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Divided In Spheres

Interview von: Dominik Szelinski mit Sebastian Bast und Kim Kevin Reumann, am: 20.10.2010 ]

Während offenbar nahezu überall nach neuen Talenten gesucht wird und dies mal mehr und mal weniger erfolgreich gelingt, bietet vor allem die lokale Szene immer wieder neue Anreize, sich einmal mehr mit den neuen und frischen Formationen auseinander zu setzen. Eine dieser Newcomer-Bands sind DIVIDED IN SPHERES aus dem Nordrhein-Westfälischen Düren. Die junge Formation hat nun die ersten Schritte gemacht und mit "Illusion Ends" eine sehr beachtliche 5-Track EP zusammen geschustert, wie sie nicht vielen Bands auf Anhieb gelingen mag. Mit ihrem kraftvollen Mix aus Death-Metal und fast schon jugendlich unbekümmertem Spiel mit Melodie und Struktur stehen die Vorzeichen gut für das Quintett. Gitarrist Sebastian und Drummer Kim Kevin erklären die Hintergründe und die weitere Marschrute der Band.

 

Divided In Spheres: Der Ursprung der Band war 2005. Damals haben Caspar und ich gerade angefangen Musik zu machen und uns dazu entschlossen ein kleines „Jam-Projekt“ zu starten. So wollten wir möglichst schnell unsere Instrumente lernen, was auch ganz gut geklappt hat. Denn nach knapp einem Jahr war die Band schon in kompletter Besetzung. Allerdings hat sich die Position der 2. Gitarre seitdem schon dreimal geändert.

Musicscan: Eure Anfänge habt Ihr noch unter einem anderen Namen bestritten. Hat sich mit dem Namen auch noch etwas anderes geändert?

Divided In Spheres: Gewiss auch die Musik! Metal Wrath klang episch, wie ich gewissermaßen auch die damaligen Songs bezeichnen würde. Wir hatten einfach gemerkt, dass wir einen Punkt erreicht haben, der weit über das hinausging was wir vorher gemacht haben. Besonders der technische Anspruch war weit gestiegen und wir haben Songs geschrieben von denen wir nie geträumt hätten, dass sie uns so sehr gefallen werden. Ich denke auch, dass sich unsere Einstellung zur Musik geändert hat. Anfangs war das eine komplette Hobbyband wo man mal hier und da die Probe ausfallen lassen hat. Vor ILLUSION ENDS haben wir bis zu 4 mal die Woche geprobt um im Studio fit zu sein und proben jetzt auch 3 mal die Woche, weil wir uns technisch weiter steigern möchten!

Musicscan: Etwas provokant kann man behaupten, dass sich der Großteil der Bands Eures Alters für eine etwas andere Musik entscheiden. Beschreibt man Euren Sound, kommt man aber ohne "-core" & Co aus. War das eine bewusste Entscheidung, oder ein natürlicher Prozess?

Divided In Spheres: Es war auf jeden Fall ein natürlicher Prozess. Wir halten unsere Köpfe beim Songwriting immer frei von den üblichen Klischees und machen einfach unser Ding. Dabei lassen wir die gesamten Einflüsse der einzelnen Bandmember einfließen. Man könnte sagen wir machen „Open minded Deathmetal“.

Musicscan: Was sind denn die gemeinsamen Einflüsse und Idole, die Ihr zusammen als Band teilt?

Divided In Spheres: Die Einflüsse sind relativ verschieden, auf der einen Seite wird viel Deathmetal gehört, aber auf der anderen auch ruhigere Genres wie Folk-Metal, Heavy Metal und Rock. Doch die große gemeinsame Leidenschaft ist der melodic Deathmetal. Bands wie In Flames, Dark Tranquility, Insomnium oder Amon Amarth besuchen wir daher immer sehr gerne auf Konzerten in der Umgebung.

Musicscan: Wie schreibt Ihr Eure Songs? Gibt es gemeinsame Jam-Sessions, oder ist das mehr die Arbeit eines einzelnen, die dann von der Band umgesetzt wird?

Divided In Spheres: Grundsätzlich sind die Gitarren immer die, die den Anfang machen. Daniel findet sich gerade noch in die Band ein und daher werden die neuen Songs fast überwiegend von mir geschrieben. Das kann ganz zufällig im Raum geschehen, indem ich jamme und sage: “Hey das Riff gefällt mir gut! Komm mal her Kim und hör dir das an“. Meistens spielt Kim schon direkt die perfekten Drums dazu und dann kommen Daniel, Caspar und Yannic dazu und sagen „JA“ oder „NEIN“. Meistens kann man an Gitarre und Drums schon hören ob das Riff fett klingt oder nicht. Wie bei ILLUSION ENDS kann es aber auch sein, dass ich zu Hause sitze und übe und mich einfach ein Riff überkommt was so geil klingt, dass man den kompletten Song runter-schreiben muss. Egal ob es 3,4,5,6 oder mehr Stunden dauert. Komischerweise hat es dabei nie an Sitzfleisch gefehlt. Um auf die Frage zurückzukommen würde einfach sagen, dass man es nicht so pauschal sagen kann. Wichtig ist, dass sich die Band an der Meinungsbildung beteiligt und jeder durch sein Instrument seinen besonderen Teil beisteuert, der die Songs erst zu dem machen, was sie sind.

