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Bodi Bill

Interview von: Matthias Rauch mit Fabian Fenk, am: 10.05.2011 ]

In unserer Reihe “Zehn Fragen an…” haben wir uns diesmal mit den Berliner Vorzeige- Elektropoppern Bodi Bill unterhalten, die aktuell auch zu ihrer fabelhaften dritten Platte „What?“ auf Tour sind. Den eigenen Sound hat man weiter gefestigt bzw. um weitere Nuancen ausgebaut, die sich noch ein wenig stärker in Richtung Popsong öffnen, wobei man auch immer wieder auf experimentelle und sperrige Ideen trifft. Wir sprachen mit Fabian Fenk über Berlin, Prekariat und Bandkonflikte.

 

Musicscan: Gab es irgendwelche konzeptionellen Vorgaben oder Vorüberlegungen bevor ihr euch an die Arbeit zu diesem Album gemacht habt?

Bodi Bill: Am Anfang haben wir uns mal drüber unterhalten, dass es schön wäre, wenn die neue Platte ein schönes Intro bekäme und ein extrem langes Stück zum Abschluss. Darüber hinaus gab es den Wunsch, etwas langsamere Tracks zu bauen, bessere Sounds zu verwenden. Im Grunde ein absolut verstrahltes Gespräch, denn wie langweilig wäre das denn bitte, wenn man vorher schon festlegen könnte, was am Ende rauskommen soll.

Musicscan: Wie muss man sich den Songwriting-Prozess bei euch vorstellen? Ihr stellt euch ja immer gerne so dar, dass es bei euch keine Routine gibt, was beim dritten Album allerdings nur schwer vorstellbar ist.

Bodi Bill: Wir gehen immer noch gerne und freiwillig in unser Studio. Routine, zumindest solche die Vorhersehbarkeit und Aktenberge einschließt, liegt uns nicht, denn wir wollen täglich was erleben, überrascht werden und irgendwas finden oder zumindest ausprobieren. Ausgangspunkt für unsere Arbeit ist die Neugierde und aufmerksames Zuhören bzw. Hinschauen. Darum auch die Frage „What?“ als Albumtitel.

Musicscan: Wie werden bei euch kreative Konflikte gelöst?

Bodi Bill: Per Aussitzen oder kreativer Kloppe. Meist als kreative Demokratie-Übung. Vieles klärt sich auch von selbst, wenn zwei kochen gehen und einer alleine zurück bleibt, und mal schnell das kreative Problem löst, und wenn sich aus Versehen ein Kabel aus der Verankerung löst und per Kurzschluss das Licht ausschaltet.

Musicscan: Ist das „Neue“ als ästhetisches Kriterium der Popmusik überschätzt?

Bodi Bill: Nein, wobei, kommt drauf an was Popmusik ist, oder? Also ich würde ja sagen: nein. Fehlt mir aber auch gerade die Muße drüber nachzudenken. Wir müssen schließlich proben und uns noch ein paar neue Sachen für das neue Live-Set ausdenken.

Musicscan: Könnten Bodi Bill in einem anderen Kontext als Sinnbus funktionieren? Welchen Einfluss hatte das Sinnbus Umfeld auf eure kreative Arbeit?

Bodi Bill: Wir fühlen uns sehr wohl in unserem Umfeld, was sich sicherlich positiv auf unsere Arbeit auswirkt. Kreative Einflüsse kommen allerdings aus allen möglichen Ecken, neben dem engeren Kreis von Sinnbus vor allem Naivsuper, TÄT, Pfadfinderei, Krakatau und darüber hinaus natürlich besonders wichtig: sämtliche Freunde.

Musicscan: Ihr legt offensichtlich großen Wert auf eine ansprechende Live-Umsetzung eurer Songs. Was ist euch hier besonders wichtig? Was sollen die Leute von einer Bodi Bill Show mitnehmen?

Bodi Bill: Da wir gerne verschiedene Medien miteinander vermengen – Musik auf Bildchen, Pathos auf Selbstironie und Leute auf Tiere treffen –, bleibt meist kein Auge trocken. Wir wollen unsere Fans vor allem zu Anstand und Durchhaltevermögen erziehen. Es macht schließlich keinen Sinn, sich erst hinten anstellen zu wollen, um kurz vor der Kartenübergabe mit schlechter Laune aufeinander ein zu schreien.

Musicscan: Was macht Berlin für kreatives Arbeiten momentan besonders interessant?

Bodi Bill: Verschiedene Einflüsse, verschiedene Sprachen. Präkariat und Prokrastination. Wer billig kauft, kauft teuer.

Musicscan: Wie zahlt ihr die Rechnungen, wenn Bodi Bill mal gerade nicht unterwegs ist?

Bodi Bill: Grafikdesign, Filmton und andere musikalische Projekte.

Musicscan: Was kann man von euch in der nächsten Zeit erwarten?

Bodi Bill: Neben dem Touren und dem Ausarbeiten verschiedener Live-Versionen der aktuellen Songs, ein paar Veröffentlichungen auf unserem neuen Technolabel Krakatau. In der Folge ein paar Nebenprojekte, bevor wir die Arbeit am vierten Album beginnen werden.

 
 Links:
  Bodi Bill
  Sinnbus Records
 
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