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Daath

Storie von: arne, am 14.11.2010 ]

Die aus Atlanta, Georgia stammenden DÅÅTH geben sich auf ihrem vierten, selbst betitelten Album uneingeschränkt inspiriert, ausgewiesen technisch und partiell verrückt. In den 13 Tracks kommen viele rabiate Elemente aus dem extremen Feld zwischen Death-, Thrash- und Black Metal zusammen. Dazu gesellen sich eine dichte, düstere Atmosphäre und die experimentierfreudige, vorwärtsdenkende Einstellung der Musiker.

 
Das Quintett war schon immer gut, doch mit ihrem neuen Album glückt DÅÅTH ein extremer Geniestreich der Extraklasse. Gitarrist Eyal Levi nimmt das Kompliment gerne an: „Wir sind unglaublich stolz darauf, so viele gute Songs innerhalb kürzester Zeit geschrieben und aufgenommen zu haben. Nun sind wir gespannt, wie das Material bei den Leuten ankommt. Es ist schon fast schade, dass man immer einige Monate warten muss, bevor man ein neues Album veröffentlichen kann. Wir stecken voller Motivation und Energie; sind ungemein kreativ und produktiv. Sich als Musiker und Songwriter weiter zu entwickeln, ist unglaublich befreiend und befriedigend. Das neue Album ist das richtige Statement zur richtigen Zeit. Jeder von uns hat seine bislang beste Arbeit abgeliefert und seine Fähigkeiten nicht nur summiert, sondern auf ein neues Level gehoben. Mit der neuen Platte sind wir über uns selbst hinaus gewachsen. Es fühlt sich phantastisch an. Wir sind voller Zuversicht, dass die Hörer nachempfinden werden, was uns bewegt hat, als wir die Stücke geschrieben haben. Ich bin überzeugt davon, dass sich Qualität durchsetzt. Wir haben unsere Pflichtaufgabe erfüllt.” Shouter Sean Z setzt direkt nach:

„Die Maßgabe, nach der alle unsere Songs entstehen, ist es, dass sie „Metal As Fuck“ sein müssen und keine Kompromisse eingehen dürfen. Es geht uns darum, möglichst brachial und aggressiv aufzuspielen, um all das raus zu lassen, was sich in uns aufgestaut hat. Als ich aufgewachsen bin, habe ich viel Pantera gehört und bin bis heute davon beeindruckt, wie direkt und ungeschönt sie ihren Metal auf den Punkt brachten. Heute höre ich nur noch selten Pantera, doch im Kontext von DÅÅTH versuche ich, Ähnliches umzusetzen.“ Die Kreativachse um das kongeniale Gitarren-Duo Emil Werstler und Eyal Levi hatte schon auf dem Century Media-Einstand „The Concealers“ geglänzt. Nun hat man sich auch im Verbund zu einer ernst zu nehmenden Metal-Kapelle gemausert: „Wir sind ein Haufen von Musikern, die nicht so schnell zufrieden zu stellen sind und für sich selbst beständig neue Herausforderungen suchen,“ so Eyal Levi. „Verschlimmert wird das Ganze dadurch, das wir schnell gelangweilt sind. Wann immer wir zusammen kommen, um zu proben oder neue Stücke zu schreiben, wird unsere übergeordnete Vision ein wenig klarer. Im Songwriting akzeptieren wir nur eine Maßgabe: Alles geht und wir stecken niemals zurück. Für die Entwicklung der Band ist es von entscheidender Bedeutung, dass jedes Mitglied jenseits der Proben und Auftritte permanent an seinen individuellen Fähigkeiten feilt, um noch besser zu werden. Stagnation bedeutet für jede Band den Tod. Deshalb ist es unser Anspruch,


wann immer wir zusammen arbeiten, etwas Neues auszuprobieren.“

Das düster-vernichtende Gesamtbild verlieren die Musiker dabei zu keiner Zeit aus den Augen. Die US-Amerikaner legen hörbar wert darauf, kompakt und bissig aufzuspielen; die Entwicklung ihrer Songs aber nicht abzuschneiden und ihnen Raum zum Atmen zu gewähren. Die Mischung aus fokussierter Extremkost und etwas (!) lockerer Brachialität formt ein gleichsam tightes wie facettenreiches Album, mit dem DÅÅTH auf breiter Front glänzen: „Als wir mit der Arbeit begannen, hatte ich zwanzig Ideen,“ äußert sich Shouter Sean Z. „Als wir fertig waren, sind es hundert mehr gewesen, die sich während der intensiven Songwriting-Phase spontan eingestellt haben. Wir versuchen, nichts zu verwerfen und alle Einfälle auf ihre Tauglichkeit hin zu prüfen. Bei den Gesangseffekten zeigt sich das sehr deutlich. Wir haben viele verrückte Tricks eingebaut. Stellenweise habe ich auf dem Boden liegend in sechs verschiedene Mikros geschrien, die jeweils mit anderen Effekten belegt waren. Wenigstens meiner Auffassung nach hat sich das ausgezahlt. Wenn man mit offenen Ohren durch die Welt geht, findet man automatisch viele Kleinigkeiten, die einen inspirieren und auf neue Ideen bringen. Ganz bewusst habe ich aber auch viele Bands ganz unterschiedlicher Richtungen getestet und mich mit Stilen beschäftigt, die ich zuvor nicht kannte. Wenn man immer nur Dasselbe hört, kann man nur schwer aus seinen gewohnten Bahnen ausbrechen. Neues kennen zu lernen, regt die eigene Kreativität an und hilft dabei, weiter zu kommen.“

Mit der neuen, selbst betitelten Platte erreicht das Quintett aus Atlanta, Georgia eine derart bissige Vehemenz und Durchschlagskraft, dass für Freunde modern und technisch angelegter Abrissbirnen kein Weg mehr an ihm vorbeiführt: „Ich sehe den Raum für uns und bin überzeugt davon, dass wir mit DÅÅTH einen nachhaltigen Eindruck auf die Welt des extremen Metal ausüben können,“ meint Gitarrist Eyal Levi voller Überzeugung. „Es ist noch zu früh, zu sagen, wie sich dieser Eindruck auswirken wird, aber die Chance ist zweifellos gegeben. Wir verschwenden jedoch keine Zeit, über solche Dinge nachzudenken, und konzentrieren uns stattdessen lieber voll und ganz auf die kreative Arbeit. Unsere Songs sollen aufrichtig und besonders sein. Wir schreiben Stücke, die uns alles abfordern. Da wir selbst nicht so schnell zufrieden zu stellen sind, ist die Chance groß, dass auch die Hörer von ihnen umgehauen werden. Ich hoffe darauf, dass wir heftige Reaktionen hervor rufen. Im Zweifel sollen uns die Leute lieber abgrundtief hassen und ablehnen, als uns gleichgültig gegenüber zu stehen.“

 
 Links:
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