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Black Tusk

Storie von: arne, am 30.10.2011 ]

Was BLACK TUSK selbst als Swamp Metal bezeichnen, umschreibt einen ungeschönten, kratzigen Sound zwischen Sludge, Hardcore, Southern/Hard Rock und Heavy Metal. Als Klammer fungiert auf dem zweiten Album der Band für Relapse Records wiederum die punkige Attitüde des Dreiergespanns aus Savannah, Georgia. Live spielen die Musiker ihr Publikum an die Wand, und „Set The Dial“ spiegelt das adäquat wider.

 
„Die Tour mit Howl war fantastisch und wahrscheinlich die beste, die wir bislang überhaut gespielt haben,“ äußert sich Sänger und Gitarrist Andrew Fidler auf die Stippvisite aus dem Februar 2011 angesprochen: „Es ist unsere erste Tour in Europa überhaupt gewesen. Deshalb haben wir nichts erwartet. Zu sehen, dass die Leute unsere Veröffentlichungen und unsere Songs kannten, und wie sie auf uns auf den Konzerten reagiert haben, war unglaublich. Mit solch einem Zuspruch haben wir nicht gerechnet. Die Leute waren so enthusiastisch und dankbar, dass wir endlich zu ihnen gekommen sind. Sobald es uns möglich ist, werden wir die nächste Tour bei euch spielen. Momentan sieht es nach Januar oder Februar 2012 aus.“ Auf Platte und live zeichnen sich BLACK TUSK durch unglaublich viel Energie, schleppendes Rollen und einen derben Groove aus, der nicht so schnell wieder aus dem Ohr geht:

„In den Staaten hängt es stark davon ab, wo wir spielen,“ benennt der Frontmann die Unterschiede in der Rezeption seiner Band zwischen Europa und den USA: „Natürlich gibt es Gegenden, in denen man uns kennt und schätzt. Schwierig ist es meistens dann, wenn wir zum allerersten Mal überhaupt irgendwo hinkommen. Die Leute stehen dann häufig nur herum und zeigen nicht die kleinste Reaktion. Das ist in Europa ganz anders gewesen. Jeden Abend haben wir gesehen, dass es den Leuten gefallen hat. Als Musiker will man ja direktes Feedback. Die Rückkopplung mit dem Publikum ist gerade auf Konzerten Teil der Musik. Wie wollen schließlich gemeinsam mit den Leuten abrocken, denn das macht für uns einen Teil des Spaßes aus, den wir haben. Von meinen Erfahrungen her scheinen die Leute in Europa insgesamt offener zu sein und allen Bands eine faire Chance einzuräumen. Natürlich muss man gut sein und sie überzeugen, doch es gibt keine Vorverurteilungen, was hier in den Staaten an der Tagesordnung ist.“ Für BLACK TUSK läuft es dennoch zunehmend gut. Das Interesse am Trio aus Savannah, Georgia steigt stetig, seit es auf Relapse unter Vertrag ist: „Für viele Leute sind wir erst mit „Taste The Sin“ auf der Bildfläche erschienen,“ weiß Andrew. „Was davor gewesen ist, haben sie gar nicht mitbekommen. Dafür hat sich unser Relapse-Einstand schon richtig gut geschlagen. „Set The Dial“ erfährt nun automatisch mehr Beachtung. Die Leute freuen sich, dass es eine weitere Platte von uns gibt. In der Vergangenheit haben wir presseseitig kaum stattgefunden. Seit dem Signing hat sich das schlagartig geändert, nicht nur was Interviews anbelangt. Die vielen Reviews haben uns gefreut. Gerade auch deshalb, weil so viele wohlwollende darunter waren. Daran knüpfen wir gerade an. Das Feedback bislang ist ausnahmslos positiv.“



Kult-Produzent Jack Endino (u. a. Nirvana, Soundgarden, High On Fire und Skeletonwitch) hat das impulsive, rohe Wesen des Band-Sounds ja auch repräsentativ eingefangen. Das Zweitwerk von BLACK TUSK für Relapse ist ein kratziges, unbequemes Rock-Album, das Fans von Mastodon, Weedeater, Baroness, High On Fire, Kylesa, The Sword, Thin Lizzy, Black Sabbath, Melvins, EyeHateGod und Saviours bestens ins Ohr gehen wird: „Unsere Hörerschaft bildet inzwischen weitaus mehr als nur das Spektrum unserer Musik ab,“ zeigt sich der Gitarrist und Shouter erfreut. „Da sind Heavy Metal- und Hardrock-Hörer, Punk-Kids, Rock-Fans und was-weiß-ich-wer. Es ist nicht unser Ziel gewesen, möglichst unterschiedlichen Geschmäckern zuzusagen, aber dass das nun der Fall ist, gefällt uns natürlich sehr. Wir selbst haben auch breit gefächerte Interessen und schätzen die Gruppen, die nicht puristisch an einem Stil kleben, sondern verschiedene Einflüsse zusammen bringen und etwas Eigenes erschaffen. Genau das wollen wir auch tun. Man kann es nie allen recht machen. Wenn man so breit aufgestellt ist, wie wir, erhöht sich allerdings die Chance, dass mehr Leute Zugang zu einem finden.“

Authentizität und Hingabe sind dabei die Schlüssel zum Erfolg im Heavy-Underground. Das Trio aus Savannah stellt auf „Set The Dial“ vornehmlich auf rotziges Rollen und beste Downtunes ab. Und auch der Kompromiss zwischen Retro-Kante und sumpfig-staubigem Rollen – kein Widerspruch! – ist von BLACK TUSK bestens gelöst: „Es gibt nichts Wichtigeres, als das zu spielen, was man will, und dabei auf seine Intuition zu vertrauen. Die Leute hören es sehr schnell, wenn man sich verstellt und ohne Leidenschaft agiert. Im Songwriting gibt es keine Formel, an die man sich halten kann, doch ohne Authentizität geht es in keinem Fall,“ bestätigt Andrew Fidler. „Gleichfalls muss man von dem, was man spielt, überzeugt sein. Ist man selbst nicht voll und ganz zufrieden, lassen sich auch die Leute nicht abholen. Wer diese einfachen Regeln beherzigt, macht meiner Meinung nach alles richtig und wird als Musiker ernst genommen. Der persönliche Geschmack ändert sich mit der Zeit und vielleicht auch die Art und Weise, wie man an das Songwriting heran geht. Was bleibt, sind die Einstellung zum eigenen Musizieren und die zugrunde liegende Leidenschaft. Wenn man ihnen folgt, werden die Hörer auch mögliche Stilbrüche nachvollziehen. Als Musiker muss man schließlich voran schreiten und immer wieder neue Dinge ausprobieren.“

Der Sound des Dreiergespanns ist einer beständigen Veränderung unterworfen, denn der Swamp Metal von BLACK TUSK basiert vor allem auf Emotionen, wie der Frontmann berichtet: „Wir schätzen die Tatsache, dass wir alles zusammen als Band machen. Es gibt nicht nur eine Person, die die Songs schreibt, sondern wir tun es gemeinsam. So bringt jeder von uns seine Individualität ein und kann den Songs seine persönliche Note mitgeben. Das bereichert die Songs und stärkt die gesamte Band. BLACK TUSK sind eine Einheit, die voll und ganz in ihrer Musik aufgeht. Das zeigt sich sehr deutlich auf „Set The Dial“, denn gerade deshalb ist es so intensiv.“

 
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