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Black Anvil

Storie von: arne, am 22.12.2010 ]

Direkter, schrammliger Underground-Metal bestimmt „Triumvirate”, das zweite Album von BLACK ANVIL. Das Trio aus New York versieht seinen Sound mit einer kratzigen Old School-Attitüde und zeigt sich von Legenden wie Venom, Celtic Frost, Hellhammer und Darkthrone beeinflusst. Weniger ist mehr, wenn es der rohen Anlage der Songs dient und ihren brutalen Charakter stärkt.

 
Wenn man sich auf den Seiten von Relapse Records über die Band informiert, ist nirgends die Rede davon, dass die Musiker vom Big Apple eine Hardcore-Vergangenheit haben. Für die Rezeption von „Triumvirate” ist dieses Wissen zwar nicht wesentlich, doch interessant ist es allemal: „Es stimmt, wir alle haben in verschiedenen Hardcore-Bands gespielt, ich selbst u.a. bei Kill Your Idols,“ bestätigt Bassist und Shouter Paul. „Neben BLACK ANVIL bin ich auch heute noch in einer Punk-Kombo aktiv. Stilistisch kenne ich keine Grenzen, solange ich mich ausleben kann. Kill Your Idols und Jump Into Costumes sind damals aber nicht aufgelöst worden, weil wir mit BLACK ANVIL starteten. Bevor es losging haben wir uns in anderen Konstellationen und Stilen versucht, doch mit der Zeit reifte der Wunsch, Metal zu spielen, ohne dass wir unsere Einstellung als Musiker verändert hätten. Wir sind lediglich ernsthafter bei der Sache und im Kontext von BLACK ANVIL brutaler und aggressiver als mit unseren anderen Bands. Aber auch hier geben wir 100%. Egal, ob Metal, Hardcore oder Punk – wir geben immer alles und präsentieren uns so, wie wir sind. Die Gruppe existiert seit nunmehr drei Jahren, vielleicht sogar etwas länger. Mit unseren harten Songs kein Teil der „normalen Gesellschaft“ zu sein, treibt uns an und lässt uns weitermachen. Wir sind Individuen, die ihre Kreativität ausleben und sich dabei von niemandem reinreden lassen.“

In dieser Einstellung spiegelt sich eine tiefe Verwurzelung im Underground wider, die auch musikalisch gegeben ist: „Wenn wir an etwas glauben, stehen wir voll und ganz dahinter und ziehen es durch. Vom Gefühl her sind wir mit BLACK ANVIL seit drei Jahren nonstop auf Achse. Dabei haben wir gelernt, die Band auf einem professionellen Level zu fahren und auch in schwierigen Zeiten miteinander auszukommen. Nach all den Jahren im Underground wissen wir, dass man sich um die Meinungen von Anderen nicht zu kümmern braucht. Von Leuten, die kein Verständnis für das haben, was du tust, oder die vermeintlich kluge Ratschläge erteilen, darf man sich nicht beeinflussen lassen. Wichtig ist, dass man an sich glaubt und das durchzieht, was man selbst will. So halten wir es wenigstens.“ Aus den von Haus aus limitierten Möglichkeiten der Dreierbesetzung holen die New Yorker auf „Triumvirate” ein Maximum heraus und überzeugen mit primitiver Boshaftigkeit und einem authentischen Old School-Feeling:

„Die Anlage von BLACK ANVIL ist direkt und überschaubar,“ reflektiert der Bassist und Shouter. „Dennoch fordern wir uns beständig heraus, weiter zu gehen und mehr zu geben. Wir gehen unseren Weg und setzen einen Schritt nach dem anderen. Dabei sind wir allein uns selbst Rechenschaft schuldig und spielen das, was uns liegt und womit


wir uns wohl fühlen. Mit den Gruppen der flinken Finger können wir uns handwerklich nicht messen. Dafür erlangen wir Individualität, indem wir einen Sound bemühen, der heutzutage selten ist. Wir sind wir, Punktum.” In ihrer Entwicklung lassen sich die Musiker weder hetzen noch herein reden. Das rabiate Zweitwerk spricht für das Trio: „In drei Jahren haben wir schon eine Menge erlebt,“ so Paul. „Zunächst beginnst du, Songs zu schreiben. Wenn die Band ins Rollen kommt, investierst du mehr Zeit, schreibst mehr, spielst mehr Konzerte und räumst der Band immer mehr Platz in deinem Leben ein. BLACK ANVIL ist längst zum wichtigsten Teil in unseren Leben geworden und bis heute hat der Reiz der ersten Tage nicht nachgelassen. Nachdem wir wussten, welche Richtung wir nehmen würden, hat es uns gepackt. „Triumvirate” ist die perfekte Fortsetzung unseres Debüts, auch wenn es im Detail anders angelegt ist. Einen Teil der Hörer trifft es unerwartet, die anderen fühlen sich in ihren Vorahnungen bestätigt. Und doch ist bislang jeder positiv überrascht gewesen. Die größere Tiefe und die anders gesetzten Gitarren und Drums verleihen dem Album eine eigene Aura.“

Wie schon auf dem Debüt „Time Insults The Mind“ setzen BLACK ANVIL auf den Wechsel fieser Tempo-Attacken und düster-bedrohlicher MidTempo-Momente. Insbesondere in den heftigen Passagen streut das Trio immer wieder führende Melodiebögen ein, die das Album hörbar halten und sogar für Wiedererkennung taugen: „Wir sind mit der Produktion zufrieden und fühlen uns gut repräsentiert. Im Studio haben wir mit BLACK ANVIL nicht mehr Zeit als mit unseren Punk-Bands. Alles muss schnell gehen, so dass man kaum Chancen hat, Alternativen auszuprobieren oder Tracks in mehreren Versionen einzuspielen. Deshalb muss man wissen, was man will und wie es klingen soll. Das kommt unserer direkten Anlage zugute. Wir haben keine Probleme, unter Druck auf den Punkt zu kommen und unser Bestes zu geben. Am Ende muss das transportierte Gefühl stimmen und das ist der Fall. Die Leute sollten sich aber auch die Mühe machen, sich mit unseren Texten zu beschäftigen. Nur wenn man das tut, kann man nachvollziehen, worum es uns mit den einzelnen Stücken geht.“

Die New Yorker geben sich durchweg angriffslustig und hasserfüllt, gewichten ihre Lyrics dabei ebenso stark wie die bloße Musik: „Unsere Texte sind persönlich gehalten und beschäftigen sich mit unterschiedlichen Facetten des Daseins neben dem, was als normal und gesellschaftsfähig angesehen wird. Wir sind Außerseiter am Rande der Gesellschaft. Unsere Musik ist die Reaktion auf das, was wir tagtäglich erleben. Einzelne Songs möchte ich nicht hervorheben. Wer die Texte liest, versteht sofort, was uns bewegt und wo die Gründe zu suchen sind.“

 
 Links:
  myspace.com/blackanvilny
 
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