Go There
INFOS > Interviews-Stories > Details
/ 1 2 3 6 A B C D E F G H I J K L M N O P R S T U V W X Y Z [
Interviews/Stories gesamt: 1698

Crocell

Storie von: arne, am 01.08.2011 ]

Die Dänen von CROCELL fackeln nicht lange und positionieren sich als technisch orientierte Death Metal-Kapelle, die darauf aus ist, roh und old schoolig zu brettern. Selbst die Groove-Parts von „The Wretched Eidola“ gibt es niemals ohne maximale Brachialität und mitschwingende Aggression. Dank der so kreierten Spannung entwickelt sich das Zweitwerk des Quintetts als bissiges, gemeingefährliches Album.

 
„Obwohl CROCELL bereits seit 2007 bestehen, verstehe ich uns keinesfalls als etablierte Band,“ meint Gitarrist Smukke Ken. „Wir stehen nach wie vor am Anfang und versuchen, die Leute auf uns aufmerksam zu machen. Wir bieten die von uns präferierte Version des Death Metal an, doch natürlich gibt es etliche Substile und unterschiedliche Vorlieben. Aus diesem Grund schauen wir allein auf unseren Geschmack und spielen den Death Metal, den wir favorisieren. Wenn Leute nach den Shows zu uns kommen und sagen, dass sie unsere Songs schätzen, freut uns das. Letztlich will ja jede Band auch gehört und gemocht werden. Was wir treiben, ist aber wirklich kein großes Geheimnis. Wir schreiben Songs in der Tradition der skandinavischen Szene und achten darauf, dass sie catchy ausfallen und stimmig geschrieben sind. Einen darüber hinaus gehenden Plan verfolgen wir nicht.“

Gelegentlich gehen CROCELL auch in den Thrash und Black hinein, doch die Dominanz des Death Metal ist den fünf Musikern hörbar wichtig. Zurück nehmen sich die Dänen zu keiner Zeit, also gibt es ein ums andere Mal heftige Death-Salven: „Wir sind bodenständig und realistisch. Zunächst versuchen wir deshalb, unsere Hausaufgaben so gut wie möglich zu machen. Das heißt, dass wir gute Songs schreiben und eine Grundlage schaffen. Anschließend geht es zu den Leuten und in die Umsetzung der Songs auf der Bühne, die man mindestens genauso ernst angehen muss. Wir sind bereit, diesen harten Weg zu gehen. Deshalb haben wir bereits mehrere Europa-Touren gespielt, die uns seit der Bandgründung schon in mehr als zehn Länder geführt haben. Andererseits ist es wohl normal, dass Gruppen auf die Straße gehen und versuchen, außerhalb ihrer Stadt auf sich aufmerksam zu machen. Anders funktioniert es nicht.“

Das Quintett, in dessen Reihen aktive und frühere Mitglieder von Panzerchrist, Adversary, Compos Mentis und Demolition Inc. stehen, weiß, was es will und wie es seine Ziele erreichen kann: „Für CROCELL ist die Richtung von Beginn an klar gewesen, ohne dass wir intensiv darüber diskutieren mussten,“ so Gitarrist Smukke Ken. „Im Proberaum haben wir uns innerhalb kürzester Zeit auf den Death Metal verständigt, der nun auch wieder auf der neuen Platte zu hören ist. Wir wollen Niemanden kopieren und uns auch nicht von dem beeinflussen lassen, was populär ist. Der Geschmack der Leute ändert sich permanent. Daran darf an sich nicht orientieren. Man muss in sich hinein hören und erkennen, was man liebt. Als der MetalCore vor knapp zehn Jahren hoch kam, war es erschreckend, zu sehen, wie viele Bands auf einmal aufpoppten und diesen Stil ohne eigene Trademarks und Akzente imitierten. Fast alle klangen gleich, und doch ebbte die Welle lange Zeit nicht ab. Die frühen Sachen von Trivium, Unearth und Killswitch Engage mag ich auch heute noch, doch die Unzähligen Kopien hätten wirklich nicht sein müssen, wenn die Gruppen


