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Madball

Storie von: arne, am 01.11.2010 ]

Die New Yorker Hardcore-Helden MADBALL veröffentlichen eine neue Platte. „Empire“ präsentiert das Ostküsten-Quartett in Bestform; ist straight, drückend aggressiv und bringt all die Qualitäten mit, für die Freddy Cricien, Hoya & Co. bekannt sind und von den Fans geliebt werden. Wer braucht schon Innovationen, wenn eine Band ihre Aufstellung zwischen Old School-Geknüppel, Beatdown-Mosh und herb gepressten Vocals schon im Teenager-Alter gefunden und effektiv auf den Punkt gebracht hat?!

 
„Zu Beginn ist Hardcore zweifellos eine Bewegung der Jugend gewesen,“ bestätigt es Freddy im Gespräch. „Die Jugendlichen sind nach wie vor ein wichtiger Teil der Szene, versorgen sie mit frischem Blut und helfen dabei, die Ideale weiter zu tragen. Dennoch zeigt die Realität, dass auch den älteren Mitgliedern der Szene, zu denen wir heute längst zählen, eine wichtige Bedeutung zukommt. Sie weisen die Richtung und erinnern die neuen Leute daran, woher der Hardcore kommt und wofür er steht. Die Szene braucht Beides, die Verbindung von jung und alt, um ihre Balance zu finden und zu bewahren. MADBALL und ich selbst haben stets versucht, eine Brückenfunktion zwischen den Generationen wahrzunehmen. Das ist bis heute unser Anliegen. Diese Aufgabe und die Möglichkeit, wie ein Idiot auf der Bühne herum springen zu können, halten mich jung.“ In Stücken wie ,Danger Zone‘, ,All Or Nothing‘, ,Tough Guy‘ und ,R.A.H.C.‘ (,Real American Hardcore‘) setzen die vier New Yorker auf die hinlänglich erprobte Mixtur zwischen schleppendem Mosh und direkter Attacke mit harten Texten, die von einem eben solchen Leben zeugen:

„Es gibt immer etwas zu sagen,“ meint der Shouter. „Wenn man am Leben ist und mit offenen Augen durch seine Nachbarschaft geht, findet man immer Dinge, die es wert sind, in Songs thematisiert zu werden. Bis heute haben wir als Menschen und als Band schon verdammt viel durchgemacht und noch längst nicht alle Erlebnisse in unseren Stücken verarbeitet. Was uns antreibt, ist die Überzeugung, noch lange nicht unser volles Potenzial abgerufen zu haben und noch besser werden zu können. Wir sind seit 20 Jahren aktiv, doch ich fühle mich keinesfalls alt. In uns ist nach wie vor unbeschreiblich viel Energie, die sich ihren Weg nach draußen sucht. Als Musiker sind wir über die Jahre besser geworden, so dass wir heute auch bessere Songs schreiben. In der Musik ist es wie im Leben: Man tut etwas, lernt seine Lektionen und wächst daran.“ Cricien & Co. halten mit ohnehin unnötigen Experimenten hinter dem Berg und betonen auf „Empire“ allein ihre Stärken; präsentieren sich musikalisch gewohnt angriffslustig: „Wir ruhen uns keinesfalls auf unseren Lorbeeren aus, doch wir wissen natürlich, wofür MADBALL stehen und welchen Sound wir repräsentieren,“ äußert sich Freddy. „Wenn man sich wie wir einen markanten, starken Stil angeeignet hat, den die Leute schätzen, muss man ihm auch folgen. Wir stehen zu dem, was wir sind, und spielen das, was wir am Besten können. Wenn ich einen anderen Sound machen möchte, starte ich ein Projekt, denn der Weg von MADBALL ist gesetzt. Dennoch hat jedes unser Alben seine ganz besondere Bedeutung und ist durch die Zeit seiner Entstehung geprägt. Sie alle sind Kapitel im Buch von MADBALL und beschäftigen sich mit den Erlebnissen und Erfahrungen, die wir gemacht haben. „Empire“


ist aktuell mein liebstes Kapitel, weil es widerspiegelt, was wir aktuell denken und fühlen.“

Die New Yorker Institution liefert abermals beste Durchhalteparolen: „„Empire“ erzählt davon, die eigenen Ziele mithilfe harter Arbeit und mit Kampf zu erreichen. Mit unserer Band und anderen Anstrengungen haben wir in der Hardcore-Szene unser eigenes „Empire“ aufgebaut. Ohne die Unterstützung unserer Familien und der von Freunden und den Fans, die an uns glauben, wäre uns das nicht möglich gewesen. Ohne ernsthafte Bemühungen und Rückschläge geht es dabei natürlich nicht, denn sie gehören einfach mit dazu. Wir spielen den Soundtrack für Leute wie uns – für unsere Familien, die Hardcore-Szene, Leute im Knast, für die Underdogs der Gesellschaft und für aufrichtige Leute überall auf der Welt. Wir lassen einfach das raus, was in uns ist, und damit können sie sich identifizieren und finden die Kraft, ihren Alltag zu meistern.“ Das klingt nach alt bekannten Aussagen, doch Freddie blickt heute durchaus differenziert auf die eigene Sub-Spielart:

„Seit meinem zwölften Lebensjahr bin ich Teil der Hardcore-Szene. Heute befinde ich mich in der Mitte meiner 30er Jahre. In dieser langen Zeitspanne habe ich viel erlebt; mit der Band und im Privaten. Das Einzige, was ich manchmal vermisse, ist die Zeit, in der ich noch keine Verantwortung tragen musste. Doch ich bereue nichts und fühle mich in meinem Leben und mit der Band wohl. Für uns ist Hardcore nach wie vor der Lebensstil, der uns alles bedeutet. Natürlich gibt es in meinem Leben auch andere Leidenschaften und Dinge, die mich bewegen, doch mit der Hardcore-Subkultur werde ich auf ewig verbunden sein. Mit MADBALL glauben wir an die Kraft und die Ideale des Hardcore; kennen seine Geschichte und respektieren sie. Darum geht es. Wer sich für die Szene und ihre Ideale nicht interessiert, soll nicht versuchen, von ihr in irgendeiner Weise zu profitieren und uns unser Ding machen lassen.“ Freddy Cricien, Hoya & Co. sind eines der namhaften Aushängeschilder der Spielart und haben einige der bis heute gültigen Standards definiert: „Im Kontext von MADBALL verbessern wir uns mit jeder Platte, doch wir achten darauf, es nicht zu übertreiben,“ fasst es der Shouter zusammen. „Man muss das richtige Maß finden, sich einerseits weiter zu entwickeln und andererseits auf seine Stärken zu vertrauen. Unseren Basis-Sound haben wir schon früh gefunden. Ohne Kompromisse einzugehen oder die Richtung zu ändern, sind wir über unsere Veröffentlichungen hinweg immer besser geworden, stehen aber nach wie vor zu unserer traditionellen Herkunft. Ich bin stolz auf alles, was wir bis heute erreicht haben. Wir sind einen weiten Weg gegangen. Anfangs waren wir nur ein Haufen junger Kids von der Straße. Heute sind wir eine Macht, die anerkannt und unterstützt wird. Danke dafür!“

 
 Links:
  www.myspace.com/madball
 
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