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Burden Of Life

Interview von: Daniel mit Kötti, am: 06.02.2011 ]

Qualitäts-Metal aus deutschen Landen ist zu einer wahren Seltenheit geworden, zumal dann, wenn er sich einmal nicht in gängigen Klischees ergeht und sich darin erschöpft, die Helden der 80er zu kopieren. BURDEN OF LIFE machen vor, wie man es besser macht. Mit viel Enthusiasmus, Frische und Unbekümmertheit beweist auch die neue Eigenproduktion „In The Wake Of My Demise“, daß Spielfreude und solides Handwerk, Durchhaltevermögen und Liebe zur Musik immer auch ein Garant für ein gutes Ergebnis sind. Grund genug sich bei der Band ausführlich über die Hintergründe zu informieren.

 

Musicscan: Bitte erläutert kurz die Biographie der Band für all jene, die Euch noch nicht kennen.

Burden Of Life: Gegründet haben wir uns im Sommer 2003 aber wir haben erst zwei Jahre später angefangen mit dem Großteil des jetzigen Line-Ups zu proben und stilmäßig zumindest grob in die Richtung Musik zu machen die wir jetzt spielen. Unsere ersten Auftritte folgten dann Mitte 2006 und im Februar 2007 veröffentlichten wir unser erstes vollständig selbst aufgenommenes und produziertes Debut-Werk „Burden Of Life“. Naja und dann hald das Übliche: Auftritte, Proben, Songwriting bis zum nächsten Album. Das kam dann unter dem Titel „Ashes Of Existence“ im September 2008 raus. Auch dieses Album wurde komplett von uns selbst produziert nur Mix und Mastering gaben wir an professionellere Hände weiter. Dieses Album haben wir dann auch ordentlich an Magazine, Labels etc verschickt. Die Resonanz war größtenteils doch recht positiv. Letztes Jahr im Frühling haben wir dann unsere akutelle 4-Track-EP „In The Wake Of My Demise“ eingespielt und im September veröffentlicht. Auch mit der versuchen wir nun momentan wieder Meinungen einzuholen und uns in einschlägigen Magazinen zu präsentieren. Dabei auch schon mal vielen Dank an Music-Scan für die Rezension.

Musicscan: Könntet ihr einen Namen für Euren Stil finden, denn die Mischung auf „In The Wake...“ klingt verdammt originell.

Burden Of Life: Erstmal vielen Dank für das Kompliment. Freut uns, dass es dir gefällt. Wir haben immer ziemliche Probleme mit diesen Schubladen. Wir sind zum Einen keine großen Fans davon und wurden zum anderen aus denen in die wir uns zu stecken versuchten von empörten Rezensionsschreibern wieder herausgerissen. Aufgrund der angeblich großen Nähe zu Children Of Bodom und/oder Dark Tranquillity – was uns sehr schmeichelt und wir auch zumindest in Zügen nachvollziehen können – haben wir dann wann immer es nötig war die Bezeichnung „Melodic Death Metal“ ausgepackt. Mit großem Melodic und kleinem Death wohl gemerkt. Das hat dann manchen auch wieder nicht gepasst weil wir ja zu wenig Death sind und weiß der Geier was sonst noch. Wenn wir uns dann auf Melodic Metal beschränkt haben kamen wieder die anderen an und sagten „Nicht mit diesem Gekreische!“. In unseren Promotion Texten haben wir uns jetzt schlicht als eine „Heavy Metal Band“ tituliert, weil das sind wir dann am Ende vielleicht doch noch am Meisten. Aber macht euch am Besten selbst ein Bild!

Musicscan: Welche Bands haben Euch maßgeblich beeinflusst?

Burden Of Life: Das kommt jetzt ganz drauf an mit wem von uns du dich unterhältst. Wir haben gar nicht mal sooo viele Bands auf die wir uns alle mit gleicher Menge Enthusiasmus einigen können. Aber für den Sound der Band sind es wohl die üblichen Verdächtigen aus dem Skandinavien der 90/00er wie Dark Tranquillity, In Flames und Children Of Bodom aber auch eine gehörige Portion Klassiker aus den 80ern wie Metallica, Judas Priest und vor allem Iron Maiden.

