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Edge Of Spirit

Storie von: arne, am 19.01.2011 ]

In ihrer Heimat sind EDGE OF SPIRIT eine MetalCore-Institution. Hierzulande tritt das 1997 gegründete Quintett erstmalig mit seinem vierten Album in Erscheinung. Die Japaner teilten sich die Bühnen bereits mit Kalibern wie Aftershock, Heaven Shall Burn, Arch Enemy, Maroon, Hatesphere, Full Blown Chaos und Caliban. Bringt man die Genannten auf den kleinsten gemeinsamen Nenner, hat man eine ungefähre Vorstellung davon, wie EDGE OF SPIRIT klingen.

 
„Als wir mit der Band starteten, sind wir eine von ganz wenigen Hardcore-Gruppen in Japan gewesen,“ blickt Shouter Sho zurück. „Eine Szene oder ein Netzwerk gab es damals nicht. Heutzutage ist die Szene groß und agil. In ihr tummeln sich viele Bands unterschiedlichster Stile, und die Kids unterstützen sie alle. Es war wichtig, dass schon seit Jahren bekannte Gruppen aus aller Welt zu uns nach Japan kommen und touren. Das hat viele Kids mit der Musik vertraut gemacht und sie angeregt, eigene Bands zu starten. Wenn ich mich umschaue, gibt es inzwischen unglaublich viele Gruppen, die Beachtung verdienen – etwa Doggy Hood$, Sand, Numb, Loyal To The Grave und Fight It Out. Ich bin zuversichtlich, dass auch andere Bands den Sprung nach Europa und in die USA schaffen werden.“ Seit ihrer Gründung haben EDGE OF SPIRIT mehr als 700 Shows gespielt und auch international Präsenz gezeigt. Auftritte und Touren in Australien, Korea, Kanada und den USA stehen zu Buche. Im Zuge der Wiederveröffentlichung der selbst betitelten Scheibe der Japaner ist die erste Deutschland-Stippvisite für 2011 in Planung:

„Wir sind heute so motiviert wie zu Beginn unserer Karriere vor mehr als zehn Jahren, denn es passiert immer wieder etwas Neues, das uns weiter bringt,“ meint Sho. „So lange es da draußen Kids gibt, die sich für unsere Stücke interessieren, machen wir weiter. Wir wissen, dass wir noch eine Menge erleben und erreichen können und sind schon sehr gespannt, was uns das kommende Jahr bringen wird. Die Freude in den Gesichtern der Leute auf den Konzerten zu sehen, treibt uns an. Ein größeres Kompliment gibt es für eine Band schließlich nicht.“ Motivation ziehen die Japaner auch aus ihrem Umfeld und der diesem inne wohnenden Leidenschaft: „Sich in einer Jugend-orientierten Szene zu bewegen, hilft dabei, selbst jung zu bleiben und sich beständig zu fordern,“ weiß der Shouter. „Wir schätzen das sehr und haben auf der Straße und in den Clubs genauso viel Spaß wie die deutlich jüngeren Kids. Worauf es ankommt, ist die Einstellung, und die stimmt bei uns. Wir sind mit Haut und Haaren Teil der Hardcore-Szene und stolz darauf. Genau hier gehören wir hin. Das bedeutet nicht, dass wir ausschließlich innerhalb der HC-Szene auftreten und nur dort unsere Fans haben. Doch sie ist der Ort, an dem wir uns zu Hause fühlen. Eines unserer erklärten Ziele ist, Hörer und Musiker anderer Stilrichtungen zu stimulieren und sie mit anderen Impulsen vertraut zu machen. Im internationalen Kontext wollen wir beweisen, dass auch Japan in punkto MetalCore Einiges zu bieten hat.“


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Dass EDGE OF SPIRIT mit typischen Song-Konstrukten zwischen melodischem Death Metal, einer Prise Thrash und satten Core-Elementen im Sinne von Breakdowns und einer wuchtigen Mosh-Kante daherkommen, ändert nichts an der Durchschlagskraft ihrer Stücke. Die Japaner profitieren davon, dass man derart ursprünglichen MetalCore nicht mehr häufig zu hören bekommt, sich aber direkt an die erste Welle mit Heaven Shall Burn, Caliban & Co. erinnert fühlt:

„Da wir von Beginn an wussten, was wir wollten, ist unser Sound bis heute weitgehend unverändert geblieben,“ so Sho. „Natürlich sind wir als Musiker individuell besser geworden, doch wir spielen nach wie vor den Stil, mit dem wir gestartet sind. Um ehrlich zu sein, denken wir nicht zu viel nach, sondern spielen einfach drauf los. Die Art und Weise, wie unsere Songs entstehen, hat sich über die Jahre nicht geändert. Die Unterschiede zwischen unseren Veröffentlichungen sind auf personelle Wechsel zurück zu führen, obwohl wir versucht haben, unseren Stil unabhängig von Personen zu halten. Am Ende spielt aber stets die individuelle Komponente mit rein, selbst wenn man versucht, sie auszublenden. Die musikalische Richtung von EDGE OF SPIRIT ist gesetzt. Wir spielen einen Sound, zu dem sowohl Hardcore-Kids als auch Metal-Heads tanzen und headbangen können.“

Über Demons Run Amok wird das selbstbetitelte Album der Japaner ein Jahr nach dessen Erscheinen in Fernost auch in Europa auf den Markt gebracht: „Der Kontakt zum deutschen Label kam über das belgische Goodlife Recordings zustande, die bereits die japanische Version unseres aktuellen Albums in Europa vertrieben haben. Mit DRA haben wir von Beginn an eine gemeinsame Basis gefunden und die Zusammenarbeit ist gut angelaufen. Dem offiziellen Euro-Release blicken wir voller Vorfreude entgegen, wie auch der Tour, die im nächsten Jahr folgen soll.“ Die Erwartungen an die die Veröffentlichung schrauben die Japaner dennoch herunter:

„Wenn die Leute Notiz von uns nehmen und anschließend wissen, dass es unsere Band gibt, sind wir schon zufrieden. Wenn sie uns auch noch mögen, ist es noch besser. Wir sind bescheiden und nehmen es so, wie es kommt.“ Und doch werkeln die Japaner schon hart am Nachfolger. Bis zur Tour könnte der nächste Longplayer von EDGE OF SPIRIT fertig sein, wie Sho verrät: „Wenn alles glatt läuft, werden wir noch im ersten Halbjahr 2011 ins Studio gehen. Aller Voraussicht nach werden wir wieder mit Produzent Koichi Hara arbeiten, der schon unsere ersten drei Platten aufgenommen hat. Neil Kernon (u.a. Cannibal Corpse, Deicide, Nile und Skinless) soll den Mix übernehmen und Alan Douches wieder das Mastering.“

 
 Links:
  myspace.com/edgeofspirit
 
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