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Hatebreed

Storie von: arne, am 06.01.2003 ]

Die gute Nachricht vorweg: im Juli/Anfang August wird ein neues Hatebreed- Album erscheinen und die Jungs werden auch wieder auf eine Euro-Tour kommen. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten lassen es die Jungs jetzt krachen.

 
In Sachen metallischem Hardcore sind Hatebreed zweifellos das Maß aller Dinge. Kaum eine andere Band hat derart nachhaltig Fans UND Bands beeinflusst. Man denke nur an All Out War oder Buried Alive. Da störte es auch nicht,. dass nach der Debüt-Platte "Satisfaction Is The Death Of Desire" (Victory) von 1997 erst einmal lange Jahre kein neuer Output der Band aus Connecticut folgte. Erst 2002 erschien mit "Perseverance" der langersehnte Nachfolger auf Stillborn/Universal. Im Rahmen der Resistance-Tour tourten Hatebreed pünktlich zum, um ein halbes Jahr verspäteten, Euro-Release der Scheibe wieder durch dt. Lande und bei dieser Gelegenheit wechselte ich einige Worte mit Frontmann Jamey Jasta.

Im Gegensatz zur Support-Tour für Sepultura im letzten Jahr, zeigte sich der Shouter mit dem diesjährigen Package sehr zufrieden: "Oh ja, es ist wie eine große, rollende Party. Alle Bands sind gut und wir hängen auch neben den Shows zusammen rum. Discipline kannte ich zuvor nicht, aber es ist eine großartige Band und ich mag sie sehr. Es passt einfach alles. Das Sepultura-Publikum im letzten Jahr kannte uns nicht und konnte nicht mit uns umgehen. Dennoch war es für uns gute Gelegenheit, die wir nutzen mussten. Die Headliner-Gigs, die wir an den Off-Days spielten, waren dennoch um einiges besser. Kleine Shows mag ich generell lieber." Besonders, wenn Unvorhergesehenes wie ein Bühnenzusammenbruch mit inbegriffen ist, wie es Hatebreed passierte: "Das war schon verrückt. Es war eine Holzbühne und die ist einfach zusammen gebrochen. Alle befürchteten, dass wir die Show abbrechen würden, aber wir haben das Holz zur Seite geschmissen und auf dem Boden weitergespielt. Die Show war verrückt und die Leute sind total ausgerastet."

Die Beziehung von Fans und Band ist von jeher eine ganz besondere und da störte es auch nicht, dass das Zweitwerk der Band in Europa offiziell noch nicht erschienen war, als Hatebreed tourten: "Jeder hatte es schon. Ich kenne auch Kids hier in Europa, die das Album schon zwei Monate vor dem Release in den Staaten hatten. Die Reaktionen des Publikums waren unglaublich. Jede Nacht, wenn wir die neuen Songs spielen, kennt jeder die Wörter und schreit sie mit. Gerade in Belgien und Italien ging es richtig ab. Das Publikum war stellenweise lauter als wir. Es ist der Vorzug von Musik; dass es nicht darauf ankommt, auf welchem Label eine Band ist oder ob man die Platten im Laden kaufen kann. Wenn jemand etwas Bestimmtes haben will, besorgt er es sich, egal; ob nun von einem Freund, dem Internet oder woher auch immer."

"Perseverance" ist musikalisch gesehen eigentlich keine Weiterentwicklung. Vielmehr ist es genau das Album geworden, das man vom neuen Hatebreed-Werk auch erwartet hat. Alles ist noch fetter und powervoller geworden und die Platte hat all das im Überfluss, was Hatebreed groß werden ließ: brutale Moshparts, wüstes Geknüppel, grandiose Breaks und der unnachahmliche Bulldozer-Groove: "Stimmt, vor allem ist alles einfach lauter und die Produktion ist um Längen besser. Eben das wollten wir erreichen. Es gab für uns ja auch keinen Grund den bisherigen Weg zu verlassen. Wir haben uns, von der ersten Platte an, eine breite Fangemeinde über die ganze Welt aufgebaut und das wollen wir weiter ausbauen. Wir sind inzwischen bessere Musiker, engere Freunde und haben auch bessere Ideen. Es wird immer größer."

Dennoch mussten Hatebreed mit dem Ausstieg ihres Gitarristen Lou "Boulder" Richards auch einen Rückschlag hinnehmen: "Er stand nicht mehr vollends hinter der Band. Er war älter als wir und hat mit uns eine Menge durchlebt. Er kam aber an einen Punkt, an dem er aussteigen musste." Live und auch für's weitere Line-Up ist vorerst kein Ersatz geplant: "Das ist eine Art Respekt. Niemand könnte seinen Platz ausfüllen. Ich denke auch nicht, dass es unseren Sound beeinträchtigt. Wir vier haben die gleiche Einstellung und eine übereinstimmende Vision von Band und Musik. Eine neue Persönlichkeit zu integrieren, wäre eine zu große Kraftanstrengung."

