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Dampfmaschine

Interview von: arne mit Dampfmaschine, am: 27.08.2011 ]

Summa summarum ist das Quintett, das heute als DAMPFMASCHINE firmiert und früher Good Witch Of The South hieß, seit 16 Jahren in Sachen Rock’n’Roll unterwegs und nach wie vor mit Motivation und Spaß bei der Sache. Auch das Selbstbewusstsein der Osnabrücker ist mit der Zeit gewachsen. Kurzerhand erklärt man sich zur Religion und fordert mit dem Titel des neuen Albums „Bete zur Maschine“. Wer derart arschtretende, verdichtete Heavy-Rock-Hymnen im Programm führt, darf so etwas. Und die DAMPFMASCHINE kann es auch.

 

Musicscan: In meinem Review habe ich hinsichtlich des Sounds von einer „Mixtur aus Großspurigkeit und Genialität zwischen punkigem Schweine- und dreckigem Heavy-Rock“ geschrieben. Fühlt Ihr Euch so halbwegs treffend wieder gegeben, und wie verteilen sich 100% zwischen „Großspurigkeit und Genialität“?

Dampfmaschine: Da hast du dir ja schon ein bisschen den Kopf zerbrochen. Das ehrt dich. Doch die Wahrheit ist, wir haben selber keine Ahnung, wie wir das nennen oder beschreiben sollen. Das überlassen wir den anderen und erstaunen uns an deren Kreativität. Jemand schrieb mal, wir klingen wie Turbostaat in den Arsch gefickt, auch nicht schlecht, oder?

Musicscan: Wie stellt Ihr sicher, dass die DAMPFMASCHINE auf der Bühne und im Studio stets auf Hochtouren läuft und die Luft nicht raus geht? Gerade bei einer derart emotionalen und energiegeladenen Mixtur darf die Spannung ja nie nachlassen und der Spaß-Faktor muss hoch bleiben?

Dampfmaschine: Wir sind da einfach so. Aus einer Schnarchnase wird man ja auch keinen Iggy Pop zaubern können. Außerdem können wir uns hervorragend selbst abfeiern. Und natürlich ist die Maschine stets bestens geölt.

Musicscan: Ihr seid u. a. mit Smoke Blow, Reagan Youth, Adolescents und Karma To Burn getourt. Welche dieser Bands hat Euch warum besonders beeindruckt, und was habt Ihr Euch ggf. für die eigene Band abgeschaut – z.B. Attitüde, Entertainer-Qualitäten, Umgang mit dem Publikum, Professionalität,…?

Dampfmaschine: Beeindruckt haben uns sicherlich alle Bands irgendwie, ob positiv oder negativ. Doch besonders Smoke Blow, die uns das 1x1 des Punkrock lehrten, sind hier hervorzuheben. Oder aber die Ärzte, die uns die Chance gegeben haben, ein Stadion mit 2 x 30.000 Menschen zu rocken. Andersrum gibt’s da auch Bands, wo man nur denkt, wenn es soweit mit uns ist, lösen wir uns auf.

Musicscan: Die neue Platte ist eine Ansammlung von arschtretenden, verdichteten Heavy-Rock-Hymnen. Fast könnte man den Eindruck gewinnen, dass Ihr nach all den Jahren wirklich nur noch maximalen Spaß haben wollt. Gibt es einen Track, der Eure Attitüde prägnant auf den Punk(t) bringt? Welcher Ansatz liegt Eurem Band- Schaffen zugrunde?

Dampfmaschine: Ich denke Ad Hoc Rock spiegelt unser Bandschaffen schon sehr gut wieder. Den Song hattest du bestimmt auch im Kopf. Im Endeffekt geht es darum einfach zu machen, sich nicht ständig den Kopf über alles zu zerbrechen, sondern mit gutem Gefühl ran an die Sache. Man kann ja nur lernen.

Musicscan: Gleichfalls scheint Euch wichtig, roh, direkt und ungestüm nach vorne zu spielen. Ist es Euch dabei gelungen, auf der Platte Euren Live-Sound zu bannen? War das überhaupt Ziel?

Dampfmaschine: Natürlich soll die Platte auch unseren Livesound widerspiegeln, doch das vordergründige Ziel war es nach der „i love my body“, welches wir in einem Take aufgenommen haben, ein Studioalbum zu produzieren, mit kleine Nuancen fürs Hören zuhause. Is ja auch nicht schön, wenn man Live einen Sound auffährt, der dem auf der Platte in keinster Weise gerecht wird. Ich denke, da wurden schon einige enttäuscht in ihrem Leben.

Musicscan: Die landläufigen Klischees von Sex, Drugs und Rock’n’Roll – was gibt es über diesen Dreiklang im Kontext der DAMPFMASCHINE zu sagen? Gibt’s diese legendäre, berüchtigte Trilogie heutzutage noch, oder kokettieren die Gruppen damit nur noch? Ihr?

Dampfmaschine: Also wenn, nur privat und ansonsten breit gefächert, einer gar nichts, der andere alles.

Musicscan: Unter all der Lockerheit und den treffsicheren Tracks verstecken sich natürlich auch Verinnerlichung des Stils, den Ihr spielt, und Routine. Passiert es Euch bisweilen, dass Ihr als Musiker unterschätzt werdet, und sich die Leute von Spaß und Show ablenken lassen? Oder ist das ein bewusst arrangierter Schachzug?

Dampfmaschine: Keine Ahnung, ob wir als Musiker unter- oder überschätzt werden. Ich meine einem Gitarristen fehlt der Ringfinger an der Greifhand und der war auch noch der einzige, der überhaupt Unterricht hatte. Die Leute sollen einfach ihren Spaß haben, dabei können und sollen sie denken, was sie wollen.

Musicscan: Textlich kommt natürlich ein dickes Augenzwinkern durch, dennoch würde mich interessieren, ob Ihr auch auf Leute trefft, die das für bare Münze nehmen? Was wird überhaupt für Feedback auf Konzerten und Band-Seiten im Internet an Euch heran getragen?

Dampfmaschine: Ich glaube unser Texter Winkelkopf würde den ersten Teil dieser Frage so nicht akzeptieren, von daher zum 2. Teil. Wir werden da relativ abgeschirmt. Kriegen nur die positive Kritik zu hören, wobei es tatsächlich auch selten schlechte Feedbacks gibt.

Musicscan: Da Ihr den Vergleich anstellen könnt: Reagieren die Leute unterschiedlich, wenn man als deutsche Band mit englischen oder mit deutschen Vocals antritt? Wie unterscheidet sich das? Worauf springen die Leute "besser" an?

Dampfmaschine: Da deutsche Texte ja auch im Rockbereich längst salonfähig geworden sind, reagieren die Leute positiver auf deutsche Texte. Ist alles ein bisschen greifbarer als noch zu Goodwitch Zeiten, und somit auch die Identifikation höher. Die Zahlen sprechen für sich.

Musicscan: Worauf darf man sich von der DAMPFMASCHINE in nächster Zukunft freuen?

Dampfmaschine: Natürlich auf geile Liveshows im Rahmen unserer Bete zur Maschine Tour, die ab Oktober beginnt, und obwohl die Scheibe gerade erst veröffentlicht wurde, arbeiten wir im stillen Kämmerchen bereits am nächsten Longplayer, der dann sicherlich das I unter dem Tüpfelchen wird.

 
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