Musicscan: Da Ihr nun schon mehrere Veröffentlichungen vorweisen könnt und diese, soweit ich das beurteilen kann, immer in Eigenregie aufgenommen habt, scheint ihr immer noch wahre Musikenthusiasten zu sein. Würdet ihr sagen, daß sich die Situation für Bands insgesamt verschlechtert hat? Durch jede Schülerband, die heute ein Demo für wenig bis gar kein Geld aufnehmen kann, muß doch gerade der Aufwand, den ihr betreibt manchmal ein wenig undankbar erscheinen, oder?

Burden Of Life: Digitales Aufnehmen mit digitalen Verstärkern und programmierten Drums, Internet mit Myspace, MP3s und illegalen Downloads: Das sind alles Dinge die es ungemein schwer machen in der unfassbar gigantischen Flut an nahezu täglichen Veröffentlichungen noch gehört zu werden. Die Situation hat sich für die Gesamtheit der Musiklandschaft nicht verschlechtert, da ja fast alle den Zugang zu den modernen und besseren Möglichkeiten haben. Für die einzelne Band ist es allerdings schwieriger als früher geworden. Aber wie du richtig erkannt hast sind wir eben Musikenthusiasten und haben auch einfach Spaß daran unsere Sachen in einem möglichst professionellem Gewand aufzunehmen und zu veröffentlichen. Es ist schön und gut wenn unsere Musik bei Leuten ankommt aber zuallererst einmal muss sie natürlich uns fünf gefallen.

Musicscan: Wie seht Ihr die deutsche Szene? Hängen wir immer noch am Rockzipfel der USA?

Burden Of Life: Puh, ich bin kein großer Szenespezialist muss ich gestehen. Es ist kein Geheimnis, dass es der amerikanische Markt ist der wirkliche bestimmt wer groß ist und wer nicht. Das heißt aber nicht, dass die besten Bands automatisch von dort kommen. Und wir reden hier immer noch von Heavy Metal, einem Genre wo man die Dinge sowieso nicht an Verkaufszahlen messen sollte. Und ich habe in vielen Tourberichten und Interviews größerer Bands gelesen, dass die Europäer – oder auch die Südamerikaner – eine wesentlich stabilere Metalszene haben als die USA, in denen viel schnelllebigere Trends an der Tagesordnung sind. Ich glaube, dass der Metal in Europa wesentlich stabiler ist und konstanter gelebt wird als in den USA. Leider wird das wegen der Vorrangstellung der Amerikaner auf dem Musikmarkt gerne übersehen.

Musicscan: Meiner Meinung nach habt ihr gute Chancen mit dieser EP einen Deal zu ergattern. Plant Ihr so etwas, oder wollt ihr, auch um unabhängig zu bleiben, lieber weiterhin sozusagen einen „Amateurstatus“ beibehalten?

Burden Of Life: Nett, dass du sowas sagst. Du bist coolerweise auch nicht der Erste. Leider hat sich bis jetzt nichts in diese Richtung ergeben. Wir würden liebend gern mit einem Label zusammenarbeiten um unsere Musik noch besser unter die Leute zu bringen und mehr Konzerte zu spielen. Den „Amateurstatus“ kannste knicken. Das bedeutet auf gut Deutsch eigentlich nur zu wenig Auftritte zu spielen und zu wenig Leute zu erreichen. Ohne professionelle Hilfe steht man da heute leider ziemlich alleine da. Lass uns hoffen, dass deine Prognose sich bewahrheitet! ;)

Musicscan: Wie sieht die nähere Zukunft für Burden Of Life aus?

Burden Of Life: Für 2011 wollen wir einfach noch möglichst viele Auftritte spielen und Songs für unsere nächste Veröffentlichung schreiben. Und wer weiß, vielleicht findet sich ja im Verlauf des Jahres noch jemand dem wir unsere Musik zum weiteren Veröffentlichen unterjubeln können? Schön wärs ja! :)

 
 Links:
  burdenoflife.de
 
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