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Oceano

Storie von: Arne, am 30.12.2010 ]

OCEANO melden sich mit einem Zweitwerk zurück, das die Crossover-Tendenzen des letztjährigen Debüts in engere Schranken weist und sich stattdessen klarer strukturiert und bösartiger entfaltet. „Contagion“ ist ein Deathcore-Manifest, mit dem sich die Gruppe aus Chicago weitere Freunde erspielen wird.

 
„Im Songwriting haben wir von den Erfahrungen der ersten Platte profitiert,“ weiß Shouter Adam Warren. „Das war wichtig, weil wir dieses Mal in kürzerer Zeit fertig werden mussten. Nick und Devin sind als Gitarristen gerade frisch zur Band gestoßen, da ging es sofort richtig los. Eine bessere Einarbeitung hätte es für Beide nicht geben können. Neben dem Schreiben für das Zweitwerk sind wir ja auch durchgängig auf Tour gewesen. Das war eine Herausforderung, die uns an unsere Leistungsgrenze geführt hat. Doch wir sind in der Arbeit gewachsen und haben ganz bewusst darauf geachtet, dass jeder von uns Ideen zur neuen Platte beisteuert und sich einbringt. Nimmt man alles zusammen, steht mit „Contagion“ ein Album als Ergebnis, das sowohl straffer als auch kompakter ausfällt. Dieses Mal passt einfach alles zusammen. Während „Depths“ noch eine Sammlung von Songs gewesen ist, die über einen längeren Zeitraum hinweg entstanden sind und die nicht unbedingt etwas miteinander zu tun hatten, ist „Contagion“ ein wirkliches Album. Nachdem wir von Earache gesignt worden waren, hatten wir für „Depths“ nur noch einzelne Tracks geschrieben und aufgenommen. Dieses Mal ist alles frisch und neu, was den Unterschied zwischen beiden Platten begründet.“

Entstanden ist eine wuchtige, kompakte Platte, die ungemein drückt. Die Zeit zahlloser Line-Up-Wechsel scheint vorerst beendet. OCEANO treten als aufeinander eingespielte Einheit auf, die miteinander über die Summe der individuellen Fähigkeiten hinaus wächst: „Wichtig war es, dass die Wechsel keine Lücke gerissen haben und unsere neuen Mitglieder keine Eingewöhnungszeit brauchten,“ sagt Adam. „Es war nicht ideal, dass die Änderungen gerade beide Gitarren getroffen haben. Mit Nick und Devin sind wir aber schon lange befreundet. Sie waren mit uns und unseren Songs vertraut. Beide zählten zu unserem engen Umfeld, so dass es nur natürlich war, sie in die Band zu holen. Von Touren mit ihren alten Gruppen wussten wir, dass wir gut zusammen auskommen und sie die nötigen handwerklichen Qualitäten mitbringen. Da sie auch ähnliche Vorstellungen hinsichtlich


des Sounds hatten, war der Wechsel im Grunde nicht bemerkbar. „Contagion“ setzt das fort, was wir auf „Depths“ begonnen haben. Das sagt alles, und es ist uns darüber hinaus gelungen, den Sound von OCEANO weiter zu entwickeln.“

Im Songwriting setzt die Gruppe aus Chicago auf den Wechsel schleppender, grooviger MidTempo-Salven und offensiver Geschwindigkeitsattacken. Damit einher geht die Verbindung von technischen, handwerklich anspruchsvollen Passagen und solchen, die bauchgesteuert inszeniert werden und zum Headbangen einladen. Es gibt Argumente dafür, „Contagion“ als dem Deathcore-Zeitgeist entsprechende Veröffentlichung einzusortieren. Der Shouter kontert:

„Ich verstehe uns nicht als Deathcore, auch wenn uns viele Leute mit diesem Label belegen. Wir haben damit kein Problem, stellen allerdings zunehmend fest, dass Deathcore ein Image-Problem hat. Dagegen wehren wir uns dann. Kritik, die nur darauf beruht, dass sich einige Puristen mit den modernen Sub-Spielarten des Death Metal nicht anfreunden können, ist nicht gerechtfertigt. Nach den vielen Gruppen der letzten Zeit scheinen einige Leute zu glauben, der Deathcore würde den Death Metal negativ verändern und – noch schlimmer – aktuell dominieren. Das macht sie wütend und lässt sie einen lauten Protest anstimmen. Ich finde es schade, dass die Leute dabei übersehen, dass OCEANO und andere Gruppen ebenso große Death Metal-Fans sind wie sie selbst. Wir werden bisweilen wie die unehelichen Söhne des Death Metal gemieden, weil wir so jung sind und eine andere Interpretation spielen. Doch schon die Tatsache, dass es uns und andere inzwischen eine Zeit lang gibt, wir intensiv touren und beständig veröffentlichen, beweist, dass wir mit Herzblut bei der Sache sind und uns unseren Respekt auf die harte Tour verdienen wollen. Langsam scheint es sich diese Erkenntnis durchzusetzen und sich die Situation wieder zum Besseren zu wenden.“

Platten wie „Contagion“ sind gewichtige Argumente für den Deathcore, der Traditionsbewusstsein und einen verrückten Blick über den Tellerrand stimmig miteinander verbindet.

 
 Links:
  myspace.com/oceano
 
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