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Unearth

Storie von: arne, am 01.07.2011 ]

Das größte Kompliment, das man einer Band machen kann? Ihr Eigenständigkeit und Wiedererkennungswert zusprechen. Im Falle von UNEARTH ist das ein Muss! Nachdem es zuletzt etwas ruhiger um das Quartett – aktuell ohne festen Drummer – gewesen ist, melden sich Trevor Phipps & Co. mit „Darkness In The Light“ nun schlagkräftig zurück. Der Nachfolger von „The March“ überzeugt vom Fleck weg mit Agilität, Power und dem typischen UNEARTH-Sound.

 
Die Musiker aus Massachusetts spielen modernen Extrem-Metal mit Core-Elementen, der das Ergebnis von 13 Jahren mit und im Heavy-Underground ist. Thrash, Death und traditionellen Metal verarbeiten sie so selbstverständlich und souverän wie Zitate aus dem Hardcore-Bereich: „Das passt aus meiner Sicht sehr gut, denn in der Mitte zwischen modern und extrem sehe ich unsere Band tatsächlich,“ meint der Shouter im Telefonat. „Als der Metal einst startete, gruppierte er sich um den Hardrock. Mit der Zeit wurde er dann zusehends extremer. Dass wir weder Black noch Death Metal spielen, brauche ich niemandem zu sagen. Dennoch sind wir brutal, was zur Folge hat, dass wir immer wieder als Crossover der Heaviness von Pantera und dem Gitarrenspiel von Iron Maiden beschrieben werden. Damit kann ich auch gut leben.“

Wichtig ist Trevor insbesondere, dass die Band als Metal verstanden wird. Aus dieser Szene stammen UNEARTH, die gemeinsam mit Gruppen wie Lamb Of God, Shadows Fall und Killswitch Engage in den 90er Jahren die New Wave Of American Heavy Metal salonfähig machten und den US-MetalCore-Sound mit definierten: „Seit dem Alter von 14 bin ich kontinuierlich in Bands gewesen und habe vieles kommen und gehen sehen. Mit den Jahren bin ich entspannter geworden, was Vorlieben und Stile anbelangt. Wenn man die ganzen Substile auf den Kern herunter bricht, sind sie alle Metal und können von jedem verstanden werden, der Metal schätzt. Ein Genre muss sich entwickeln und unterschiedliche Ausprägungen aufweisen. Andernfalls wäre es ja langweilig. Stell dir vor, alle würden wie Motörhead klingen. Das Original reicht doch. Dass viele Gruppen von ihnen beeinflusst sind, steht außer Frage, doch man muss ausgehend von seinen Vorbildern etwas Eigenes schaffen. Wer mit Metallica, Anthrax etc. aufgewachsen ist, kann schließlich nicht nur das nachspielen, was sie vorgelebt haben. Die aktive US-Metal-Szene zeigt deutlich, dass es anders geht und die Bands, die wie wir schon etliche Jahre unterwegs sind, eigene Wege gehen und so erfolgreich sind.“

UNEARTH haben ihren Sound über die Platten kontinuierlich auf Effektivität getrimmt. Treffsicheres Bauchgefühl, Wut und Spielwitz sind ihnen dabei nicht abhanden gekommen, mussten aber zunächst gelernt bzw. gefunden werden: „Ganz zu Beginn haben wir die Songs nachgespielt, die uns am meisten bedeuteten. Dann fingen wir langsam an, eigene Stücke zu schreiben. Und dann haben die Dinge ihren eigenen Lauf genommen und uns zu dem Punkt gebracht, an dem wir heute stehen. Es war nie unser Plan, eine Karriere hinzulegen, doch nun haben wir sie. Anfangs haben wir gescherzt, wir wollten versuchen, so groß zu werden wie Pantera. Das ist unser ultimatives Ziel, dem wir noch immer folgen. Noch krasser wäre es natürlich, so wie Slayer über dreißig Jahre aktiv und beachtet zu bleiben.


Slayer sind kommerziell vielleicht nie so abgegangen wie Metallica oder Pantera, doch sie haben sich eine treue Hörerschaft aufgebaut, die mit ihnen durch dick und dünn geht. Sie spielen größere Venues, die noch nicht zu riesig sind, und dazu die einschlägigen Metal-Festivals. Wenn wir dieses Niveau erreichen würden, wären wir vollkommen zufrieden. Von dem zu leben, was einem selbst am meisten bedeutet, ist einfach toll und wir sind glücklich und dankbar, dass wir mit UNEARTH die Chance dazu haben.“

Für Trevor & Co. läuft es international richtig gut, wie der sympathische Shouter berichtet: „Wir haben überall auf der Welt unsere Fans und sind darauf sehr stolz. In der Wertschätzung der Leute und den Zahlen, die wir auf unseren Touren erreichen, geht allenfalls in Kanada etwas mehr. Zwischen den Staaten und Europa sehe ich hingegen keine Unterschiede, und auch nicht zu Asien oder Australien. Wenn wir Shows headlinen, kommen immer zwischen 500 und 1.500 Leuten. Das ist weder klein noch riesig, und doch haben wir für UNEARTH ein richtig gutes Level gefunden.“ Probleme mit engstirnigen Hörern, die sich modern orientierten Metal-Gruppen komplett verschließen, gibt es dabei heute kaum mehr: „Man trifft sie schon noch gelegentlich, jedoch weniger häufig als noch vor einigen Jahren. In der überschaubaren Metal-Szene ist für sie eigentlich kein Platz. Denn gerade in den extremeren Substilen muss man sich gegenseitig unterstützen und die Szene am Leben halten. Andererseits sind die Leute umso wählerischer, je kleiner die Szene ist. Das ist schon verrückt. Doch egal, ob eine Band nun Death, Gore, Thrash oder Black Metal spielt – oder gar MetalCore – man muss sie unterstützen, denn am Ende ist es doch Heavy Metal.“

Als eines der Aushängeschilder für modern-extremen US-Metal gehen UNEARTH mit „Darkness In The Light“ selbstbewusst in ihre fünfte Longplay-Runde und fordern auch in Zeiten unübersichtlicher Konkurrenzsituationen Aufmerksamkeit ein: „Der Wettbewerb ängstigt uns nicht. Die neue Platte zeigt das deutlich. Wir sind hoch motiviert und gehen mit unserem Sound immer weiter, da wir niemals zufrieden sind. Was auf dem Album auffällt, ist, dass es deutlich aggressiver und wuchtiger als seine Vorgänger ausfällt. Unter den vielen Bands, die um die Aufmerksamkeit der Hörer kämpfen, sind wir eine von den wenigen, die auch die harten Zeiten zusammen durchsteht, für sich kämpft und sich mit jeder Platte noch stärker zurückmeldet. Die Szene ist in den letzten Jahren sehr kurzfristig orientiert. Viele Gruppen kommen und verschwinden genauso schnell wieder. Wir stehen für Konstanz, obwohl sich unser Sound partiell verändert. Unsere Leidenschaft ist ungebrochen und nach den Rückschlägen, die wir erlitten haben, wissen wir, was wir an der Band haben und warum wir für ihre Zukunft kämpfen.“

 
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