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Blackguard

Storie von: arne, am 16.07.2011 ]

Vor zwei Jahren haben BLACKGUARD nach ihrem Sieg beim zweiten Nuclear Blast Band-Contest ihr „Profugus Mortis“ über den deutschen „Metal-Giganten“ veröffentlicht. Damals sind sie zwischen Pagan- und Viking-Metal unterwegs gewesen. Die Kanadier sind nunmehr beim amerikanischen „Indie-Giganten“ Victory Records angekommen und legen mit „Firefight“ eine symphonisch orientierte Platte zwischen Death und Melodic Power Metal vor.

 
„Bands und Musikern steht es frei, zu entscheiden, ob sie sich über ihre Einflüsse und Vorbilder hinaus weiter entwickeln wollen oder sich damit begnügen, das zu spielen, was es vor ihnen gegeben hat. Dabei gibt es weder ein Richtig noch ein Falsch,“ meint Frontmann Paul Ablaze. „Für beide Ansätze gibt es gute Argumente und viele Gruppen, die bezeugen, dass es funktioniert. So lange sich Künstler treu bleiben und ihre Integrität bewahren, kann eine Band tun und lassen, was sie will und auch krasse Stilbrüche wagen. Problematisch wird es dann, wenn Gruppen einen Stil unreflektiert und plump imitieren, ohne voll bei der Sache und in ihrem Ansatz authentisch zu sein. Echte Leidenschaft muss zu hören und spüren sein. Was uns betrifft, haben BLACKGUARD in den letzten zehn Jahren einen weiten Weg hinter sich gebracht. Die Gründe für den musikalischen Wandel sind nicht immer nur freiwillig gewesen, wenn man sich etwa Umbesetzungen, musikalisches Wachstum, etc. anschaut. Auch sind wir nicht mehr dieselben Leute, die 2007 ihr erstes Album veröffentlicht haben. Unsere musikalischen Fähigkeiten, unser Geschick, unser musikalischer Geschmack und auch unsere Musik haben sich stark verändert. Es kann doch auch niemand erwarten, dass eine Band, deren Mitglieder zur Gründung noch Teenager waren, zehn Jahre später immer noch dieselben Präferenzen und Sichtweisen hat. Das ist nur sehr selten der Fall, denn als Musiker und Mensch lernt, wächst und verändert man seinen Blick auf die Kunst und die Welt.“

Auf „Firefight“ wird der Viking- und Pagan-Einschlag des letzten Longplayers stark zurück genommen. Die Gruppe um Frontmann Paul Ablaze konzentriert sich voll und ganz auf die Ausgestaltung eines temporeichen Stils zwischen Death und Melodic Power Metal, der stark an Children Of Bodom erinnert. Doch auch in der neuen Anlage wirbeln BLACKGUARD couragiert und – wie es der Sänger selbst gefordert – leidenschaftlich: „Ich bin glücklich, dass du das heraushörst. Wir haben uns dieses Mal bewusst mehr getraut und sind aus uns heraus gegangen. Deshalb ist es uns gelungen, genau die Platte umzusetzen, die wir machen wollten und die wir vorab im Kopf hatten. Mit jeder neuen Version der einzelnen Songs kamen wir näher an das heran, wie wir BLACKGUARD sehen und als Band gesehen werden wollen. Das Gefühl stimmt. Wir sind sehr zufrieden, denn dieses Album ist ein großer Schritt vorwärts für uns.“ Angesichts der Umstände im Vorfeld und der neu verteilten Verantwortlichkeiten im Bandgefüge ist das keine Selbstverständlichkeit:

„Früher lag das Songwriting in den Händen unseres Keyboarders, der die Band inzwischen verlassen hat. Nun ist die Kreativarbeit auf Gitarrist Kim und Bassist Etienne über gegangen, die sich nach und nach mit ihrer neuen Rolle angefreundet haben und in ihr immer stärker aufgehen. Kim ist ein sehr visuell geprägter Songschreiber, der zunächst klare Bilder


und Vorstellungen im Kopf hat, und der weiß, welche Wirkung er hervor rufen will. Anschließend macht er sich daran, diese Bilder auf die Musik zu übertragen. Diese Art und Weise, sich Liedern zu nähern, ist anders als bei Anderen und dafür verantwortlich, dass wir einen eigenen Sound erschaffen, mit dem wir auffallen.“ BLACKGUARD präsentieren sich auf „Firefight“ ebenso symphonisch wie episch. Manchmal geht es sogar richtig theatralisch zu, doch das gehört dazu, wenn man die Melodien, Hooklines und Refrains so überzeichnet, wie es der Victory-Neuzugang tut. Die Band aus Montreal punktet mit spritzigen, abwechslungsreichen Stücken, die noch dazu einen hohen Eingängigkeitswert besitzen:

„Die ersten Bandjahre standen noch unter dem Fokus, die unserer Meinung nach interessantesten Metal-Elemente und extremen Stile zusammen zu führen und etwas Aufregendes zu erschaffen,“ blickt Paul Ablaze zurück. „Wir zählen zu den Bands, die das Experimentieren zu ihrer Leitlinie erklärt haben und so interessante Musik kreieren, die es zuvor nicht gegeben hat. Sobald sich Stile und Genres schal anfühlen und übersättigt sind, muss man nach neuen Kombinationen und frischen Ansätzen suchen. Es gibt keine Grenzen für das, was erschaffen werden kann. Man muss sich nur trauen und hoffen, dass es Leute gibt, die es verstehen.“ BLACKGUARD treten nicht nur im kreativen Bereich als geschlossene Einheit an, sondern auch hinsichtlich ihrer professionellen Einstellung zur Band: „Auch das musste sich entwickeln. Zunächst haben wir ein wenig gebraucht, uns mit allem zu arrangieren. Selbst wenn man bereit ist, alles zu geben, ist es hart, Vollzeit zu touren, zwischendurch neue Musik zu schreiben, aufzunehmen und direkt weiter zu touren. Wenn es nicht zum Scheitern verurteilt sein und über einen längeren Zeitraum hinweg funktionieren soll, braucht man eine Gruppe echter Freunde, die auf dasselbe Ziel eingeschworen sind und dieselbe Vision vor Augen haben. Es geht dabei um die Einstellung, um Disziplin und um die Fähigkeit, Kompromisse einzugehen. Bei uns passt aktuell alles zusammen. Das hört man der neuen Platte an. „Firefight“ ist das Ergebnis eines großen Aufwands und Spiegelbild der Anstrengung, die wir in die Songs gepackt haben.“

Der Aussage des Sängers ist zuzustimmen. Wohl deshalb sind die Kanadier von Victory Records gesignt worden, obwohl diese Kollaboration im ersten Moment erstaunt: „Wir selbst waren ebenfalls überrascht davon, dass Victory uns unter seine Fittiche genommen hat. Am Ende waren sie das Label, das sich am meisten für uns interessiert hat und uns die beste Perspektive geboten hat. Als Band wollen wir Fortschritte machen und weiter kommen. Bisher haben Victory unsere Erwartungen in jeder Hinsicht übertroffen. Die Unterstützung, die wir erfahren, ist unglaublich, und ich habe keinen Zweifel daran, dass dies die richtige Wahl für BLACKGUARD gewesen ist.“

 
 Links:
  myspace.com/blackguard
 
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