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Cave In

Storie von: arne, am 22.12.2002 ]

Ende Februar wird das RCA- Debüt von CAVE IN erscheinen. Bereits Mitte Januar wird die Band aus Boston in unseren Breiten auf Headliner-Tour unterwegs sein und die ausgefallenen Gigs der Foo Fighters- Tour nachholen. Schön.

 
Im November erschien die aktuelle "Tides Of Tomorrow" EP der Band noch einmal auf Hydra Head. Angeblich sei das Longplayer-Material dem Major Label RCA zur Veröffentlichung nicht ausgereift genug gewesen, hieß es gerüchteweise, und die Band müsse es noch einmal überarbeiten. Offiziell wurde von Timing-Problemen zwischen Band und Producer gesprochen. In der Mitte wird die Wahrheit liegen.

Fest steht jedenfalls, dass CAVE IN gerade in den Staaten zusammen mit Jimmy Eat World und Sparta eine ausgedehnte, abgefeierte Tour spielten. Um die entstandene Wartezeit auf das dritte Album der Bostoner für die Fans zu verkürzen und um das Interesse an der Band wach zu halten, erschien besagte EP auf dem bisherigen Stamm-Verlag der Jungs.

Für mich persönlich ist die EP mehr als nur ein Platzhalter bis zum nächsten Album und ich kann nicht nachvollziehen, warum die Songs von den Kritikern oftmals zerrissen wurden. Im Prinzip baut die Band nur konsequent den Weg aus, den sie mit ihrer zweiten Platte eingeschlagen hat: "Jupiter" wirkt auf mich heute in vielerlei Weise überholt." meint auch Mastermind Steve Brodsky: "Wir können unsere Songs heute viel besser anrangieren und so die wirklich guten Parts noch deutlicher hervorheben.".

CAVE IN haben sich inzwischen zu einer astreinen Indie-Rock-Band gemausert, die einfach unglaublich schöne, leicht poppige Songs zu schreiben weiß. Dabei fallen die neuen Songs nicht mehr psychedelisch schwer sondern unglaublich beschwingt und positiv aus: "Je leichter eine Stück klingt, desto schwerer war es dieses zu schreiben. Wenn wir im Proberaum am Ende eines solchen Songs feilen, sind wir allen Ideen gegenüber offen und verwerfen sie nicht übereilt. Wir respektieren die Einfälle der anderen und versuchen einen gemeinsamen Nenner zu finden. Das ist wichtig. Blicke ich auf einige, ältere Songs zurück, erschreckt mich, dass wir so etwas wirklich veröffentlicht haben."

Der eigenen MetalCore- Vergangenheit stehen CAVE IN zunehmend kritischer gegenüber. So kann's gehen. Heute ist die Band in den Weiten des Rock

verwurzelt, auch wenn der Sänger den eigenen Sound nicht kritiklos auf diesen Nenner herunterbrechen will: "Led Zeppelin sind zweifelsfrei eine Rock-Band; Pink Floyd ebenfalls. Vor 30 Jahren eine Rock-Band gewesen zu sein, bedeutete Einiges und verlangt Respekt. Heute jedoch, unter dem Einfluss von Bands, die sich unter kommerziellem Kalkül entwickelten, scheint das nicht mehr das Gleiche zu sein. Es geht eher darum kostenlos glänzende Diesel Jeans zu bekommen.: Es fällt uns zunehmend schwerer nachzuvollziehen, als was uns die Leute einordnen. Solange ich nicht "Emo" lese, gebe ich jedoch nicht viel darauf."

Spannend ist vor allem, dass die sechs Songs der neuen EP nicht einheitlich in eine bestimmte Richtung gehen, sondern verschieden angelegt sind. Für das neue Album hoffe ich auf Ähnliches: "Jeder Song ist eine neue Herausforderung. Habe ich einen Gitarren-Part gefunden, folgen schnell die Trommel-Ideen und eine Gesangslinie. Wichtig ist etwas zu schreiben, das zwar catchy aber nicht klischee-beladen ist. Es darf nicht erzwungen klingen. Vor allem ist es uns wichtig einen gleichmäßigen Groove über den ganzen Song hinweg beizubehalten. Uns geht es nicht darum schnellstmöglich vom Anfang zum Ende zu kommen. Unsere Fähigkeiten für gute Arrangements sind inzwischen glücklicherweise gewachsen genug das auch umzusetzen."

CAVE IN experimentieren noch immer mit neuen Sounds und scheinen mit jedem neuen Song besser zu werden. Immer wieder werden auch Bongo-Trommeln dezent eingesetzt um die Soundfülle der einzelnen Songs zu erweitern. Auffällig ist zudem, dass die Songs zeitlich gesehen immer länger werden. Für den Aufbau nehmen sich die Musiker eben so viel Zeit wie nötig ist ohne aber langatmig zu wirken. Fast bin ich gewillt von pompöser zu sprechen.

Gerockt wird natürlich noch ordentlich, aber derart viele Melodien waren von der Band in der Vergangenheit nicht zu hören. In den Staaten sind die Bostoner schon längst groß im Geschäft, aber Europa verschläft wieder einmal den Anschluss. Das wird sich mit Sicherheit noch ändern.
 
 Links:
  Hydra Head- Labelsite
 
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