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Terror

Storie von: arne, am 17.09.2010 ]

Egal, ob sie nun stärker in Richtung Old School-Hardcore schießen und punkig orientiert sind, oder doch die metallische Schlagseite höher gewichten. TERROR sind in jeder Lage als TERROR zu erkennen. In den Jahren seit 2002 haben Scott Vogel & Co. zu einem wiedererkennbaren Sound gefunden, der nicht ausschließlich auf dem markanten Organ des früheren Slugfest-, Despair- und Buried Alive-Shouters basiert.

 
Mit ihrer zweiten Platte für Century Media, „Keepers Of The Faith“, belegen die Kalifornier, dass sie sich ihre ungestüme Ungeduld und ihren grenzenlosen Optimismus bis heute bewahrt haben. Hardcore ist eine Spielart der Jugend, aus der man irgendwann herauswächst? Vergesst es! „Wir haben inzwischen ein Alter erreicht, in dem viele der Bands, mit denen wir touren, deutlich jünger sind als wir,“ weiß auch Scott. „Ihre jugendliche Energie und frische Attitüde überträgt sich auf uns und lässt uns jung bleiben oder wenigsten jung fühlen. Der Einstieg von David hat unseren Altersschnitt erheblich nach unten korrigiert und ist eine Frischzellenkur, von der wir als Band profitieren. Manchmal fühle ich mich schon ein wenig alt, doch solange ich gesund und agil bleibe, ist die Welt für mich in Ordnung. Ich bin zu 100 Prozent ein Hardcore-Kid und werde es immer bleiben. Ich bin ein „Keeper Of The Faith“ – das ist mein Leben! Der Hardcore-Szene werde ich nie entwachsen. Sie bestimmt mein Leben, so lange ich denken kann. Mir bieten sich keine verschiedenen Möglichkeiten, zwischen denen ich wählen könnte. Ich weiß, wer ich bin, und wohin ich gehöre. Den Glauben nicht zu verlieren, ist nicht schwer, wenn man Abend für Abend die Leute trifft, die dieselbe Einstellung teilen. Hardcore ist nicht für jedermann – nur für Überzeugungstäter, die stolz auf das sind, was Hardcore ist und die ihn leben, ohne Kompromisse einzugehen.“

Auf ihrer neuen Platte betonen TERROR schon im Cover plakativ ihre Youth Crew-Verbundenheit und ihre Posi-Attitüde. Dass die Songs ein insgesamt metallischeres Antlitz aufweisen, ist kein Widerspruch dieser Behauptung. Die Band aus Los Angeles setzt ihren Weg unbeirrt fort und spielt für die Underdogs, die um ihren Platz im Alltag kämpfen und es nicht leicht haben: „Hardcore ist nach wie vor lebendig,“ so Scott. „Das ist die positive Message! Die Szene ist stark und immer wieder kommen gute, neue Bands hervor, die ihr neue Impulse verleihen und neue Hörer für den Hardcore begeistern. Die Strukturen sind intakt und funktionieren, unabhängig von der Frage, wie sehr die Öffentlichkeit davon Notiz nimmt. Darum dreht sich die Platte. In den Texten thematisiere ich den Glauben an mich selbst und den Weg, den ich für mein Leben gewählt habe. Aber auch den unerschütterlichen Glauben an den Hardcore, seine Energie und die Szene. Man muss seinen Freunden und den Leuten um sich herum vertrauen. Sonst funktioniert es nicht. Wenn du mich fragst, ist alles gut. Ich mag sowohl Bands wie Stick Together, die geradlinig und simpel unterwegs sind als auch Stick


To Your Guns, die sich außerhalb der Box bewegen und in viele verschiedene Richtungen gehen. Solange Hardcore von Hardcore-Kids gespielt wird, die ihren Herzen folgen, werde ich Bands supporten. Ich unterstütze auch Gruppen, die technisch noch nicht ganz stimmig aufspielen, wenn sie mit der richtigen Einstellung unterwegs sind. Darum geht es in der Szene: Sich gegenseitig zu helfen und Respekt voreinander zu haben.“

TERROR geben sich wütend, reduziert und verdammt bissig. „Keepers Of The Faith“ steht für unbändige Energie und Leidenschaft im Hardcore-Gewand. Die Mischung ist alt bekannt und hinlänglich erprobt: schnelle UpTempo-Strophen, derber Mosh, harte Breakdowns und immer wieder Shout-Outs – dazu Genre-typische Texte, die in ihrer direkt-naiven Art den Nagel auf den Kopf treffen. So kennt man TERROR, die ihren fünften Longplayer mit Chad Gilbert von New Found Glory produziert haben: „Jede Platte ist für uns etwas Besonderes. Auf die neueste bin ich vor allem deshalb stolz, weil sie mehr als alles Andere direkt und aufrichtig ist. Eben so müssen gute Hardcore-Alben sein! Doch wir geben uns keinen Illusionen hin. Unsere Fans werden die Platte lieben, die Anderen werden uns weiterhin hassen oder sich erst gar nicht mit uns beschäftigen. Wir hören so viele Sachen über unsere Veröffentlichungen, dass wir uns nicht mehr wirklich damit beschäftigen. Wichtig ist, dass wir uns gut repräsentiert fühlen und überzeugt sind, etwas Starkes abgeliefert zu haben. Das ist der Fall!”

Ab heute touren Scott Vogel & Co. gemeinsam mit Every Time I Die, All Shall Perish, The Acacia Strain, etc. im Rahmen der „Hell On Earth Tour 2010“. Die Live-Qualitäten von TERROR sind legendär, auch wenn – oder gerade weil – die Kalifornier fast ohne Pause unterwegs sind: „So viel zu touren, wie wir es tun, ist eigentlich verrückt und kann auf Dauer nicht gesund sein,“ äußert sich Scott. „Sowohl für den Körper als auch die mentale Verfassung ist es eine harte Bewährungsprobe und ein beständiger Kampf. Ein Privatleben zu Hause gibt es praktisch nicht und man ist so etwas wie ein Seefahrer, der nirgends zu Hause ist. Ich kann mir gar nicht mehr vorstellen, ein normaler Arbeiter zu sein und auf Dauer an einem Platz leben zu müssen. Das würde mich verrückt machen. Ich will in Bewegung bleiben und herum kommen. Wenn man sieht, wie Leute in weniger privilegierten Ländern wie in Mexiko oder Südamerika leben, lernt man zu schätzen, was man hat und wie gut es einem eigentlich geht. Die eigenen Probleme werden dann schnell klein und unbedeutend. Wir können uns wirklich nicht beschweren.“

 
 Links:
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