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Mary Fay

Storie von: arne, am 26.12.2010 ]

Die Schweden von MARY FAY treten auf ihrem Album „This Beautiful Storm“ als verträglicher Rock-Act an, der seine Songs vor allem melodisch und emotional entwickelt. Mit seiner unverkrampften Attitüde und den natürlichen Hymnen kreiert das Quartett ansprechende Momente, in denen es charmant und wohlklingend zugeht.

 
„Obwohl ich der Sänger der Band bin, muss ich sagen, dass man Gefühle mit Worten oftmals nur ungenügend ausdrücken kann,“ sagt Theodor Kassitas. „Erst, wenn Musik dazu kommt und sich die Worte mit Melodien und Atmosphäre verbinden, entsteht richtige Wirkung und die Grundlage dafür, die eigenen Emotionen mit Anderen teilen zu können. Es ist meine Hoffnung, möglichst viele Leute mit MARY FAY und unseren Songs zu erreichen und sie zu berühren. In unserer Band kommen unterschiedliche Geschichten und musikalische Vorlieben zusammen, die sich auf ein gemeinsames Verständnis und ein gemeinsames Ziel eingeschworen haben. Wir teilen dieselben Träume und agieren als starke Einheit, die etwas bewegen möchte.“ Die vier Schweden um den 18-jährigen Sänger setzen auf ihrem Debüt auf rockige Allgemeinplätze, die mit großen Gesten und viel Pathos angereichert werden. Der hohe emotionale Gehalt der elf Stücke könnte bei anderen Gruppen peinlich und übertrieben wirken, doch hier passt es:

„Für mich sind vor allem die eingängigen Melodien und die gefühlvollen Texte wichtig, die ruhig auch melancholisch und traurig ausfallen dürfen. Warum sich ein bisweilen schwermütiger Tenor einstellt, kann ich aber nicht sagen. Eigentlich sind wir alle von Natur aus fröhlich und optimistisch. Es ist mir jedoch lieber, die dunklen Seiten in unseren Songs auszuleben, anstatt sie im Alltag mit mir herum zu schleppen. Was mir auffällt, ist die Tatsache, dass wir Gefühle, die wir nicht in Worte fassen können, allein mit der Musik verarbeiten. Deshalb ist die bloße Musik so wichtig wie die Texte, denn sie transportiert absolute Aufrichtigkeit.“ Die Schweden finden stets die richtige Balance und bescheiden sich immer wieder. Daran, dass sie ihre modernen Hymnen zwischen Rock und Pop auf die verträgliche Spitze treiben, ändert das allerdings nichts: „Wenn uns künftig danach sein sollte, einen richtigen Pop-Song zu schreiben, werden wir auch das tun,“ so Theodor. „Das kann und möchte ich gar nicht ausschließen. Wichtig ist es, seinen eigenen Prinzipien treu zu bleiben. Das ist die einzige Maßgabe, der wir uns verpflichtet fühlen. Wir lieben es, neue Dinge auszuprobieren und haben auch mit dem Pop keine Berührungsängste.“ Gerade für junge Bands ist es oftmals schwierig, in verträglichen Rock-Sounds Reife und Anspruch zusammen zu bringen. Dem Vierer gelingt das auf „This Beautiful Storm“ ansprechend:

„Das Rad der Rock-Musik kann man nicht mehr neu erfinden, wenn man ehrlich ist,“ weiß der Sänger. „Alles, was auf den Markt kommt, ist mehr oder minder eine Aufwärmung bekannter Elemente. Dabei trifft man allerdings immer wieder auf Hörer, die diese Elemente noch gar nicht kennen. Insofern ist nicht Verwerfliches daran, Bekanntes aufzugreifen und neu zu arrangieren. In den Konnotationen gibt es durchaus Unterschiede, denn die Zusammensetzung jeder Band, die Träume und


Möglichkeiten der Musiker sind verschieden. Wir versuchen immer auch, eigene Akzente zu integrieren. Gerade das macht ja die Herausforderung aus.“ Was im Falle der jungen Skandinavier zu einem hörenswerten Ergebnis geführt hat: „In unseren Ohren und mehr noch in unseren Vorstellungen gibt es schon einen typischen MARY FAY-Sound. Aktuell sehe ich keinen Grund, warum wir uns um 180 Grad drehen und etwas komplett Anderes tun sollten. Im Songwriting nutzen wir alle Freiheiten, so dass wir den Sound von MARY FAY, den wir vom Grundsatz her gefunden und definiert haben, zusehends ausarbeiten und akzentuieren können. Es ist unser Anspruch, einen möglichst eigenständigen Sound zu entwickeln, mit dem wir auffallen. Wir sind jedoch realistisch genug, um zu wissen, dass das ein sehr ambitioniertes Ziel ist. Meiner Meinung sollte man aber immer nach dem Maximum streben und schauen, wie weit man damit kommt. Man kann sich ja nicht schon im Voraus zurücknehmen. Nur eindimensional einem Stil zu folgen, ist in meinen Augen zu wenig, ebenso, wie sich ausschließlich auf die traditionellen Spielmuster einer Richtung zu verlassen. Es ist so viel erfüllender, wenn man eigene Wege und seine Ideen ausprobiert.“

Angesichts dieser reflektierten Ausführung des Sängers überrascht die sachliche und vorwärts gerichtete Bewertung des Debüts nicht: „Dafür, dass es unser erstes Album ist, sind wir mit „This Beautiful Storm“ insgesamt sehr zufrieden. Erstmals haben wir in einem professionellen Studio mit einem erfahrenen Produzenten gearbeitet. Im Vorfeld wussten wir nicht, was uns erwarten würde, doch wir haben das Beste aus der Situation gemacht und uns schnell zu Recht gefunden. Das Abenteuer der Aufnahmen haben wir gut gemeistert und wir wissen schon, was wir beim nächsten Mal noch besser machen können. Hinsichtlich der Rezeption des Albums würde es mir schon reichen, wenn die Leute bei uns einen Fluchtweg aus der Realität und Songs finden, mit denen sie sich wohl fühlen und zu denen sie eine emotionale Verbindung aufbauen können.“

Das dürfte angesichts der eingängigen, wohlklingenden Sounds von MARY FAY nicht schwerfallen, deren musikalische Güte man ja jederzeit im Internet testen kann: „Ich schätze die Möglichkeit, dass man als Künstler mit dem Internet heute Menschen auf der ganzen Welt ohne viel Aufwand erreichen und begeistern kann,“ meint Sänger Theodor. „Dafür braucht man weder viel Geld noch die Unterstützung der Musik-Industrie. Im besten Fall reicht Mund-zu-Mund-Propaganda. Wenn man seine Band als Hobby betreibt, ist es toll, dass sich die Leute die Songs einfach so downloaden können. Das führt in der Breite zwar dazu, dass viele Leute keine Bereitschaft mehr haben, für Alben Geld zu bezahlen, doch dieses Problem tangiert uns aktuell nicht. Wir genießen noch die Vorzüge und freuen uns über jeden Hörer, der sich für uns interessiert.“

 
 Links:
  myspace.com/maryfayswe
 
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