Der Bandname

Hatebreed bringt natürlich mit sich, dass das Quartett aneckt. Dessen ist sich auch Jamey bewusst: "Unser Name wird wohl immer der Grund sein, warum wir im Underground bleiben werden, egal, ob wir nun auf einem Major sind oder nicht. Er ängstigt die Leute zu sehr. Mit Universal im Rücken ist es uns natürlich möglich im Fernsehen aufzutreten und Hardcore/Metal einem größeren Publikum zu präsentieren, aber das leisten wir vor allem durch permanentes Touren anstatt durch ausgedehnte TV-Auftritte. Es bleibt, wie es schon immer gewesen ist, die Leute reagieren ablehnend auf den Namen Hatebreed, aber das stört uns nicht."

Zurück zum Thema Touren; die Jungs aus Connecticut sind ständig unterwegs: "Es müssen so um 270 Shows gewesen sein dieses Jahr, nachdem wir Weihnachten letzten Jahres auf die Welt-Tournee gegangen sind. Es wird langsam Zeit nach Hause zu kommen. Dennoch waren wir noch nie besser als jetzt." Beständiges Touren hat Tradition für Hatebreed. Von Beginn an tourte die Band mit den ganz Großen, aber natürlich auch mit vielen kleinen: "Anfangs haben wir vor allem regional mit Underground- Hardcore- Punk-, Crust-Bands gespielt. Deshalb haben wir unsere Wurzeln auch in verschiedenen Szenen. Im Herzen Amerikas ist es einfacher eine Punk- oder Hardcore-Band zu finden als eine Band der Größe von Machine Head. Mit Six Feet Under spielten wir bereits 1995/96. Seither traten wir mit jedem auf, angefangen von Machine Head, über Napalm Death, Type O Negative, Biohazard,.. Wir waren in dieser Beziehung schon immer eine Crossover-Band."

Jamey Jasta hat ja bekanntlich nebenher sein Label Stillborn zu laufen, auf dem auch die neue Hatebreed- Scheibe erschienen ist (Universal ist allein für den Vertreib zuständig.): "Ich fing etwa 1993/94 an und habe inzwischen über 20 Veröffentlichungen. Gerade ist unser Webstore auf www.stillbornrecords.com fertig geworden. Meine neuesten Platten sind Sworn Enemy, Takeover und Full Blown Chaos. Alle Scheiben laufen ausgezeichnet. Wenn ich mehr Zeit habe, will ich das Label ausbauen und alles noch besser machen. Da ich aber fast durchgängig auf Tour bin, ist es schwer nebenher ein Label am Laufen zu halten. Ich mag die Arbeit dennoch und gebe mein Bestes. Es macht Spaß und ich finde gerne neue, gute Bands und versuche sie herauszubringen und ihnen zu helfen."

Doch das ist noch nicht alles. Mit www.jameyjasta.com hat der Shouter zudem eine wichtige Internet-Plattform für kleinere Hardcore-Acts etabliert. Die Entstehungsgeschichte dieser Seite ist einfach wie plausibel: "Irgendwer hatte den Namen schon gekauft, als ich mich erstmals danach erkundigte. Als das auslief, habe ich sofort zugeschlagen, weil ich nicht wollte, dass jemand anders meinen Namen als Domain hat. Ein Freund hatte dann die Idee, etwas aus der Seite zu machen. Ich wollte aber keine Site über mich selbst oder eine weitere Hatebreed-Seite. Mir kam dann die Idee einer Info-Site, auf der sich die Leute informieren können. Gesagt, getan. Es ist ein weiterer Weg kleineren Bands zu helfen, die auf großen Seiten nicht berücksichtigt werden. Für die Seite bekomme ich immer mehr Feedback. Im letzten halben Jahr ist das immer größer geworden. Gerade eben in Griechenland haben mir Kids erzählt, dass sie jeden Tag auf die Seite gehen. Das hat mich schon überrascht. Wir mussten schon einige Male den Server wechseln, weil immer mehr Leute die Seite besuchen."

Nicht nur die Info-Site trifft auf breite Zustimmung. Auch der Sound von Hatebreed tut es. Die Jungs sind mit Sicherheit so etwas wie der Prototyp einer modernen Hardcore-Band mit deutlichem Metal-Einschlag: "Wir lassen uns von den großen Bands inspirieren, mit denen wir aufwuchsen, fügen das in unserer Art und Weise zusammen und die Leute können sich damit identifizieren. Hatebreed klingen vor allem catchy und man erinnert sich an unsere Parts. Das gilt gerade für die Songs von "Perseverance." Das ganz neue Material, an dem wir gerade arbeiten, ist um einiges heftiger und brutaler. Mal schauen, wie das dann aufgenommen wird."
 
 Links:
  Hatebreed- Bandpage
  Jameyjasta.com
 
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