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As I Lay Dying

Storie von: arne, am 18.10.2011 ]

Was Tim Lambesis & AS I LAY DYING in zehn Jahren auf die Beine gestellt haben, ist mehr als beachtlich. 2001 gegründet ging es direkt mit den ersten beiden Veröffentlichungen für Pluto Records – dem Debüt „Beneath The Encasing Of Ashes“ und der Split-CD mit American Tragedy – richtig gut los. Schnell folgte das Signing auf Metal Blade und der Rest ist Geschichte. Heute zählt das MetalCore-Quintett aus Kalifornien zu den ganz Großen seiner Zunft und erfreut sich auch unter Modern-/Melo-Death-Metallern großer Beliebtheit. Da ist es nur legitim, das Jubiläum gemeinsam mit den Fans zu feiern.

 
Von ihren fünf Studio-Alben hat die Band aus San Diego allein in den Staaten mehr als eine Million Einheiten abgesetzt. Sogar eine Grammy-Nominierung steht zu Buche. Das ist kaum zu glauben, wenn man auf die Startphase zurück schaut: „Bei uns fing es so an, wie bei allen anderen Gruppen auch,“ erzählt Frontmann Tim. „Mit AS I LAY DYING wollten wir die Musik spielen, die uns interessierte und bewegte. Mit grenzenloser Leidenschaft und Motivation haben wir für die Band alles gegeben, um uns all denen vorzustellen, die uns eine Chance einräumten, aber auch all denjenigen, die eigentlich kein Interesse an uns hatten. Bis heute ist es unser Ziel, unsere Hörer zum Reflektieren und Nachdenken anzuregen. Sinnfreie, langweilige Texte sind uns zu wenig. Allgemeinplätze wie „Warum bist du dir sicher, dass das, woran du glaubst, richtig ist?“ oder „Müsstet du nicht dein Leben ändern, um Glück und Erfüllung zu finden?“ kamen nicht in Frage. Wir gehen tiefer und hinterfragen persönliche Motive und Themen wirklich. Daneben gehen wir alle Konzerte mit maximaler Energieleistung an, um Eindruck zu hinterlassen. Daran hat sich bis heute nichts verändert. Wir sind dieselben Typen, die das machen, was sie lieben – allerdings zehn Jahre älter.“

…und in einer heute weitaus komfortableren Situation, was das „Drumherum“ anbelangt. Die Kalifornier wissen das professionelle Umfeld zu schätzen, das es ihnen ermöglicht, sich voll und ganz auf die Musik zu konzentrieren: „Die letzten zehn Jahre sind wie im Flug vergangen, doch so schnell verlief unser Aufstieg im Rückblick auch wieder nicht,“ erinnert sich Tim. „Viele Leute denken, wir seien ohne Vorgeschichte auf den Plan getreten, was nicht stimmt. Bevor wir bekannt wurden, haben wir einige Jahre lang DIY-Touren gespielt und die harte Schule genossen. Der Eindruck, dass wir schnell durch die Decke gegangen sind, resultiert aus den sich überstürzenden Ereignissen zwischen 2004 und 2007, als die gesamte Metal-Szene auf einmal im Fokus stand. Die ganze Arbeit im Vorfeld fand ohne Presse-Begleitung statt, so dass sich alles unter dem Radar abspielte. Den einen Tag bist zu einer befreundeten Gruppe und in ihrer Stadt aufgetreten. Beim nächsten Mal organisiertest du eine Show für sie. Auf diese Art und Weise haben wir etliche Jahre überbrückt, in denen wir von einer Booking-Agentur und der Unterstützung eines Labels nur träumen konnten. Viele Bands stehen das nicht lange durch und geben auf. Deshalb sind wir glücklich, zehn Jahre am Ball geblieben und noch immer da zu sein. Was die Zukunft bringt, wird sich zeigen. Unser Plan ist es, wie bisher weiter zu machen – also Platten zu veröffentlichen und zu touren.“