Musicscan: Worum geht es Euch inhaltlich? Sind die Songtexte nur das Ding Eures Sängers Yannic und Ihr bekommt sie erst mit, wenn Aufnahmen anstehen, oder diskutiert Ihr diese auch schon im Vorfeld und schreibt sie sogar zusammen?

Divided In Spheres: In erster Linie überlassen wir Yannic den Stift und den Schreiblock, aber bevor es ins Studio geht, werden die Texte noch mal mit der ganzen Band besprochen. Es ist uns immer sehr wichtig, dass sich jedes Bandmitglied mit der Band identifizieren kann und nicht jeder sein eigenes Ding durchzieht.

Musicscan: Nun habt Ihr mit "Illusion Ends" Euren ersten Output produziert und vertreibt ihn unter anderem über Eure Website www.myspace.com/dividedinspheres. Die Reaktionen der schreibenden Zunft waren ja schon beachtlich, von Facettenreichtum, gelungenen Arrangements und Qualität ist da nicht selten die Rede. Wo seht Ihr selbst Eure Stärken?

Divided In Spheres: Unsere Stärken sehen wir in unserer Offenheit und Hingabe der Musik gegenüber! Es macht uns Spaß Neues auszuprobieren, zu experimentieren und Neues zu kreieren. Und ich hoffe das merkt man unseren Songs jetzt und in der Zukunft auch an.

Musicscan: Wie wichtig waren für Euch die Kritiken zur EP? Nehmt Ihr Euch so etwas zu Herzen und versucht sogar Veränderungen deswegen, oder perlt das an Euch ab?

Divided In Spheres: Wir nehmen uns Kritik immer zu Herzen, natürlich, aber sie ist nicht unbedingt ausschlaggebend für Veränderungen. Es wird immer Kritik geben, egal welchen Weg wir nun einschlagen. Wir werden weiterhin unser Ding machen. Sind aber immer offen für konstruktive Kritik!

Musicscan: Wie war die Stimmung kurz vor und jetzt nach Erscheinen des Materials?

Divided In Spheres: Sehr positiv und zuversichtlich! Zuvor waren wir natürlich aufgeregt, wie die Leute reagieren würden und das Feedback sein wird. Aber mit solch guten Reviews und persönlichen Rückmeldungen auf Gigs o.ä. hätten wir nicht gerechnet. Wir haben uns nicht zu viel erhofft, weil man von überall hört wie schwer es ist mit einer Metalband einen Durchbruch zu schaffen und eine EP sagt auch noch nicht viel aus. Die meisten Bands beweisen sich erst auf einem Album oder eben durch super Live-Performances. Trotzdem wollten wir eine fett produzierte EP, hinter deren Sound wir alle stehen können. Meistens sind ja die Erstlings-werke soundtechnisch nicht der Hit. Aber ich denke da haben wir schon mal einen guten Anfang gemacht und können schon stolz auf uns sein!

Musicscan: Ihr kommt aus Düren im Westen NRWs zwischen Köln und Aachen. Wie würdet Ihr die Musikszene dort beschreiben und gibt es dort gute Voraussetzungen für Euch als Melodic Deathmetal -Band?

Divided In Spheres: Natürlich gibt es Liebhaber der Richtung, wobei ja die Sparte Melodeath vom Begriff her sehr weit ausgedehnt zu sein scheint. Voraussetzungen bzgl. Locations gibt es mehr als genug, nur würde man sich auf dem ein oder anderen Gig mehr Besucher wünschen. Wenn man sich dazu mal Underground Hardcore oder Metalcore Bands anschaut, bei denen oftmals viel mehr Publikum vertreten ist, als bei Bands aus einem anderen Genre dann lässt sich schon sagen, dass wir hier in einer Art Metal- bzw. Hardcore-Hochburg sind. Trotzdem gehen die Leute bei uns immer ab. Vermutlich mehr wegen den Songarrangements, unserer Vielfalt und Yannics super Animation.

Musicscan: In Zeiten von Myspace, Facebook und anderen sozialen Netzwerken ist es so leicht wie nie für Bands ohne große Mittel und Aufwand auf sich aufmerksam zu machen. Habt Ihr eine Strategie, um Euch von den vielen anderen Bands dort abzuheben?

Divided In Spheres: Natürlich haben wir eine Strategie! Allerdings werden wir diese nicht verraten. *lach* Wir haben uns schon einige Aktionen ausgedacht, welche wir mit dem kommenden Album starten werden. Aber da dürft ihr euch gerne überraschen lassen! Was ich aber verraten darf, ist, dass wir immer auf Rat und Tat vom enginEAR Künstlersupport zählen können, welcher auch aus dem Hause Liqiud Aether Audio stammt, in dem wir die EP aufgenommen haben und auch das kommende Album aufnehmen werden.

Musicscan: Was sind Eure Ziele als Band? Gibt es einen großen Plan für die Zukunft, in welche Richtung es gehen soll?

Divided In Spheres: DEN großen Plan gibt es nicht, aber wie bereits gesagt: Große Bühnen, gute Musik, die richtigen Leute um sich herum! Vermutlich das, was sich jede Band wünscht. Das wichtigste ist aber immer noch, dass alle an einem Strang ziehen und jeder an sich und an die Band glaubt und zufrieden ist mit dem, was wir machen. Der Rest klappt dann bestimmt auch!

 
 Links:
  myspace.com/dividedinspheres
 
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