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All Shall Perish

Storie von: arne, am 25.07.2011 ]

„This Is Where It Ends“, den Titel der vierten Langrille von ALL SHALL PERISH, kann man unterschiedlich deuten. Harte Zeiten mit dem amerikanischen Staats-Bankrott vor Augen und den gesellschaftlichen Einschnitten als Folge der US-Immobilien- und Wirtschaftskrise verlangen nach einem rabiaten Soundtrack. Und dann ist da ja auch noch die Aussicht auf das Ende der Zivilisation in 2012, wie es schon vor Jahrhunderten prophezeit worden ist.

 
Wider Erwarten klärt Gitarrist Ben Orum jedoch darüber auf, das die Message weitaus simpler und positiver gefasst ist: „Genießt, was ihr habt. Schneller als man denkt, können sich euer Weltbild und alles, woran ihr glaubt, auf den Kopf stellen. Alles geht unweigerlich irgendwann zu Ende, weshalb man gerade die guten Zeiten umso intensiver auskosten muss.“ Bezüglich der neuen Platte der Band aus Oakland gilt es festzuhalten, dass sie musikalisch straff durchzieht und die verträglicheren Akzente des 2008er „Awaken The Dreamers“ deutlich zurückfährt. Das Quintett sucht sein Heil kontinuierlich in der Offensive und fährt eine Attacke nach der anderen:

„ALL SHALL PERISH haben sich mit keiner Platte wiederholt oder sich auch nur ansatzweise damit begnügt, nicht weiter zu kommen,“ so der Gitarrist zum eigenen Anspruch. „Was unsere Veröffentlichungen verbindet, ist die Tatsache, dass wir das schreiben und spielen, was sich richtig anfühlt und was wir lieben. Darüber hinaus muss es auf jedem neuen Album mehr und ein Stück weit anders und besser werden. Hinsichtlich „This is Where It Ends“ möchte ich insbesondere hervor heben, dass es unser bis dato wuchtigstes Release ist, das nach den Querelen und Härten der letzten Jahre genau so werden musste. Es ist eine vom Tenor her angepisste Platte, die gleichzeitig atmosphärische Momente besitzt, die eine gewisse Schönheit ausstrahlen. Als Band sind wir weiter zusammen gewachsen, und von Vornherein wollten wir roher und dreckiger aufzuspielen. Darin stimmten Eddie (Sänger), Mike (Bass) und ich überein. Als wir mit Adam hinter dem Schlagzeug und Francesco als neuem Lead-Gitarristen wieder komplett waren, hat es sich ganz natürlich ergeben, dass die Songs trotz ihrer schroffen Ausrichtung mehr Struktur erfahren haben. Das ist der Einfluss unserer Neuzugänge, von dem der Sound von ALL SHALL PERISH insgesamt stark profitiert.“

Die Wechsel zwischen Brutalo- und Tech-Death, toughem MetalCore und derbem Beatdown-Mosh werden durchweg hasserfüllt und maximal heavy vorgetragen. Die Oaklander haben ein kompaktes, wuchtiges Album eingespielt, das nichts als musikalische Verwüstung ist. So kennt man die Kalifornier noch von den Zeiten ihres Debüts „Hate.Malice.Revenge.“ mit der Einschränkung, dass die Musiker heute sowohl bessere Songwriter als auch auf ihren Instrumenten souveräner unterwegs sind: „Wir sind mit unserem Platz in der Metal-Szene sehr zufrieden,“ äußert sich Ben. „Fans aus vielen verschiedenen Genres kennen uns und freuen sich darauf, dass wir ein neues Album veröffentlichen. Das Interesse ehrt uns, und wir schätzen den Umstand, dass wir sowohl mit einer Band wie Agnostic Front als auch mit Kataklysm auf Tour gehen und gemeinsam mit ihnen abhängen können.


Ich bin 32 Jahre alt und habe in meiner Jugend viele der großen Metal- und Hardcore-Kapellen live spielen sehen, lange bevor ich selbst eine Band gestartet habe. Es ist ein tolles Gefühl, ihren Spuren zu folgen und dabei zu helfen, den extremen Metal am Leben zu halten und zu verbreiten.“

Das Viertwerk des Quintetts drückt ohne Ende und treibt in seinen Deathcore-Bahnen Technik, Brutalität, Groove und Mosh auf ein Maximum. Der Gitarrist spricht bezüglich ALL SHALL PERISH schlicht von Metal und liefert sogleich die Begründung dafür: „Für den Metal gibt es keine allgemeingültige Definition, und jeder versteht ihn ein wenig anders. Das Tolle ist, dass man als Musiker viele Freiheitsgrade besitzt, das zu spielen, wonach einem ist. Das macht den Reiz aus. Dass es im Umkehrschluss nie allen gefallen wird, ist kein Problem. Bands wie die unsere, die Metal für sich als Lebensweg definiert haben, haben ihn im Blut und können nicht aufhören, Songs zu schreiben, Platten zu veröffentlichen und Shows zu spielen. 1992 sind mir einige Kassetten in die Hände gefallen, die mein Leben verändert haben und bis heute bestimmen. Das waren Iron Maidens „Powerslave”, „Arise” von Sepultura und Cannibal Corpse’ „Tomb Of The Mutilated”. Anschließend habe ich all die extremen Bands von Nuclear Blast und Relapse verschlungen und wenig später die Gitarre zur Hand genommen. Bislang ist die Gitarre nicht wieder in die Ecke gewandert, und auch meine Motivation ist ungebrochen. Sowohl das Songwriting als auch das Touren sind haargenau das, was ich machen will und was mich herausfordert. Dafür lebe ich. Für ALL SHALL PERISH zählt seit der Gründung allein, dass wir beständig vorankommen und besser werden wollen. Wir lassen uns in die Musik weder reinreden noch uns von externen Erwartungen oder Trends beeinflussen. Auf den Shows kannst du von unseren Gesichtern ablesen, dass wir mit vollem Herzblut bei der Sache sind. Man kann schließlich nicht gut und überzeugend sein, wenn man nicht zu 100 Prozent hinter dem steht, was man tut.“

Gut und überzeugend entwickelt sich „This is Where It Ends“ zweifellos, und gerade die kompakt-rabiate Anlage bestimmt die Wirkung der Songs. Die Musiker aus Oakland kennen weder Schwäche noch lassen sie hinsichtlich ihrer musikalischen Brutalität nach: „Wir sind mit ALL SHALL PERISH schon geraume Zeit an dem Punkt, dass wir kompositorisch und handwerklich all das umsetzen können, was uns in den Sinn kommt. Restriktionen akzeptieren wir nicht mehr. Beständig über gängige Standards und unsere Vergangenheit hinaus zu gehen, pusht uns. Auf Tour höre ich von anderen Gruppen immer wieder, dass es ihnen nicht gelingt, aus den gelernten Mustern auszubrechen und etwas Neues zu erschaffen. Damit haben wir keine Probleme, und gerade im extremen Metal darf es keine Grenzen geben. Für uns läuft es im neuen Line-Up wie geschmiert.“ Wer „This is Where It Ends“ hört, wird daran keinen Zweifel haben.

 
 Links:
  myspace.com/allshallperish
 
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