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Tephra

Interview von: arne mit Ercüment, am: 08.03.2011 ]

Die Post-Rocker/-Metaller von TEPHRA haben mit „Tempel“ kürzlich ihr drittes Album veröffentlicht. Acht Tracks lang geht es durch wuchtig-aufwühlende Hausnummern alter Güte und ausgeweitete, zwanglosere Post-Rock-Strukturen, die starke Kontraste und eine kontinuierliche Dramaturgie erschaffen, die es in sich hat.

 

Musicscan: Welchen Status haben Tephra gegenwärtig – richtige Band oder Projekt, an dem Ihr nach Lust/Laune und zeitlichen Möglichkeiten werkelt?

Tephra: Tephra ist und bleibt eine richtige Band, sonst würden wir nicht seit knapp zehn Jahren in der Besetzung Musik machen.

Musicscan: Gerade vor dem Hintergrund, dass Ihr, wenn das stimmt, in unterschiedlichen Städten lebt. Inwiefern hat sich ggf. die Interaktion innerhalb der Gruppe und die kreative Arbeit über die Zeit Eures Bestehens verändert?

Tephra: Ursprünglich kommen wir alle aus dem Ghetto Salzgitter, sind dann alle gemeinsam nach Braunschweig gezogen, haben einen neuen Proberaum gesucht und gefunden und von da an ging es mit Tephra erst richtig los. Anschließend sind zwei von uns nach Berlin zum Studieren / Arbeiten und der Rest blieb in Braunschweig. Großartig viel hatte sich nicht geändert, außer, dass wir nicht mehr spontan in der Woche Session machen können. Wir haben unsere festen Wochenenden, an denwn wir uns treffen, die aber auch voll ausnutzen und wie gehabt an unserem Welterfolg arbeiten ;-) Es geht alles, wenn man es nur will.

Musicscan: Was gibt es über die Spanne zwischen der Veröffentlichung von „A Modicum Of Truth” und dem Erscheinen von „Tempel“ zu sagen? Wie haben sich Eure musikalischen Interessen entwickelt? Welche Erfahrungen und Erlebnisse haben sich auf die neue Platte ausgewirkt?

Tephra: Naja, wir haben uns lange Zeit gelassen, weil wir nicht wieder das Gleiche rausbringen wollten und weil unser Ziel es war, das „Tempel“ Album live einzuspielen. Daher mussten die Songs auch perfekt sitzen. Sie durften nicht poltern, sondern rollen und das haben wie letztendlich geschafft. Gott sei Dank haben sich unsere Interessen weiter entwickelt und stagnieren nicht, wie es bei vielen anderen der Fall ist, die ständig das gleiche Schema rausbringen. Wir haben viele Einflüsse zugelassen ohne uns Gedanken zu machen „ob uns die Leute dann hören wollen etc“. Das war uns schon immer scheißegal. Für uns zählt, dass die Musik in erster Linie uns gefällt und nicht den anderen. Wir sind freier geworden und machen uns keinen Kopf mehr wie Szene etc… ist doch eh alles Bullshit das Schubladendenken. Macht die Augen auf, sagt Vater und damit hat er auch Recht.

Musicscan: Insgesamt wirkt die neue Platte weniger vertrackt, metallisch und weniger eruptiv. Wie kam es dazu, dass Ihr nunmehr dem (Post-)Rock den Vorzug gebt?

Tephra: Wie schon gesagt, frei sein und machen, wonach einem gerade ist. Vielleicht wird das nächste Album wieder auf die Zwölf oder Pop. Bei manchen Bands habe ich auch das Gefühl, dass sie vor dem Schritt, sich zu verändern, Angst haben oder sich gar auch schämen vor den Fans. Wir sehen das nicht so und machen unser Ding, wie es uns passt. Post-Rock, da sind wir wieder bei den Schubladen… Wer denkt sich bitte so ein beklopptes Wort aus!? Wie wär es denn mit UPS-Rock oder DHL-core oder ganz super ist auch Hermes-Grind.

Musicscan: In meinem Review habe ich geschrieben „Es scheint immer wieder so, als befände sich die Gruppe in einem kreativen Übergangsstadium und als wisse sie selbst nicht so recht, in welche Richtung es gehen soll.“ Täuscht dieser Eindruck, oder teilt Ihr diese Einschätzung? Könnt Ihr diese Wirkung nachvollziehen?

Tephra: Wir wissen genau, wo es hingeht, sonst hätten wir nicht so ein Album rausgebracht! Hör es dir vielleicht noch ein paar Mal an, vielleicht kommst du hinter.

Musicscan: Es heißt häufig, dass die dritte einschneidend für Bandkarrieren ist und erkennen lässt, ob Musiker weiteres kreatives Potenzial haben oder „einfach so“ weiter machen werden. Wie fällt Euer Fazit bezüglich Tephra aus, welche Weichenstellung würdet Ihr „Tempel“ zuschreiben?

Tephra: Ich glaube, damit haben wir uns selber bewiesen, dass wir Grenzen sorglos überschreiten können und uns in Zukunft keine Gedanken mehr machen müssen. Wir werden einfach unserer Kreativität freien Lauf lassen und nach Belieben Musik schaffen, denn wir haben noch so einiges auf Lager.

Musicscan: Wenn Ihr das Feedback, das „Tempel“ eingefahren habt, wertet: Hat Euch irgendetwas besonders überrascht? Fühlt Ihr Euch verstanden oder eher nicht?

Tephra: Dass manche Hohlköppe immer noch schreiben, dass wir wie Isis klingen! Anscheinend kennen die wohl nichts Anderes… Ehrlich gesagt klingen wir kein Stück wie Isis. Ansonsten haben wir ein ziemlich gutes Feedback, erst Recht im Ausland, aber da war es auch schon früher so. Warte, einer hatte in einem Review geschrieben, dass wir Einflüsse von „NEU!“ haben. Der hat es verstanden und daran merkt man auch die Qualität von einigen Rezensenten.

Musicscan: Unterscheidet sich die Wahrnehmung zwischen Feedback im Internet – auf die bloßen Songs hin – von dem, das Ihr auf Konzerten zu hören bekommt?

Tephra: Ach, die Leute, die uns hören und mögen, geben uns beiderseitig ein positives Feedback, aber das manchmal live noch ein bisschen besser ist, kann ich verstehen, denn der rohe Sound ist immer gewaltiger als auf der Heimanlage. Eine Band live zu erleben, ist immer ein besonderes Erlebnis. Triff in den meisten Fällen zu, wenn ich / wir Bands sehen, die ich / wir mögen.

 
 Links:
  myspace.com/tephramusic
 
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