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The Acacia Strain

Storie von: arne, am 05.10.2010 ]

Wer noch immer nicht fassen kann, wie viele essentielle Deathcore-Releases dieses Jahr bereits erschienen sind, sollte sich erst einmal „Wormwood“, die fünfte Abrissbirne von THE ACACIA STRAIN, zu Gemüte führen. Frei nach dem Motto „Mehr von allem!“ prügelt sich die Band aus Springfield, Massachusetts durch ein kompakt-brachiales Meisterwerk, das bösartiger, wütender und unterhaltsamer nicht ausfallen könnte.

 
„Unser Ansatz ist überschaubar und simpel: Wir spielen Songs, mit denen wir harte Emotionen rüberbringen, Leute begeistern und ihnen Spaß bringen wollen,“ gibt sich Shouter Vincent Bennett bescheiden. „Darum sollte es jeder Band gehen, denn ohne Leidenschaft und Begeisterung kann es nicht funktionieren. Egal, ob auf einer unserer Shows oder zu Hause; wenn die Leute unsere CDs hören, hoffen wir, dass sie das spüren, was wir fühlten, als wir die Songs geschrieben haben, und was sie uns bedeuten. Zwar transportieren unsere Tracks persönliche Anliegen, doch es gibt viele Leute, die wie wir sind. Was uns von Anderen unterscheidet? Keine Ahnung! Wir halten es wie all die anderen Gruppen, die wir kennen, und schreiben die Art von Musik, die in uns ist und sich ihren Weg in die Freiheit sucht. Ein besonderes Rezept gibt es jedenfalls nicht, außer dass wie an unsere Fähigkeiten glauben und unserer Wut freien Lauf lassen.“

In der reduzierten Viererkonstellation hat die 2001 als Sextett gegründete Formation seit „Continent“ zu vernichtender Vehemenz gefunden. Unnützes Beiwerk oder Spielereien ohne Wirkung gibt es bei der Proethetic-Kombo nicht mehr: „Unser Gitarrist, Daniel „DL“ Laskiewicz, hat knapp ein Jahr an den neuen Songs gesessen und mehr Zeit denn je auf das Songwriting verwandt,“ weiß der Frontmann. „In unserem schnelllebigen Umfeld ist das eine Ewigkeit, doch die Zeit war nötig, damit wir als Band einen spürbaren Schritt nach vorn tun und über das hinaus gehen, was man bislang von uns kannte. Wir drehen uns nicht um 360 Grad, doch die eine oder andere Überraschung ist eingebaut. Unser Stil bleibt aber rabiat und markant, denn als THE ACACIA STRAIN haben wir schließlich einen Ruf zu verteidigen.“ Wohl wahr, und „Wormwood“ ist dann auch ein gemeingefährlicher Mix aus Beatdown-Mosh, Heavy-Grooves, Technik-Gefrickel und immer wieder auch einem gepflegtem Frontalangriff:

„Natürlich gibt es einen Rahmen, in dem wir uns stilistisch bewegen. Unser Sound ist vom Kern her durch unsere bisherigen Platten definiert. Das ist die Spielwiese, auf der wir zu Hause sind und auf der wir uns wohlfühlen. Was wir als Band und als Menschen erleben, bringt uns weiter und hilft, die Dinge anders anzugehen. Was man vor Jahren gut und richtig fand, ist nicht zwangsläufig das, was man heute machen will. Es ist notwendig, ohne Scheuklappen durch die Welt zu gehen und immer wieder Neues auszuprobieren. So bewahrt man sich seine Motivation und fährt sich nicht fest.“ Insgesamt stellen THE ACACIA STRAIN stärker auf die toughe MetalCore-Seite ihres Sounds ab, doch die ist nicht von schlechten Eltern und entlädt sich als Mischung aus Despised Icon, Hatebreed und All Shall Perish. Im Gegensatz zu vielen Mitbewerbern in der Deathcore-Sparte bemüht der Vierer aus Springfield auch ganz bewusst Hardcore-Zitate, um die Variabilität seiner Stücke zu erweitern. Das passt in den Kontext und unterstreicht den brachialen Eindruck, den „Wormwood“ hinterlässt:


„Wenn man sich unsere Studio-Updates aufmerksam durchschaut, kann man mich dabei sehen, wie ich während der Aufnahmen einen Pop-Song singe,“ witzelt Vincent. „Das war ein netter Pausengag, doch im Kontext von THE ACACIA STRAIN funktioniert so etwas einfach nicht. Zu einigen anderen Heavy-Bands passt das. Wir hingegen sind vom Naturell her mit Haut und Haaren dem Sound verschrieben, den es auf unseren Platten gibt. Wenn ich etwas weiß, dann, dass Clean-Vocals und Keyboards keinen Platz bei uns haben.“ In seinen Lyrics zeigt sich der Shouter indes bedächtiger denn je: „„Wormwood“ ist textlich persönlicher als „Continent“, greift aber einige der Themen wieder auf und beleuchtet sie aus einem anderen Blickwinkel. Damals habe ich mich mit fiktiven Carakteren auseinandergesetzt und sie in unterschiedlichen Grenzsituationen beobachtet. Das reflektiere ich auf der neuen Platte und setzte es mit eigenen Erfahrungen in Verbindung. Der Ansatz, persönliche Erlebnisse einzubringen, fasziniert mich. Nicht jeder hat die Chance, seine Ansichten mit Anderen in dieser Breite zu teilen. Mich interessiert, wie die Leute die Texte auffassen und sie verstehen. Jeder hat eine eigene Sichtweise und die Texte sind offen für Interpretationen. Schon innerhalb der Band bedeuten die Songs jedem von uns etwas Anderes. Diese Unterschiede bringen uns zusammen und regen unsere Kreativität an.“

THE ACACIA STRAIN haben weder Kosten noch Mühen gescheut und mit Zeuss aufgenommen, der dem Fünftwerk einen vernichtenden Sound verpasst hat: „Dass Musik Geld kostet, ist ein Fakt, an dem man nicht vorbeikommt,“ äußert sich der Sänger auf die Vorzüge und Nachteile des Internets angesprochen: „Dabei ist es egal, ob nun ein Label oder Musiker und Bands die Kosten für das Aufnehmen und die Produktion ihrer Songs tragen. Bezahlt werden muss es. Diese Tatsache wird von vielen Hörern leider nicht verstanden, da die Zugänglichkeit über das Internet den Eindruck vermittelt, dass alles frei und kostenlos ist. So einfach ist es leider nicht. Ich schätze die Möglichkeit, dass man Bands vorab antesten kann, um zu schauen, ob sie etwas für einen sind. Doch wenn man auch weiterhin Bands hören will, muss es auch Leute geben, die für die Musik bezahlen oder zu den Shows kommen. Diese Erkenntnis ist noch nicht bei jedem angekommen.“ THE ACACIA STRAIN können sich der Unterstützung ihrer Hörer gewiss sein:

„Da wir in intensivem Kontakt zu unseren Fans stehen, weiß ich, dass sie unser Anliegen verstehen und gemeinsam mit uns Spaß haben. Über die Jahre haben wir eine uns stark verbundene Schar von Leuten um uns geschart, die mit uns durch dick und dünn geht. Plattformen wie facebook und myspace helfen dabei, nah bei den Fans zu sein und mit ihnen von überall auf der Welt zu kommunizieren. Das ist großartig, denn so lassen sich Neuigkeiten schnell verbreiten. Schließlich sind wir nur in unregelmäßigen Abständen in all den Städten, in denen unsere Fans leben, um mit ihnen abzuhängen.“

 
 Links:
  myspace.com/theacaciastrain
 
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