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Three

Storie von: arne, am 27.10.2011 ]

AUCH DAS IST WOODSTOCK. Mit der Gemeinde im Bundesstaat New York verbindet man vor allem das Festival, das vor 40 Jahren stattgefunden hat. Die Rock-Visionäre von THREE übersieht man. Dabei ist mit „The Ghost You Gave To Me“ gerade ein weiteres tolles Album des Quartetts erschienen.

 
Der Schlüssel zum Verständnis der Musikalität der Band liegt in der bauchgesteuerten Anlage der Songs. Die Musiker verstehen sich darauf, partiell zu frickeln und verkopft zu agieren, doch sie wissen auch um die Wirkung von Melodien und hymnischer Tendenzen, die für die Nachhaltigkeit so wichtig sind. Es ist kein Muss, sich in die Untiefen der Tracks einzuarbeiten, doch es sei ausdrücklich empfohlen. Neben der generellen Anmut und Rockigkeit fließen bei THREE immer auch handwerkliche Raffinesse und spannende Hintergedanken ein, die den Reiz erhöhen: „Nicht jeder Hörer ist so aufgeschlossen, wie wir es sind, was sehr frustrierend sein kann,“ entgegnet Sänger und Gitarrist Joey Eppard. „Die Leute wollen einen klassifizieren und in Schubladen stecken. Für uns ist es gleich doppelt schlimm, weil nicht jeder für unsere Band bereit ist. Die, die es sind, werden von unseren Songs dafür umso mehr inspiriert, was ein schönes Gefühl ist. Ich bin schon zufrieden, wenn unsere Musik den Alltag der Leute, die sie hören, ein wenig besser macht.“

Ob THREE dabei nun Post-, Prog- oder Retro-Rock – oder gar Metal – spielen, ist von nachrangiger Bedeutung: „Unsere musikalische Philosophie basiert darauf, dass wir uns ganz bewusst Raum zum Wachsen lassen. Progressive ist die Bezeichnung, die uns am häufigsten begegnet und die wir im Herzen tragen. Wir hängen aber nicht verschiedene Parts aneinander, nur um anspruchsvoll oder kompliziert aufzuspielen.



Progressiv kann man auch auf andere Art und Weise sein, etwa wenn man sich auf Sprachbilder, Melodien, Strukturen und die kleinen Feinheiten konzentriert. Letztlich gibt jeder Song vor, was in seinem Kontext progressiv ist. Dass kürzere auch die besseren Tracks sein können, muss man lernen und akzeptieren. In der Kunst geht es darum, sich selbst zu fordern und weiter zu entwickeln. Im besten Fall verknüpfen die Leute ein Bild mit einer Band und folgen ihrer Entwicklung. Musik hat schon immer die Kraft besessen, das Bewusstsein von Menschen, ob nun Hörern oder Musikern, zu erweitern. Eine größere Wirkung kann ich mir nicht vorstellen.“

THREE haben „The Ghost You Gave To Me“ bewusst deutungsoffen belassen, so dass Interaktion und Reaktionen vorprogrammiert sind: „Das Album sollte vom kompositorischen Standpunkt her weniger konventionell und dennoch songdienlich und verbindend orientiert ausfallen,“ erzählt Joey Eppard. „Untereinander haben wir uns angestachelt, verrücktere Dinge zu spielen. Zusätzlich haben wir mit den Vocals experimentiert und noch mehr Wert darauf gelegt, unser Live-Feeling einzufangen. Einer meiner Mentoren, Gary Shider von P-FUNK, hat mir eingebläut, dass ich im Studio immer genauso leidenschaftlich und kraftvoll wie auf der Bühne spielen und singen muss. Viele Musiker verwenden im Studio viel Zeit darauf, die vermeintlich richtigen Einstellungen zu finden. Was dabei herauskommt, klingt oft dennoch nicht natürlich und hat mit dem unverfälschten Moment, der eigentlich aufgezeichnet werden sollte, nichts mehr zu tun. So etwas passiert uns nicht. Wir sind immer mit voller Leidenschaft bei der Sache und nehmen es gerne in Kauf, nicht perfekt zu klingen.“

 
 Links:
  http://theband3.com/
 
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