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Ion Dissonance

Storie von: arne, am 11.10.2010 ]

Nach dreijähriger Auszeit melden sich ION DISSONANCE in der Spitze der kanadischen Extrem-Metal-Szene zurück. In seinen ersten fünf Jahren veröffentlichte das Quintett drei Longplayer und spielte knapp 750 Shows. Kein Wunder, dass die Musiker ausgebrannt waren und eine Pause einlegten. „Cursed“ markiert nun das Comeback der uneingeschränkt kompromisslosen Kapelle, die zwischen Brutalo-Death, Grindcore, Chaos und toughten Hardcore-Versatzstücken krass wie extrem wirbelt.

 
„Vor Jahren haben wir einige Hörer auf uns aufmerksam machen können, doch wenn man wie wir einige Zeit lang von der Bildfläche verschwindet, zählen die Sporen der Vergangenheit nichts mehr und man beginnt komplett bei Null,“ äußert sich Gitarrist Antoine im Gespräch. „Wir erwarten es jedenfalls nicht, mit offenen Armen empfangen zu werden und sind bereit, wieder den harten Weg zu gehen, um uns neu zu etablieren. Es fühlt sich richtig an, weiter zu machen. Wer uns kennt, der weiß, dass wir eine eigene Deutung technischen Metals spielen und dabei aber weder unsere Lockerheit noch den nötigen Spaß aus den Augen verlieren. Wir zielen nicht auf irgendeine bestimmte Szene und treten auch nicht mit dem Ziel an, hipp oder trendy sein zu wollen. Um ehrlich zu sein, hört keiner von uns im Privaten noch viel Metal – weder die Klassiker noch das moderne Zeug. Vielleicht liegt es daran, dass wir uns im Bereich harter Musik allein auf unsere Band konzentrieren und externe Einflüsse von vornherein ausblenden wollen.“

Nach ihrem vorläufigen Split stellten sich bei ION DISSONANCE alsbald eine Leere und die Gewissheit ein, die Band noch nicht an ihre Grenzen getrieben und immer noch etwas zu sagen zu haben: „Als Sebastien (Gitarrist) und ich die Band im Alter von 18 Jahren starteten, waren wir gestresste Teenager, die ein Ventil suchten, den negativen Bullshit des Lebens zu verarbeiten. Damals wie auch heute fühlt es sich unglaublich an, eigene Songs zu schreiben und seine Ideen mit Anderen zu teilen. Mit den Jahren haben sich jedoch unsere Fähigkeiten als Musiker enorm verbessert, so dass wir heute auch wirklich all das ausdrücken und umsetzen können, was uns einfällt. Dadurch entsteht eine noch intensivere Verbindung zu den Songs, so dass es noch aufregender ist, neues Material zu schreiben. Das Einzige, was sich in all den Jahren wirklich verändert hat, ist der Umstand, dass wir Songs heute in meinem Studio schreiben. Nachdem die Tracks einmal stehen, proben wir intensiv, um bei den eigentlich Aufnahmen top vorbereitet zu sein und unsere beste Leistung abzuliefern.“

Obwohl bei ION DISSONANCE das Handwerk zentral steht, fällt der vierte Longplayer der Kanadier nicht fragmentarisch aus. Die Musiker wissen um die Bedeutung eines ausgewogenen, verbindenden Songwritings, denn sie fordern den Hörern schon mit ihren unerbittlichen Salven und Blast-Attacken genug ab. Das Angebot des Tages formulieren die Kanadier mit „Go Fuck Yourself“, wie es auf einem der neuen Gruppenbilder auf einem Schild im Hintergrund zu lesen ist: „Meiner Ansicht nach kann man als Band nur dann etwas Relevantes und Gutes abliefern, wenn die interne Chemie stimmt und man sich gegenseitig zu Höchstleistungen pusht,


“ so Gitarrist Antoine. „Mit J-F (Schlagzeug) hänge ich seit der Highschool ab. Sebastien haben wir vor mehr als zehn Jahren kennen gelernt, und Kevin (Vocals) ist inzwischen auch schon seit sieben Jahren mit von der Partie. Mit unserem neuen Bassisten Yannick betreibe ich das Studio, so dass sein Einstieg eine naheliegende Sache war. Auch jenseits der Bandaktivitäten unternehmen wir fünf viel gemeinsam und verbringen die Zeit miteinander. J-F und Kevin teilen sich eine Wohnung, so wie es Yannick und ich tun. Und Sebastien wohnt fast direkt neben uns. Es scheint fast, als könnten wir unsere Leben nicht ohne einander bewältigen. Im Kontext der Band wirkt sich der enge Zusammenhalt allein positiv aus, denn wir kennen und schätzen uns und wissen, was wir wollen und wie wir uns gegenseitig anstacheln können, ohne zu weit zu gehen. Auf Tour ist der Zusammenhalt ebenfalls von Vorteil. Wir haben gemeinsam schon so viel durchgestanden, dass uns heute nichts mehr schocken kann. Wir meistern jede Herausforderung und sind füreinander da.“

Musikalisch wie in den Lyrics zeigen sich ION DISSONANCE bissig und reflektiert, aber immer auch mit einem Augenzwinkern versehen: „Unsere Texte sind von jeher angepisst und sarkastisch gewesen,“ bestätigt es der Gitarrist. „Auf „Cursed“ sind sie das auch, obwohl wir stärker als in der Vergangenheit persönliche Erfahrungen rekapitulieren. Vom Grundsatz her sehen wir alle Texte als großen Witz an, als „big fuck off“. Im musikalischen Bereich hat es keine große Veränderung gegeben. „Cursed“ verbindet die stärksten Momente von „Solace“ und „Minus The Herd“, wobei die rabiate, unberechenbare Kante von „Solace“ stärker durchschlägt. „Minus The Herd“ lässt sich als Platte zusammen fassen, auf der wir durchgeschnauft haben. „Solace“ und „Cursed“ sagen hingegen „Nahh, fuck it!” Das ist die Richtung, für die wir stehen – so aggressiv und hartnäckig wie möglich zu sein.“ Dank der Pause hatten die Kanadier die Gelegenheit, ihren Ansatz zu hinterfragen und ihren Sound neu auszurichten:

„Cursed“ ist ION DISSONANCE. Jeder, der niedergeschlagen ist und sich ungerecht behandelt fühlt, wird in unseren Songs Kraft und neuen Antrieb finden. Wir sind brutaler und schlagkräftiger zurück denn je. „Cursed“ ist unsere Vision technischen Metals und unserer unbeirrbaren Überzeugungen, die wir lauthals in die Welt hinaus schreien. Ich hoffe, dass sich das unerwartete Moment unseres Sounds auf die Hörer überträgt und sie animiert, Dampf abzulassen und ihre angestaute Wut auszuleben. Jeder, der sich mit dem Album beschäftigt, wird erkennen, wie ernsthaft und leidenschaftlich wir gearbeitet haben. Bei uns gibt es keine Fiktion, kein Drama und keinen Bullshit!“

 
 Links:
  myspace.com/iondissonance
 
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