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Clinging To The Trees Of A Forest Fire

Storie von: arne, am 14.10.2010 ]

In Europa starten CLINGING TO THE TREES OF A FOREST FIRE mit ihrem „Songs Of Ill Hope And Desperation“ als Newcomer, auch wenn die Band aus Denver schon einige Jahre lang aktiv ist und in den Nordamerika bereits eine MCD und ihr Debüt veröffentlicht hat. Zwischen Death Metal, Hardcore, Sludge, Screamo, Powerviolence und Grindcore geht das Quartett auf seinem Prosthetic-Einstand augenblicklich in die Offensive und wirbelt, was das Zeug hält.

 
„Bislang haben wir das Glück gehabt, dass noch niemand von uns die Lust an der Musik verloren hat und wir deshalb in stabiler Besetzung über die Jahre beisammen geblieben und als Band gewachsen sind. Das ist bei vielen anderen Gruppen nicht der Fall,“ resümiert Shouter Ethan McCarthy die bisherige Historie, um sogleich den Ansatz der eigenen Tätigkeit zu umreißen. „Wir alle hassen unsere regulären Jobs, in denen sich Frustration und Wut anstauen, die wir dann musikalisch verarbeiten. Wenn wir zusammen im Proberaum oder auf der Bühne stehen, finden wir unsere Bestimmung und fühlen uns lebendig. In der Band sind wir frei und mit uns im Reinen. Gäbe es sie nicht, wären wir längst abgefuckt und untergegangen. Das ist die Triebfeder unserer Musik, die sich in jedem einzelnen Song heraushören lässt.“ „Songs Of Ill Hope And Desperation“ ist kein Album, das man nebenbei hören kann. Ein Quereinstieg kommt angesichts der aufputschenden bzw. herunterziehenden Anlage der Tracks nicht in Frage. Ganz oder gar nicht lautet die Devise:

„Noch immer sind wir auf jeden neuen Track unglaublich stolz,“ sagt der Frontmann. „Nichts geht über das Gefühl, den eigenen Gefühlen ungestüm Ausdruck zu verleihen und wüst Dampf abzulassen. Dabei streben wir danach, jeden Song einen Tick besser als den davor zu machen. In unseren fünf Jahren haben wir uns so Schritt für Schritt eine sehr professionelle Arbeitsweise angeeignet, nachdem zu Beginn alles noch sehr zufällig und chaotisch ablief. Wichtig ist es dabei, dass wir uns unseren Spaß bewahrt haben und uns neben all der harten, intensiven Musik auch lockermachen können. Wir sind jedoch darüber hinaus, damit zufrieden zu sein, die angestaute Wut auf lokalen Wochenend-Shows abzureagieren. Wir wollen mehr und versuchen mit unseren Songs möglichst viele Leute zu erreichen. Hat man diesen Anspruch, muss man unweigerlich auf Tour gehen und auch längere Fahrdistanzen in Kauf nehmen. Mit der neuen Platte auf Prosthetic Records bieten sich hinsichtlich Vertrieb und Promotion ganz neue Möglichkeiten. Wir nehmen alles sehr ernst und geben alle Energie, die wir haben. Das haben wir schon beim Album so gehalten und nun setzen wir es fort.“

Sich auf CLINGING TO THE TREES OF A FOREST FIRE einzulassen, garantiert für ein Wechselbad der Gefühle und krasse Kontraste: „Das neue Album ist der nächste logische Schritt, wenn man sich die Entwicklung unseres Sounds vor Augen hält,“ meint der Shouter. „Mit der Zeit erlangt man ein besseres Verständnis für ein wirkungsvolles Songwriting und über die eigenen Stärken, die man dann besser betonen kann. Eine Folge ist es, dass die Platten konsistenter klingen, gleichzeitig aber in sich variabler und handwerklich


besser gemacht sind. Als Band braucht man schließlich seine Zeit, bis man sich zu dem Sound vorgearbeitet hat, den man von Beginn an im Kopf hatte. Erst mit wachsenden Möglichkeiten und mit Erfahrung nähert man sich der eigenen Vision. Mit „Songs Of Ill Hope And Desperation“ ist es uns erstmalig gelungen, das umzusetzen, was uns vorschwebte. Insofern ist es genau der richtige Zeitpunkt, auf ein etabliertes Label wie Prosthetic zu wechseln und einen noch größeren Kreis von Leuten auf uns aufmerksam zu machen.“ Die Jungs aus Denver haben gemeinsam mit Dave Otero (u.a. Cephalic Carnage und Catheter) ein Album eingespielt, das sich jenseits der gängigen Spielmuster im Extrem-Crossover entwickelt und sich eigene Ausdrucksformen sucht: „Als Band streben auch wir danach, eine Stilkombination zu finden, die ein Stück weit einzigartig ist und uns von anderen Gruppen absetzt,“ so Ethan. „Solange wir heavy und authentisch bleiben, schließen wir nichts aus. Ausgehend von einer primitiven Basis zwischen Death Metal, Punk und Grindcore entwickeln wir unseren düsteren, intensiven Stil, in dem viel zusammenkommt und der ungemein drückt. Aufrichtigkeit und Brachialität sind dabei wichtiger als Komplexität und abgefahrene Technik. Schließlich geht es darum, aus sich herauszugehen und sich selbst zu verausgaben. Das ist immer an den Rahmen der eigenen Möglichkeiten gebunden, so dass es auffällt, wenn man den eigenen Ansprüchen nicht gewachsen ist. So etwas kann man bereits im Vorfeld vermeiden, wenn man sich auf Intuition und Bauchgefühl verlässt. Das tun wir und fahren damit gut. Wir bringen unsere diversen Einflüsse und Vorlieben zusammen und achten darauf, eine eigene Anmutung zu erschaffen.“

Das korrespondiert mit der generellen Einstellung des Sängers von CLINGING TO THE TREES OF A FOREST FIRE: „Meiner Auffassung nach kann Musik nur dann gut sein, wenn sie von Herzen kommt und mit aufrichtiger Leidenschaft gespielt wird. Auf diese Art und Weise entstehen bei uns die Songs. Wir haben Wurzeln und sind von den Bands und Gruppen geprägt, mit denen wir aufgewachsen sind. Dennoch bin ich fest davon überzeugt, dass wir jenseits dieser Einflüsse ausreichend eigene Ansätze und Ideen einbringen, um einen wenigstens partiell eigenständigen Sound zu kreieren, der über das hinausgeht, was es vor uns gegeben hat. Jedenfalls begnügen wir uns nicht damit, Bekanntes einfach zu reproduzieren. Es wird immer Bands geben, die damit zufrieden sind, nicht so wir. Für uns zählt gerade das, was wir einbringen, um den nächsten Schritt zu gehen.“ Entlang dieser Maßgabe gelingt es der Prosthetic-Kombo, ihre Hörer mit „Songs Of Ill Hope And Desperation“ immer wieder auch unvorbereitet zu treffen.

 
 Links:
  myspace.com/clingingtothetreesofaforestfire
 
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