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Lazarus A. D.

Storie von: arne, am 27.02.2011 ]

„Black Rivers Flow“ ist das spritzige, abwechslungsreiche und von der Attitüde her lockere Album geworden, auf das die Fans gehofft haben. LAZARUS A.D. treten auf ihrem Zweitwerk mit breiter Brust und verfeinerten kompositorischen Fertigkeiten an. Das Quartett aus Wisconsin inszeniert seinen markanten Mix zwischen traditionell orientiertem und modernem Thrash Metal selbstbewusst und abgezockt. Die Beeinflussung durch Genre-Institutionen wie Testament, Exodus und Anthrax ist deutlich, doch mindestens ebenso präsent sind Pantera, Machine Head und Trivium.

 
„Ich glaube, man muss zunächst einmal ehrliche Musik schreiben,“ äußert sich Lead-Sänger und Bassist Jeff im Gespräch. „Über bestehende Grenzen hinaus zu gehen oder sich vor dem Hintergrund großer Traditionen als würdig zu erweisen, bedeutet nichts, solange die Musik nicht aus dem Herzen kommt. Man hört es einer Band an, wenn sie nicht voll und ganz bei der Sache ist und einen Stil oder eine Einstellung nur imitiert. So etwas reicht nicht, man muss fühlen, was man spielt. Wir haben definitiv jede Menge Old School-Einflüsse in unserem Sound, aber wir versuchen auch, moderne Zitate einzubinden, um eine eigene Identität zu erlangen. Die Art und Weise, wie wir unsere Lieder schreiben und vor allem, wie wir sie live präsentieren, unterscheidet uns von anderen Gruppen. Wir stellen sicher, dass jeder Song, den wir schreiben, der beste ist, zu dem wir in diesem Moment fähig sind. Unser Ziel sind Metal-Songs, zu denen die Leute abgehen und an die sie sich erinnern. „Black Rivers Flow“ ist ein Schritt in diese Richtung, doch wir sind noch lange nicht am Ziel.”

Mit „The Onslaught“ hat man LAZARUS A.D. kennen und schätzen gelernt. Die Berücksichtigung auf der „Thrashing Like A Maniac“-Compilation von Earache hat sich für die Gruppe aus Wisconsin rückblickend als voller Erfolg und Initialzündung für ihre internationale Karriere erwiesen. Einige Touren mit einschlägigen Heavy-Größen und eine Professionalisierung der Band-Aktivitäten später legen die Musiker nun ihr Zweitwerk vor, auf dem sie sich heißer denn je präsentieren: „Die Mentalität einer Band lernt man erst dann wirklich kennen, wenn man mit ihr tourt. Bei uns passt alles zusammen, und wir vier sind auf ein gemeinsames Ziel eingeschworen. Man darf nicht vergessen, dass es schwer ist, sich im überlaufenen Metal-Genre durchzusetzen. Es gibt so viele gute Musiker und Gruppen. Sich einen eigenen Status aufzubauen, bedeutet, mit Widrigkeiten umgehen zu lernen und sich von den Mechanismen der Musik-Industrie nicht unterkriegen zu lassen. Mit LAZARUS A.D. haben wir uns inzwischen eine gute Ausgangsposition erarbeitet, die es uns ermöglichen sollte, die kommenden Jahre weiter machen zu können, ohne uns große Sorgen machen zu müssen. Wir konzentrieren uns auf die kreative Arbeit und freuen uns darüber, mit unseren Songs auf Tour gehen zu können. Es läuft gut, doch wir treiben uns an, besser zu werden und die nächsten Schritte zu gehen, um weiter voran zu kommen. Wenn man mit dem, was man erreicht hat, zufrieden ist, wird man nachlässig und verliert den Biss. Druck und das Streben nach mehr sind gute Motivatoren.“

Um auf Tour zu bestehen, ist es wichtig, die richtigen Leute beisammen zu haben. Das weiß auch Jeff: „Wir


sind eine Band, darauf legen wir Wert. Viele Gruppen, die wir auf Shows sehen, wirken nicht wie eine Einheit und scheinen teilweise wahllos zusammen gewürfelt. Wenn man allein auf den technischen Aspekt der Musik abstellt, mag das eine Zeit lang funktionieren, doch auf lange Sicht muss ein solcher Ansatz zu kurz greifen. LAZARUS A.D. hingegen sind Brüder. Seit drei Jahren hat es im Line-Up keinen Wechsel gegeben. Wir stehen alles zusammen durch und halten die Maschine in Gang, wobei wir sie beständig optimieren. Wir sind uns im Klaren darüber, dass es eine ungünstige Zeit ist, um eine Karriere in der Musik voran zu treiben, doch unsere Liebe zum Metal und die in uns sitzende Leidenschaft lassen es uns versuchen. Auf und neben der Bühne geben wir stets alles. Das wissen die Fans und die anderen Bands sehen es. Wir sind bereit, allen Widrigkeiten zu trotzen und zu kämpfen.“ Musikalisch ist der Vierer aus Wisconsin nicht zu puristisch unterwegs und setzt auf eine natürliche Schwere mit satten Grooves, melodische Bridges und satte Tempo-Vorstöße entlang trockener Riffs:

„Es ist ein Klischee, doch wir schreiben die Musik zunächst für uns selbst,“ so der Bassist und Sänger. „Wir bleiben uns selbst gegenüber ehrlich und schauen dann, ob es Leute mit einem ähnlichen Geschmack gibt, die uns mögen. Bislang klappt das. „Black Rivers Flow“ ist wirklich gut, und ich bin verdammt stolz darauf. Diese Platte ist insgesamt schwerer als noch unsere erste. Zudem sind wir als Songwriter gewachsen, so dass heute mehr Individualität hinein spielt. Von der Weiterentwicklung im gesanglichen Bereich profitieren wir stark und ich bin schon gespannt, wie es weiter gehen wird, wenn wir neues Material schreiben.“ Wiedererkennbare Rhythmen, Gitarren-Soli und Hooklines ziehen sich über die ganze Platte. Dasselbe gilt für die Durchmischung harter Screams und cleaner Gesänge, die „Black Rivers Flow“ auch Vocal-seitig ein lebendiges, variables Antlitz verleihen. Im Ergebnis dürften LAZARUS A.D. sowohl Old School-Thrasher als auch NeoThrash-Anhänger ansprechen. Dem Fazit von Jeff kann man sich daher nur anschließen:

„Wir fühlen, auf einem guten Weg zu sein, einen LAZARUS A.D.-Stil zu erschaffen. In unserer Band-Karriere sind wir noch immer in einem frühen Stadium, so dass wir uns noch keine großen Lorbeeren zuschreiben wollen. Es gibt viele Gruppen, die auch nach vier oder fünf Platten noch immer wie ihre Vorbilder klingen und sich nie von ihnen emanzipieren. Platten wie „Master Of Puppets“ und „Far Beyond Driven“ haben uns stark geprägt, doch sie sind nicht unsere ausschließlichen Inspirationsquellen. Unser Anspruch ist es, über das hinaus zu gehen, was vor uns gewesen ist und womit wir aufgewachsen sind. Nur so kann es funktionieren.“

 
 Links:
  myspace.com/lazarus1
 
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