Go There
INFOS > Interviews-Stories > Details
/ 1 2 3 6 A B C D E F G H I J K L M N O P R S T U V W X Y Z [
Interviews/Stories gesamt: 1648

Calm Hatchery

Storie von: arne, am 04.04.2011 ]

Im zweiten Anlauf könnten CALM HATCHERY die Herzen vieler Death Metal-Fans im Sturm nehmen. Ursprünglich legten die Polen um Mitglieder von Dead Infection und Tehave bereits vor neun Jahren los, doch zwischen 2005 und 2009 pausierte man aufgrund eines Verlustes der Motivation. Der Reanimation folgte sogleich die intensive Arbeit am zweiten Album „Sacrilege Of Humanity“, das völlig unverhofft und überraschend die direkte Konkurrenz zu Genre-Größen wie Immolation, Morbid Angel, Nile, Nervecell, Misery Index und Decapitated sucht.

 
Die lange Anlaufzeit und die vielen personellen Wechsel, die das polnische Death Metal-Outfit in seinen Jahren zu kompensieren hatte, führt Gitarrist Huzar auf nachvollziehbare Ursachen zurück: „Es gab viele Faktoren, wobei Umzüge eine große Rolle spielten. Die Band startete 2002 in einer Stadt namens Bialystok, die 650 Kilometer entfernt von Slupsk liegt, wo wir heute leben und musizieren. Ich studierte damals in Bialystok und habe die Band gestartet, ohne Pläne für die Zukunft zu haben. Als ich die Universität abschloss, hatten wir als Gruppe gerade einen Tiefpunkt erreicht, in dessen Folge wir uns auflösten. Kaum jemand schien sich mehr für Death Metal zu interessieren, was uns die Motivation nahm. Wir haben unseren Glauben verloren und zogen die Konsequenz. Später in Slupsk beschloss ich dann, die Band wieder zum Leben zu erwecken, da ich in mir spürte, dass ich mich weiter mit Death Metal-Tracks ausdrücken wollte.“

Stilistisch sind CALM HATCHERY clever positioniert, indem sie eine zwingende Mixtur zwischen traditionell orientiertem Brutalo-Death und moderner gehaltenen Tech-Death-Passagen servieren. Ganz selbstverständlich integrieren die Polen zudem melodische Einsprengsel und derbe Heavy-Grooves, um ihr Zweitwerk „Sacrilege Of Humanity“ hörbar zu halten und den Abwechslungsgehalt auszubauen. Da wundert es nicht, dass es nicht lange dauerte, bis man nach dem Neustart mit Selfmadegod Records einen Kooperationspartner gefunden hatte: „Es ist richtig, die Labelsuche verlief trotz anfänglicher Schwierigkeiten schnell, so dass wir in nicht einmal einem Jahr eines gefunden hatten und die Platte erscheinen konnte. Dabei war der Start ernüchternd. Nachdem wir das Album aufgenommen hatten, haben wir mehr als 30 Promo-CDs an Labels auf der ganzen Welt geschickt.


Nur drei von ihnen bestätigten, sie überhaupt erhalten zu haben. Aber selbst die, die antworteten, zeigten kein Interesse an einer Veröffentlichung. Rückblickend ist es schon komisch, dass wir Selfmadegod Records nicht direkt eine Promo geschickt haben, denn sie sind so naheliegend. Am Ende war es Zufall oder vielleicht sogar Schicksal, dass wir zusammen gefunden haben.“

Über den Umweg eines Band-Wettbewerbs kamen CALM HATCHERY und der polnische Extrem-Spezialist zusammen: „Im März nahmen wir am Generacja Wettbewerb 2010 in Koszalin teil. In der ersten Runde setzten wir uns gegen mehr als 100 Bands durch und zogen ins Halbfinale ein. Dort wurde unter den sieben vergliebenen Gruppen diejenige gekürt, die eine Show vor 2.000 Leuten für Napalm Death und Vader eröffnen durfte. Es ist uns gelungen, den Wettbewerb zu gewinnen. Bereits nach dem Halbfinale hat uns Karol von Selfmadegod, der eines der Jurymitglieder gewesen ist, angesprochen, ihm eine Promo zu geben. Wenige Tage später bot er uns einen Vertrag an und wir schlugen zu.”

Unter Beteiligung von Produzent Wieslawscy Bros (u. a. Behemoth, Vader und Hate) haben CALM HATCHERY ein Zweitwerk eingespielt, das sich selbst vor den abgefeierten Platten großer Namen nicht zu verstecken braucht. Das Quintett erreicht ein international konkurrenzfähiges Spitzenniveau und könnte mit etwas Glück zu einem weiteren polnischen Death Metal-Aushängeschild aufsteigen. Huzar wiegelt vorerst noch ab: „Natürlich versuchen wir, unser eigenes Ding zu machen, aber das braucht seine Zeit. Ich hoffe, dass wir in Zukunft markante Akzente für unsere Band entwickeln können. Für den Moment sind wir schon damit zufrieden und darauf stolz, dass wir mit Gruppen wie Nile, Decapitated, Morbid Angel, Immolation und Hate Eternal verglichen werden, die wir alle sehr schätzen.”

 
 Links:
  myspace.com/calmhatchery
 
oben
Platte der Woche:

Die letzten Reviews:

  Avatar
  The Atlas Moth
  Cane Hill
  Cursed Earth
  Good Tiger

Interviews/Stories:

  All Will Know
  Minipony
  Lionheart

Shows:

  11.12. Jo Stockholzer - Mesum
  11.12. Mia Aegerter - Koln
  12.12. Jo Stockholzer - Wuppertal
  12.12. Doro - Regensburg
  13.12. Peter And The Test Tube Babies - Bremen