene Spuren im Metal zu hinterlassen und nicht blind dem zu folgen, was andere vor uns getan haben. Diesbezüglich befinden wir uns auf einem guten Weg und sind mit allem, was wir bis dato erreicht haben, sehr zufrieden.“ Diese Aussage ist nachvollziehbar, denn auch in Europa sind CARNIFEX längst einschlägig etabliert, auf den großen Touren mit dabei, und die Veröffentlichung von „Until I Feel Nothing“ wird von den Fans sehnlichst erwartet:

„Im Blick zurück zahlt es sich aus, dass wir von Beginn an auf Qualität gesetzt haben,“ rekapituliert der Frontmann. „Mit halbgaren Sachen oder Songs, die uns nicht völlig überzeugt haben, sind wir niemals an die Öffentlichkeit gegangen. Unser Ansatz war und ist es, dass handwerklicher Anspruch, Sound-Fluss und Spaßfaktor gleichberechtigt zusammen kommen müssen. Ist das der Fall, stimmt die Qualität – andernfalls nicht. Dieser Maßgabe folgen wir seit unserer Gründung. Der Erfolg beweist, dass unser Weg richtig ist, und wir wollen ihn so weit gehen, wie es möglich ist.“ Legt man das 2011er Werk neben die beiden Victory-Vorgänger „The Diseased And The Poisoned“ und „Hell Chose Me“ wird schnell offenbar, dass die Kalifornier ihren Ansatz noch weiter verdichtet und auf Prägnanz getrimmt haben. Weiterführende Experimente sind da nicht nötig: „Der Metal hat mich als Teenager angezogen und seither nicht mehr los gelassen. Die Faszination und Anziehungskraft, die er auf mich ausübt, hat bis heute nicht nachgelassen. Mit CARNIFEX wachsen wir jeden Tag und entwickeln uns weiter. Rückschläge gehören mit dazu und stellen unsere Motivation auf den Prüfstand, doch wir lassen uns nicht unterkriegen und gehen unseren Weg. Mit Schwierigkeiten und Problemen umgehen zu lernen, stärkt die Band und unsere Persönlichkeiten. Es ist unglaublich erfüllend, nach einem herben Rückschlag wieder aufrecht im Ring zu stehen und zu beweisen, dass man hart im Nehmen ist.“

CARNIFEX geben sich keine Blöße, wenn sie auf wahnsinnig schnelle und tighte Riffs und Drums setzen und ihre zügellosen Attacken mit infernalischen Texten und Shoutings abrunden: „Die Gemeinschaft des Metal ist meiner Auffassung nach stärker und geschlossener, als es gemeinhin dargestellt wird. Gerade in der extremen Ausprägung gibt es eine Vielzahl toller Bands, die sich gegenseitig pusht und die Messlatte beständig in die Höhe schraubt,“ benennt Scott die Gründe für das hohe Niveau innerhalb der Deathcore- bzw. Brutalo-Death-Sparte:


„Uns sagt es zu, dass die Qualität steigt und darüber entscheidet, wer sich durchsetzt und wer nicht. In der Gunst der Fans liegen wir gut im Rennen. Das versuchen wir uns bewahren, indem wir hart an unserem Sound arbeiten und nicht nachlassen. Wir nehmen nichts für selbstverständlich. Ein wesentlicher Unterschied gegenüber anderen Gruppen besteht meiner Auffassung nach darin, dass wir uns mit CARNIFEX niemals zurück nehmen und immer an unsere Leistungsgrenze gehen. Das Schöne dabei ist es, dass wir mit der Musik Beachtung finden, in der wir uns völlig ausleben, ohne auf Erwartungen anderer Rücksicht zu nehmen oder zu antizipieren, was anderen gefallen könnte. Wir selbst sind dabei unsere größten Kritiker. Wir fordern uns alles ab, achten aber auch darauf, dass der Spaß nicht zu kurz kommt. Losgelöst von Genre-Fragen oder individuellen Vorlieben vertrauen wir auf unseren Geschmack und das, was uns gefällt.“

Heißt konkret, dass die Kalifornier mit voller Absicht auf extreme Brutalität, handwerkliche Frickel-Höchstleistungen und nicht zu viel Beatdown-Mosh, der jeweils nur der Auflockerung halber eingestreut wird, setzen: „Es gibt keine Faustformel oder Regel, die ich benennen könnte oder an die wir uns immer halten,“ so der Shouter. „Bei uns dreht sich ja alles um Musik. Auf Tour müssen wir uns jeden Tag neu beweisen und bauen hier und da kleine Variationen ein. Beim Songwriting wollen wir voran kommen und über das Gewesene hinaus gehen. Da ist es eine logische Konsequenz, dass wir uns nicht wiederholen und neue Songs anders klingen. Solange wir als Musiker individuell auf den Instrumenten besser werden und die handwerklichen Fähigkeiten mit dem Wunsch kombinieren, möglichst viel Spaß zu haben, wird es immer so weiter gehen.“ Die Band aus San Diego legt anno 2011 extrem-gewichtig nach und unterstreicht, dass sie ihr Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft hat. Scott Lewis sieht das ebenso:

„Unabhängig von der obligatorischen Beteuerung, dass unsere neue Platte natürlich unsere beste ist, kann ich rein vom Gefühl her sagen, dass ich mit „Until I Feel Nothing“ überaus glücklich bin. Wir lernen von Album zu Album und setzen jeweils an den Punkten an, die wir beim Vorgänger als nicht ideal angesehen haben. Nach sieben Jahren und drei Platten beweisen wir auch mit unserem vierten Studio-Werk, dass wir nicht still stehen und unseren Sound weiter veredeln können. Wir wissen um unsere Stärken und arbeiten daran, diese weiter auszubauen und noch besser zur Geltung zu bringen. Was den Sound von CARNIFEX besonders auszeichnet, kann ich nicht einmal mit Bestimmtheit sagen. Es ist das gesamte Paket. Wer uns kennt und mag, wird auch an „Until I Feel Nothing“ so viel Spaß haben, wie wir selbst. Es besitzt all die Qualitäten, für die wir bekannt sind, und noch etwas mehr.“

 
 Links:
  myspace.com/carnifexmetal
 
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