darüber nachgedacht hätten, was sie da eigentlich machen.“

Anspruch, Vermögen und kritische Selbstüberprüfung müssen zusammen kommen, wenn Musiker darauf aus sind, eine eigene Handschrift zu entwickeln: „Es gibt immer wieder Bands, die beweisen, dass man Bestehendes hinter sich lassen und neue Metal-Sounds entdecken kann. Schau dir etwa Gojira oder Primordial an, deren Stil man zwingend als eigenständig und markant beschreiben muss. Beide Gruppen gibt es schon eine ganze Weile, und ihre Alben zeichnen sich von jeher durch eine besondere Stimmung aus, die sie von der Masse absetzt. Das beweist in meinen Augen, dass man immer noch neue und eigene Kombinationsmöglichkeiten finden kann.“ Mit CROCELL sind die Dänen ebenfalls darauf aus, als eigenständig wahrgenommen zu werden. Das gelingt dem Quintett auf seinem Zweitwerk „The Wretched Eidola“ schon deutlich besser: „Die Bandbreite, die wir zu bieten haben, drückt sich am besten in einem Song wie ,The Age Of Iron And Rust‘ aus,“ so der Gitarrist. „Dieses Stück startet schleppend, entwickelt sich zu einem wuchtigen Headbanger und wird dann straight durchgezogen. Dabei ist es aber auch catchy, weshalb es viel Spaß macht, diesen Song live zu spielen. Daneben haben wir auf dem Album Tracks, die eher atmosphärisch und düster gehalten sind und solche, die purer, geradliniger Death Metal sind. Hör dir etwa ,The Craven's Work‘ an. Die Mischung der Platte stimmt einfach. Im Unterschied zu unserem Debüt ist das Material dieses Mal durchdachter arrangiert, und wir haben auch die wichtigen Details nicht vergessen.“

Acht Monate nach der Veröffentlichung von „The God We Drowned“ starteten die Musiker damit, neue Songs zu schreiben, wobei sie davon profitierten, das sie gerade von einer Europa-Tour zurück gekehrt waren: „Die gespielten Shows haben uns dabei geholfen, unsere Richtung und Struktur noch klarer abzustecken und fokussierter zu arbeiten,“ bestätigt Smukke Ken. „Zusätzlich haben wir uns mehr Zeit genommen, das Material für „The Wretched Eidola“ zu schreiben. Und das, obwohl wir als Band gewachsen sind und wussten, wer was kann und wo unsere Stärken liegen. Bewusst haben wir Varianten der Songs getestet und mit einzelnen Passagen experimentiert. Das fertige Album profitiert davon, denn es ist tiefer und hat für die Leute mehr zu bieten.“ Hinsichtlich ihres Ansatzes sind CROCELL allerdings nach wie vor pragmatisch unterwegs, wie der Gitarrist ausführt: „Technik und handwerklicher Anspruch interessieren uns nicht, wenn wir Songs schreiben. Einige unserer Stücke sind schnell und aggressiv, andere werden stärker auf catchy Hooklines und wiedererkennbare Riffs abgestimmt. Letztlich muss man Abwechslung erschaffen. Bands, die allein auf Schnelligkeit und den technischen Aspekt fokussieren, geben mir nicht viel. Groove, Melodie und ein flüssiges Songwriting sind in meinen Augen mindestens ebenso wichtig.“

 
 Links:
  myspace.com/crocelldk
 
oben
Platte der Woche:

Die letzten Reviews:

  Downfall Of Gaia
  Optimist
  Breathe Atlantis
  Kadinja
  Kallejon/Callejon

Interviews/Stories:

  I Am Revenge
  Cortez
  Memphis May Fire

Shows:

  13.12. Death Angel - Ludwigsburg
  13.12. Mtv Headbangers Ball Tour 2018 - Ludwigsburg
  13.12. Sodom - Ludwigsburg
  13.12. Suicidal Angels - Ludwigsburg
  15.12. Die Art - Berlin