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Motorjesus

Storie von: arne, am 14.12.2010 ]

Das Cover gibt es vor: Bei MOTOJESUS brennt die Luft und das Adrenalin kommt gehörig in Wallung, wenn die Band aus Mönchengladbach ihre PS lautstark und unwiderstehlich auf die Straße bringt. Der schwarze Pontiac V8 ist natürlich durch und durch Klischee, doch im Kontext von „Wheels Of Purgatory” geht es ja um Maskulinität, unbändige Energie und dreckigen Rock’n’Roll mit satter Metal-Kante.

 
Die Tracks des Drittwerks der Band gehen in ihrer schroff-hymnischen Anmutung direkt ins Ohr und zaubern ihren Hörern unweigerlich ein Grinsen ins Gesicht. Als Anhaltspunkte sollen Smoke Blow, Zeke, Motörhead, ANA, Grope, Probot und Volbeat dienen. Geht es in Richtung Stoner, fühlt man sich an Queens Of The Stone Age erinnert, während die kleine Grunge-Kante Assoziationen zu Soundgarden und Alice In Chains hervorruft: „Wir sind mit der neuen Platte sehr zufrieden,“ äußert sich Sänger Chris. „Das Ergebnis ist bei Beginn einer Aufnahme immer sehr schwer abzuschätzen. Wir haben sprichwörtlich viel daran geschraubt und jede Menge Zeit, Schweiß und Herzblut in die Aufnahmen gesteckt, um für das dritte MOTORJESUS-Album das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Einige der Songs haben uns im Nachhinein positiv überrascht, da manche von ihnen sogar noch ‘ne Ecke besser geworden ist, als wir es zunächst angenommen haben. Wir sind alle sehr gespannt, wie die Platte ankommen wird und können es kaum abwarten, bis sie endlich draußen ist.“

Die Musiker fahren sattes, bauchgesteuertes Tempo und erschaffen einen explosiven, mitreißenden Kick Ass-Rock’n‘Roll mit ausgeprägter Heavy-Edge, der letztlich ganz für sich allein steht und begeistert: „Wer die ersten beiden Alben kennt, der bemerkt ganz schnell, dass unsere dritte Scheibe in dieselbe Kerbe schlägt und eine logische Fortsetzung ist,“ ordnet Bassist Roman „Wheels Of Purgatory“ ein. „Dem bisherigen Stil sind wir treu geblieben, da er einfach genau unser Ding ist: fetter Rock mit dicken Eiern- es muss direkt in den Fuß gehen! Es ist die Art von Musik, die wir auch privat gerne hören; wie Mustasch, Danko Jones, Spiritual Beggars und Corrosion Of Conformity. Es würde uns wohl keiner abnehmen, wenn wir plötzlich MetalCore oder so etwas machen würden, nur weil es gerade in Mode ist. MOTORJESUS ist fetter Heavy Rock, und das bleibt auch so!“

Das Drittwerk der Band aus NRW drückt ungemein viel Selbstbewusstsein und treffsichere Stilsicherheit aus. Deshalb kann es sich die Band auch erlauben, Motorengeräusche einzuspielen und jedes Stück zur Hardrock-Hymne zu erklären: „Generell muss man sagen, dass wir unser Songwriting aus dem Bauch heraus betreiben,“ sagt Sänger Chris. „Wir sind keine studierten Musiker, sondern einfach Jungs, die selbst totale Metal- und Hardrock-Fans sind. Vieles von dem, was wir schreiben, entsteht intuitiv und nicht durchgeplant. Der Groove ist ein Stilmittel, das den Sound von MOTORJESUS prägt; aber das gilt auch für klassischen Hardrock, Rock’n’Roll-Elemente und ‘ne ganze Portion Metal. Was unsere Songs am Ende ausmacht, ist schwer zu sagen. Wir machen das, worauf wir Bock haben und schon sind die ersten Demos neuer Songs fertig. Seit dem ersten Demo „Demonride“ haben wir keine Kurskorrektur vorgenommen.


Eine ordentliche Portion Klischee und „Ich mach jetzt mal auf dicke Hose-Attitüde“ gehört für mich zu einer Rock-Band einfach dazu. Wir betreiben das aber mit einem großen Augenzwinkern. Was wir so erzählen, wird doch hoffentlich kein Mensch ernst nehmen.“

Die Mönchengladbacher haben mit „Wheels Of Purgatory“ ein kompakt-brachiales Werk eingezimmert, das mit auf eine ereignis- und temporeiche Reise nimmt und dabei ganz natürlich auch einen unheimlichen Nachhaltigkeitseffekt entwickelt. In Zeiten, in denen Kollegen wie Volbeat endgültig in der Heavy-Breite angekommen sind, dürften auch die Deutschen gute Chancen haben, ihren Aktionsradius auszuweiten: „Man merkt zumindest, dass die Leute von diesem ganzen MetalCore-Hype müde und übersättigt sind. Stattdessen haben sie Bock auf etwas Anderes,“ bestätigt es Chris. „Da bilden Heavy Rock oder Rock’n‘Roll eine Alternative aus einer ganz anderen Richtung. Ob das jetzt der nächste Trend wird, bleibt aber abzuwarten. Der Erfolg von Volbeat liegt meiner Einschätzung nach an ihrer harten Arbeit und ihrer Eigenständigkeit. Als MOTORJESUS machen wir seit zehn Jahren unser Ding und schielen nicht auf Trends. Das ist nix für uns. Wir stehen einfach auf alten Hardrock, Metal und Rock’n’Roll und sind in erster Linie selbst Fans dieser Musik. Noch immer freuen wir uns über jeden Fan, der unsere Musik mag, und schauen ganz entspannt auf das, was bei MOTORJESUS und mit unseren Platten passiert.“

„Wheels Of Purgatory“ startet mit einem furiosen Kick-Start und pendelt sich später auf einer melodisch-deftigen Reisegeschwindigkeit ein. Die Mischung aus Heavy-, Groove- und Melody-Parts ist stimmig und sorgt für Unterhaltung: „Die Balance innerhalb der Songs ergibt sich aufgrund der verschieden Einflüsse von alleine,“ weiß Gitarrist Guido, der in diesem Jahr nach zwischenzeitlicher Abstinenz ins Line-Up zurück gekommen ist. „Natürlich versuchen wir, im Songwriting besser zu werden und probieren das eine oder andere gezielt aus. Oft hat es sich aber bewahrheitet, dass die besten Ideen spontan sind und aus dem Bauch heraus kommen. Wichtig ist, dass am Ende die Mischung stimmt. Es darf nicht zu viel des Guten sein. Da kann es dann passieren, dass es der ein oder andere Song nicht aufs Album schafft, obwohl er eigentlich gut ist.“

Hymnen gibt es bei MOTORJESUS aber mehr als genug, was eine der Stärken der Band ist: „Klar haben wir den Anspruch, gute Musik zu schreiben,“ bestätigt es Sänger Chris. „Die muss in erster Linie uns gefallen und dafür ausreichend abwechslungsreich sein. Jeder von uns hat unterschiedliche Einflüsse und bringt diese ins Songwriting mit. Mal hat man Bock auf die Metal-Keule, dann wider auf straighte Rock’n’Roll-Riffs. Wir setzen uns da keine Limits und probieren alles aus, was den Songs dienlich sein könnte. Daraus entsteht irgendwie der Stil von MOTORJESUS. Das Ding muss einfach knallen und fertig.“

 
 Links:
  myspace.com/motorjesus
 
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