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All That Remains

Storie von: arne, am 29.10.2010 ]

Mit „…For We Are Many“ legen ALL THAT REMAINS ihren fünften Longplayer vor, auf dem sie metallische Härte, handwerklichen Anspruch und ein nachhaltig wirkendes Eingängigkeitspotenzial bestens ausbalanciert und überaus unterhaltsam zusammen bringen. Ob man das Quintett nun als modernen Ostküsten-Metal oder doch als amerikanischen MetalCore versteht, spielt für die Rezeption der Platte keine Rolle. Alle zwölf Stücke sind spritzige Metal-Hymnen.

 
„Es mag ein Klischee sein, doch „…For We Are Many“ ist nicht einfach nur ein weiteres Album für mich, sondern unser bislang bestes,“ äußert sich Gitarrist Mike Martin im Gespräch. „In der Vergangenheit habe ich dasselbe auch über die Vorgänger gesagt, doch dieses Mal bin ich von dieser Einschätzung auch überzeugt. Die neue Platte steht für die natürliche und pointierte Verbindung unserer Tradition als Band mit den Entwicklungen, die wir künftig noch gehen werden. Zu Beginn unserer Karriere ging es uns ausschließlich darum, möglichst krass und technisch aufzuspielen. Songwriting und Qualität waren von nachrangiger Bedeutung. Bis heute hat sich das gedreht. Über die Jahre haben wir gelernt, Songs zu schreiben, die Spannungen aufweisen und unterhaltsam sind. Zwischen den einzelnen Stücken gibt es längst deutliche Unterschiede, doch im Ergebnis passen sie zusammen und formen ein stimmiges Gesamtbild. Man kann sich nie komplett von dem lösen, was man schon getan hat und was die Fans an einem schätzen. Dennoch will man als Musiker immer wieder etwas Neues ausprobieren, um sich herauszufordern und um Langeweile zu vermeiden. Auf „…For We Are Many“ ist uns das so gut wie niemals zuvor geglückt.“

War das vor zwei Jahren veröffentlichte „Overcome“ vom Songwriting her eher berechenbar, jedoch in der Umsetzung effektiv, tritt die Band aus Boston auf ihrer neuen Platte wieder weniger antizipierbar auf. An der existenten Hymnenorientierung ändert das allerdings nichts: „Das Feld des modernen Death Metal ist weit und vielfältig,“ so der Gitarrist. „Die Grenzen zu anderen Spielarten sind in den letzten Jahren zusehends verschwommen, so dass man zwangsläufig mit vielen anderen Gruppen, die Ähnliches spielen, um die Gunst der Hörer konkurriert. Das Überangebot an Bands und Alben trägt seinen Teil dazu bei, den Markt zu fluten und die Leute zu sättigen. Aufmerksamkeit zu erregen, wird da schwer, doch wir nehmen diese Herausforderung an und schlagen uns bislang erfolgreich. Dadurch, dass wir uns nicht ausschließlich auf eine Szene und ihre Hörer beschränken, ist es uns gelungen, bis heute im Geschäft zu bleiben und eine gewisse Relevanz zu erreichen und zu halten. Wir schätzen es, uns und unsere Musik in keiner Beziehung zu limitieren und stets offen für Neues zu sein.“

Nach all den Jahren im Geschäft sind ALL THAT REMAINS längst „alte Hasen“, die es glänzend verstehen, ihre Stärken auszuspielen und variantenreiche Tracks zu kreieren, die mal das schroffe Moment und dann wider die verträgliche Kante mit poppigen Refrains und cleanen Vocals betonen: „Solange man Spaß an dem hat, was man tut, fällt es nicht schwer, motiviert und bei der Sache zu bleiben,“ weiß Mike Martin. „Wichtig ist es, kontinuierlich neue Songs zu schreiben und Platten zu veröffentlichen, auf denen


man sich sowohl individuell als auch als ganze Band weiter entwickelt. Das sind die Dinge, die man selbst beeinflussen kann. Verstärkend kommen die Reaktionen der Leute aus dem eigenen Umfeld und der Fans auf den Konzerten hinzu, die den Enthusiasmus anheizen und im besten Fall verstärken. Wenn das Feedback stimmt, bewahrt man sich automatisch das Interesse und die Motivation, immer weiter zu gehen. Natürlich wissen wir nach all den Jahren, wie schnell sich der Geschmack der Leute innerhalb kürzester Zeit ändern kann und bewerten diesen Aspekt nicht über. Als Band bleiben wir unserer Linie treu und lassen uns vom Umfeld und angesagten Trends nicht beeinflussen. Dennoch suchen wir bewusst die Herausforderung, mit unterschiedlich gelagerten Gruppen auf Tour zu gehen und uns vor verschiedenen Hörergruppen zu beweisen. So vermeiden wir es, in Abhängigkeiten und Routinen zu geraten und uns einen reflektierten Blick auf die Metal-Sparte zu bewahren.“

Der fünfte Longplayer von ALL THAT REMAINS ist ein gleichsam metallischer wie verträglicher, der auf jedem Intensitäts- und Härtegrad optimal ausgewogen und stimmig wirkt: „Wir haben gelernt, mit Erwartungen umzugehen und uns von ihnen nicht beeinflussen zu lassen. Man kann und darf sich nicht daran orientieren, was aktuell ankommt oder vom eigenen Material in der Vergangenheit am Besten funktioniert hat. Wichtig ist es, dass man auf sein Gefühl vertraut und authentisch bleibt. Hält man sich an diese simple Maßgabe, kann nicht viel schief gehen und man hat sich auch nichts vorzuwerfen. Natürlich ist es etwas schwieriger, wenn die Band den eigenen Lebensunterhalt bestreitet, doch nicht nur das Musikgeschäft ist hart. Man muss an seine Qualitäten glauben. Wir sind noch immer gut damit gefahren, das zu veröffentlichen, was sich intuitiv eingestellt hat. Deshalb fällt es uns leicht, diesen Weg weiter zu verfolgen. An „…For We Are Many“ schätze ich vor allem die Variabilität des Songwritings. Wir bringen viele verschiedene Metal-Spielarten zwanglos und stimmig zusammen und haben einfach Spaß. Wir sind von jeher stolz darauf gewesen, ein wenig von allem in unseren Songs zu haben und leben das selbstbewusst aus. Das gilt sowohl für die Alben als auch unsere Konzerte und Touren. Die interne Chemie und unsere Einstellung stimmen einfach, so dass uns alles rund um die Band sehr leicht fällt. Wir sind froh darüber und dankbar dafür, dass wir von und mit ALL THAT REMAINS unseren Lebensunterhalt bestreiten. Das soll auch jeder mitbekommen.“

Die wesentliche Stärke der Songs von „… For We Are Many“ ist es, den Hörern immer wieder ein breites Grinsen ins Gesicht zu zaubern. Fans zwischen Trivium, God Forbid, Killswitch Engage, Shadows Fall und Lamb Of God kommen an den Bostonern und ihrem fünften Album nicht vorbei!

 
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