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Cipher System

Storie von: arne, am 15.09.2011 ]

Der zweite Anlauf von CIPHER SYSTEM ist mehr als nur willkommen. Sieben Jahre nach dem fabelhaften Debüt „Central Tunnel Eight“ präsentieren sich die Schweden auf „Communicate The Storms“ wiederum als findige, inspirierte Modern-Metaller. Die Musiker geben sich jederzeit hart und technisch orientiert, doch gleichzeitig setzen sie catchy Hooklines und erinnerbare Refrains, die direkt ins Ohr gehen und nachhaltig begeistern.

 
„Nach dem Aus von CIPHER SYSTEM habe ich zwei Platten mit Nightrage veröffentlicht und bin mit ihnen durch Europa, Skandinavien und die USA getourt,“ erzählt Bassist Henric über seine Betätigungsfelder zwischen den beiden Alben der Band. „Einer der früheren Nightrage-Sänger startete ein Projekt mit Johann als Gitarristen, dessen Entwicklung ich immer im Auge behalten und interessiert verfolgt habe. Später ist dieses Projekt als Dead By April bekannt geworden, doch als ihr Sound immer poppiger und weniger Metal wurde, verlor Johan seine Motivation. Genau zu diesem Zeitpunkt trat ich mit dem Vorschlag an ihn heran, mit CIPHER SYSTEM von vorne zu starten. 2008 begannen wir, erste Ideen zu entwickeln und passende Musiker zu suchen. Als wir im letzten Jahr auf Sänger Karl stießen, waren wir endlich komplett und nun erscheint „Communicate The Storms“.“

Die schwedische Band gründete sich vor 15 Jahren und absolvierte ihre ersten Schritte noch als Eternal Grief. Eine Umbenennung, zwei Demos und eine Split mit den Landsleuten von By Night später erschien 2004 das Vollzeit-Debüt der Gruppe via Lifeforce Records. „Central Tunnel Eight“ schlug unter Anhängern des modern-melodischen Death Metals skandinavischer Prägung einer Bombe gleich ein, und CIPHER SYSTEM wurden in den höchsten Tönen gelobt. Doch wie so oft: Die Musiker schafften es nicht auf Tour, Personal, Zeit und Motivation kamen abhanden und irgendwann lag die Band auf Eis. Unverhofft ging es dann doch weiter:

„Johan und ich wollten wieder zusammen Musik machen. Das ist die große Geschichte. Wir sind heute ebenso motiviert wie zu den Zeiten des ersten Albums und wollen es im zweiten Anlauf wirklich wissen. Die Umstände und eine nicht ideale Band-Konstellation haben es uns einst verwehrt, das umzusetzen, was wir uns vorgenommen hatten. Heute sind wir bereit, alles zu tun, was nötig ist, und die Verantwortung zu übernehmen. Zunächst versuchten wir es im originalen Line-Up, doch das funktionierte nicht. Mit Karl als Sänger, Emil an den Drums und Andreas als zweitem Gitarristen haben wir nun eine optimale Besetzung, in der wir uns stark und selbstbewusst fühlen. Auch deshalb haben wir „Communicate The Storms“ selbst aufgenommen. Und ernsthaft, wir wollen auf Tour gehen und uns unseren Platz im Business auf die harte Tour verdienen. Wir sind eine Band, die ernst genommen werden will und kein Studio-Projekt. Nach 15 Jahren im Metal bin ich allerdings realistisch genug, zu wissen, dass Veränderungen im Line-Up auf absehbare Zeit unvermeidlich sind. Dennoch hoffe ich, dass CIPHER SYSTEM in der jetzigen Besetzung noch lange bestehen bleiben werden. Es passt einfach, und ich weiß, dass wir großes erreichen können.“



Dem ist angesichts einer solch starken Platte wie „Communicate The Storms“ nur zuzustimmen, so dass Henrics Beleg für die Qualität des Materials absolut nachvollziehbar ist:


„Über die Jahre hatte ich die Gelegenheit, mit einigen Top-Musikern der Metal-Szene zu spielen; etwa Tompa von At The Gates, Gus G von Ozzy und Firewind, Marios von Nightrage, Fotis von SepticFlesh und Christian von Obscura. Dabei habe ich gelernt, wie man erkennt, was wirklich gut und herausragend ist. Johan, der alle Songs für CIPHER SYSTEM schreibt, ist einer der talentiertesten und besten Gitarristen, den ich jemals getroffen habe. Hilfreich ist es zudem, dass wir eine klare Vision unseres Stils haben und wissen, was wir erreichen wollen. Noch besser wird es dadurch, dass wir uns keinen Regeln beugen, sondern einfach unseren Herzen folgen. „Communicate The Storms“ setzt den Sound von „Central Tunnel Eight“ fort und gibt ihm lediglich partiell eine andere Note. Die größte Neuigkeit ist es, das Johan auch ein guter Sänger ist und die Clean-Vocals übernimmt. Diese setzen wir mit jedoch Bedacht ein und nur dort ein, wo es sinnvoll ist.“ Das Zweitwerk der Schweden ist ein Plädoyer für die Kraft und die Durchschlagskraft, die sich aus der Kombination von Härte, Melodie und Eingängigkeit entwickeln können, wenn die aufspielenden Musiker die nötige Kreativität und ein reifes Händchen im Songwriting mitbringen. Das ist bei CIPHER SYSTEM der Fall: „Wir lieben melodischen Metal, sei es nun Black, Death oder Progressive,“ erzählt der Bassist.

„Einflüsse aus verschiedenen Stilen finden auf unserem Album natürlich zusammen. Auch wenn man es heute nicht mehr hört, sind wir einst als Band gestartet, die sich an Morbid Angel und Dissection orientierte. Über die Zeit sind wir zusehends melodischer geworden. Circa 2001 haben wir dann unseren Sound gefunden, den wir in der Folge nur noch graduell weiterentwickelt haben. Als Johan und ich wieder loslegten, haben wir kurz darüber nachgedacht, unter einem neuen Namen ganz von vorn zu starten. Über die Jahre haben die Fragen von Fans auf der ganzen Welt jedoch niemals nachgelassen. Deshalb haben wir die zweite Runde für CIPHER SYSTEM eingeläutet.“

Und dieses Mal werden Johan, Henric & Co. durchziehen, verspricht der Bassist: „Damals nicht nachzulegen, war keine leichte Entscheidung, doch leider gab es keine andere Option. Deshalb lautet unsere Devise nun: Besser spät als nie! Wir wissen, dass es noch immer klappen kann. Unser Debüt ist 2004 fast zeitglich mit einem Album von The Haunted erschienen. Ich erinnere mich noch gut daran, dass wir fast überall bessere Reviews als sie bekommen haben. „Central Tunnel Eight“ bedeutet mir nach wie vor sehr viel, doch ich bin davon überzeugt, dass „Communicate The Storms“ ein qualitativ noch besseres Album ist. Wir wären nicht damit zufrieden, wenn wir exakt dasselbe täten, was andere auch tun oder wir uns wiederholen würden. Mit diesem Anspruch ist ein Album entstanden, das jeden Hörer gewinnen wird, der melodischen Death Metal mag. Am Ende des Tages gibt es jenseits aller Genres aber nur zwei Arten von Musik – gute und schlechte. Für CIPHER SYSTEM nehme ich in Anspruch, dass unsere Songs zum guten Lager zählen.“

 
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