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Times Of Grace

Storie von: arne, am 07.01.2011 ]

Im Kontext von TIMES OF GRACE treffen zwei alte Weggefährten aufeinander, die mit Killswitch Engage vor Jahren den Modern-Metal(Core)-Meilenstein „Alive Or Just Breathing“ veröffentlicht haben. Multi-Instrumentalist und Produzent Adam Dutkiewicz ist bis heute Teil der beliebten Kombo, doch Sänger Jesse Leach, der mit seinem markanten Gesang für viele der besonderen Momente gesorgt hat, stieg aus und verdingte sich in der Folge bei Seemless und The Empire Shall Fall.

 
„The Hymn Of A Broken Man“ ist das Reunion-Werk der Beiden, mit dem Adam D. die wohl schwierigste Zeit seines Lebens verarbeitet: „Vor vier Jahren hat er sich schwer am Rücken verletzt und musste sich einer langwierigen Behandlung mit etlichen Aufenthalten in Krankenhäusern unterziehen,“ erzählt Jesse. „Zwischenzeitlich war nicht einmal klar, ob er je wieder laufen können würde. Seine Karriere als Musiker schien schon beendet. Um mit der Situation umzugehen und nicht verrückt zu werden, hat Adam das Album geschrieben. Zunächst war es nur in seinem Kopf, weil er im Krankenhaus nicht mehr machen konnte, als auf Besserung zu hoffen und sich abzulenken. Alles, was er hatte, war ein kleines Diktiergerät, auf dem er seine Ideen festhielt. Irgendwann ging es ihm dann glücklicherweise besser und er konnte beginnen, die Songs in Angriff zu nehmen. Zu diesem Zeitpunkt erhielt ich einen Anruf. Adam sagte mir, dass er an einem sehr persönlichen Album arbeite und mich als Sänger dabei haben wolle. Da konnte ich nicht nein sagen.“

Der Longplayer von TIMES OF GRACE kanalisiert auf eine schonungslos offene und persönliche Art und Weise die intensiven Emotionen, die Frustration, die Ängste und die widersprüchlichen Empfindungen von Adam. Der Titel der Platte konnte nur „The Hymn Of A Broken Man“ lauten. Mit dem Musiker durchleidet man all die Schmerzen und die Panik, um am Ende doch erlöst zu werden und neuen Mut zu schöpfen. Es ist so ähnlich wie beim KSE-Klassiker „Alive Or Just Breathing“:

„Es ist mir immer ein wenig unheimlich, wie ehrfürchtig viele Leute von der Platte sprechen, auch wenn es eine große Ehre ist, dass sich noch so viele an sie erinnern,“ meint der Sänger. „Für uns ist es nur schwer möglich, Vergleiche anzustellen. Wie will man sein jüngstes Werk neben eines stellen, das man vor acht oder neun Jahren geschaffen hat? Wir sind heute ganz andere Menschen mit anderen Ansprüchen


und einem gewachsenen Blick auf die Musik. Ich sehe einige Parallelen, doch die Unterschiede schlagen aus meiner Sicht stärker durch. Wir wollen ja als TIMES OF GRACE wahrgenommen werden und nicht als Mitglieder von Killswitch Engage, die ein ähnlich klingendes Projekt am Start haben. Die Wahrnehmung der Leute lässt sich aber nicht steuern. Wenn wir auffallen und die Songs ihre Hörer berühren, sind wir schon zufrieden. „The Hymn Of A Broken Man“ ist eine Herzensangelegenheit, mit der wir kein Geld verdienen wollen. Anfangs war nicht einmal geplant, dass die Songs überhaupt regulär erscheinen würden. Fest stand nur, dass wir dieses Album machen mussten, damit es Adam besser geht. Alles, was jetzt passiert, ist ein Bonus, mit dem wir nicht gerechnet haben. Beim Aufnehmen gab es nur uns beide und einen intensiven und fokussierten Arbeitsprozess. Eine solch intime Atmosphäre habe ich zuvor noch nie erlebt. Es war eine ganz neue Erfahrung, die sich in den Songs widerspiegelt.“

Ob oder wie es mit dem Projekt weiter gehen wird, ist aktuell noch nicht klar. Jesse schließt eine Fortsetzung nicht aus: „Es wäre schon toll, wenn TIMES OF GRACE mehr als nur eine einmalige Sache werden würde. Für den Februar sind zunächst einige Shows geplant, für die wir schon ein Line-Up gefunden haben. Darüber hinaus möchten wir aber keine Prognosen wagen, da wir alles Weitere auf uns zukommen lassen. Wir beide haben Hauptbands, die viel Zeit erfordern, während TIMES OF GRACE eine Angelegenheit des Herzens und etwas Besonderes ist. Wenn es uns gelingt, die nötige Zeit zu finden, ernsthaft an einem zweiten Album zu arbeiten, geht es vielleicht weiter. Wir setzen uns diesbezüglich nicht unter Druck. Wenn „The Hymn Of A Broken Man“ wie eine Bombe einschlägt, motiviert uns das vielleicht, den Weg mit TIMES OF GRACE weiter zu gehen. Für den Moment sind wir darüber glücklich, welch tolles Album uns geglückt ist.“

 
 Links:
  timesofgraceband.com
 
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