Die Fans werden AS I LAY DYING weiterhin unterstützen. Mit ihrer ausgewogenen Mischung aus Hart und Zart haben sich Tim Lambesis & Co. eine treue Anhängerschaft erspielt: „Musik ist eine sehr persönliche Angelegenheit, sowohl für die Fans als auch uns Musiker. Einer engen Verbindung kommt deshalb eine hohe Bedeutung zu. Man muss sie pflegen und vertiefen. Wir wollten schon immer mehr von unseren Persönlichkeiten offenbaren. In den ersten Jahren war das allerdings nur eingeschränkt möglich, weil wir etliche Line-Up-Wechsel hatten und zu sehr damit beschäftigt waren, die Band überhaupt am Laufen zu halten. Inzwischen ist unser Line-Up seit fünf Jahren stabil und gefestigt, so dass wir uns endlich auch nachhaltig der Vertiefung der Beziehung zu unseren Fans widmen können. Es ist uns ein Anliegen, dass sie uns besser kennen lernen, um unsere Musik besser zu verstehen.“ Eine Leistung aus zehn Jahren AS I LAY DYING ist es auch, neue Hörer an den Metal heran geführt zu haben, weil die Kalifornier gerade nicht das „typische“ Bild einer Metal-Band bedienen: „Die Metal-Ästhetik, wenn man sie auf das Image bezieht, ist gestorben, als sich Metallica ihre Haare abgeschnitten haben. Ernsthaft, obwohl es an sich keine schlimme Sache ist. Ich vermute, Metallica wollten beweisen, dass es keine Rolle spielt, wie man aussieht, um guten Metal zu spielen. Leder, lange Haare, was auch immer – am Ende kommt es auf die Musik an. Es gibt längst viele Gruppen, die wie wir mit einer anderen Mentalität antreten. Killswitch Engage, Unearth, Lamb Of God, All That Remains und viele andere sind tolle Metal-Bands, ohne irgendwelchen Metal-Klischees gerecht zu werden. Wir alle streben danach, verrückte Riffs und abgefahrene Drum-Beats zu spielen.“

Gewohnt ehrlich und mit wilden Emotionen geht es durch das Jubiläums-Release „Decas“, das sich aus drei neuen Tracks, einigen Cover-Songs sowie Remixen befreundeter Künstler zusammen setzt: „Mit dem Material haben wir die Grenzen unseres Sounds erweitert, ohne uns von unserem traditionellen Stil weg zu bewegen,“ rekapituliert der Shouter. „Die Cover einzuspielen, hat viel Spaß gemacht. Songs, die man liebt und verehrt mit einer kleinen eigenen Note zu versehen, fühlt sich toll an. Hoffentlich sind wir den Originalen gerecht geworden. Remixe von uns gab es in dieser Form noch nicht, insofern hatte ich keine klaren Erwartungen. Es ist interessant, ein ganz anderes Sub-Genre kennen zu lernen und zu hören, welche Elemente unserer Songs die Künstler sich für ihre Interpretation heraus gepickt haben. Mehr kann ich zu den Remixen nicht sagen.“

Benjamin Weinman (The Dillinger Escape Plan), Kelly Cairns (Austrian Death Machine, War of Ages) und Big Chocolate (Asking Alexandria, Iwrestledabearonce, Suicide Silence) drehen AS I LAY DYING durch den Remixer, während sich Tim Lambesis & Co. Stücke von Slayer, Judas Priest und den Descendents vornehmen: „„Decas“ soll uns und unsere Fans feiern. Es soll anregen, kurz zu verweilen und sich darüber klar zu werden, dass wir seit nunmehr zehn Jahren aktiv sind. Für uns ist es aber gleichfalls ein Startpunkt. Wir blicken voller Erwartung in die Zukunft, indem wir das Beste aus dem Jetzt machen und gleichzeitig unsere Geschichte ehren. Vor allem aber ist es ein Dankeschön an unsere Fans.“ Happy Anniversary!

 
 Links:
  asilaydying.com/
 
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