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Fuck You And Die

Storie von: arne, am 27.06.2010 ]

Das Debüt von FUCK YOU AND DIE aus dem Stuttgarter Raum ist ein grell-bunter Longplayer zwischen Deathcore, Brutalo-Death, Grindcore, Black Metal-Zitaten und Hardcore. „Veni Vici“ ist demnach alles andere als ,Hardcorepflichtlektuere’, wie einer der Tracks der Platte heißt.

 
„In unseren Anfangszeiten kam es vor, dass es sich Bands erlaubten, uns vor versammelten Publikum zu beleidigen,“ erinnert sich Shouter Roman. „Diese Bands verkörpern, was uns an Szenen wie dem Hardcore stört. Es gibt etliche Kopien, besser gesagt Versuche, amerikanische Szenegrößen abzupausen und es dann in ein ach so neumodisches Gewand zu packen. Man nehme etwa den Hüpf- und Laufbandschritt vom A Day To Remember-Bassisten, die Karohemden unserer britischen Hardcore-Freunde und schon passt man in eine Schublade. Die Leute vergessen aber, auf die musikalischen Feinheiten zwischen Breakdowns und Moshparts zu achten. Weniger Klamotten und mehr Harmonielehre und Scales pauken! Natürlich kopiert jeder das, was er mag, doch man sollte sich musikalische Künste abschauen und nicht Kleidungsstile und Bühnen-Moves. Konkurrenzverhalten zwischen Bands ist so unnötig. ,Hardcorepflichtlektuere‘ bezieht sich aber auch darauf, dass manche Leute meinen, ihren musikalischen Geschmack als das Beste und als etwas Besseres anzusehen. Sprüche wie: „Ach, du kennst die „Reign in Blood“ nicht auswendig?“ nerven. Man muss nicht alles, was als Klassiker angepriesen wird, abfeiern. Mehr Mut zum individuellen Musikgeschmack!“

Diese und andere provokante und unterhaltsame Texte und Statements ziehen sich als roter Faden durch das Debüt von FUCK YOU AND DIE: „Zufälle spielen bei uns eine große Rolle,“ weiß Roman. „Wenn man diese Zufälle ordnet, macht sogar das Chaos Sinn. Bei ,Blast mir einen‘ kam bis jetzt noch niemand dahinter, dass wir einfach nur auf diese Drum-Spieltechnik stehen. Bei anderen Bands würde der Song ,Double Bass mir einen‘ oder ,Two Step mir einen‘ heißen. Großspurigkeit hilft uns über Unsicherheiten hinweg. Bei Spielfehlern auf Shows muss man trotzdem die dicksten Eier präsentieren und darf Fehlern keinen Raum zur Verunsicherung lassen. Ja, wir übertreiben. Aber lieber lyrisch übertreiben, als mit Sub-Bass-Explosionen um sich werfen. ,Satan muss aus dem Handgelenk


kommen‘ hat für mich übrigens auch einen tieferen Sinn. Das Böse lebt nur, wenn es jemand ausführt. Sobald Satan, das Böse, aus dem Kopf in die Hand kommt, geschieht es.“

So skurril und eigenwillig wie die Texte präsentieren sich auch der Stilmix der Schwaben und die Wortschöpfungen, mit denen er belegt wird: „Interessant fand ich: „Beim Druck auf die Play-Taste explodiert die wie ein mit Nitroglycerin geladenes Knallbonbon und hinterlässt sechzehn quietschbunte Metallkonfettis.“ Besonders „quietschbunt“ klingt angenehm wie auch „…klingt wie Manowar auf Koks, Smarties und Met gleichzeitig“ vom selben Schreiberling. Wir sind von den meisten Reviews angetan und davon überrascht, dass viele Leute verstehen, was wir mit unseren Texten und der Musik meinen. Wir nehmen uns selbst nicht zu ernst, was man begreifen muss. Unerwartet dicht treffen Aussagen über die Länge bzw. Kürze der Songs. Vergleiche mit JAKA und Aborted freuen uns sogar riesig.“

In den Zeiten kurzer Aufmerksamkeitsspannen und permanenter Ungeduld kommen die pointierten, verdichteten Tracks von „Veni Vici“ gerade recht: „Wir schreiben so kurze Songs, um mehr Plays bei Myspace zu bekommen,“ witzelt der Shouter. „Drei Songs unter einer Minute ergeben in vier Minuten schon fünf Plays. Das ist natürlich Quatsch. Wir wussten gar nicht, was wir da machen. Aber ich ertappe mich selbst oft beim Skippen von Parts. Wer spult nicht gern mal zum Solo? Aufmerksamkeitsspannen werden kürzer, aber man schenkt unwichtigen Sachen dennoch zu viel Zeit. Wenn die Zeit wirklich so knapp ist, woher nehmen sich die „Internet-Helden“ dann die Zeit und Geduld, um sich über all das auszulassen, was ihnen nicht gefällt? Unsere Reaktion darauf lässt sich mit der legendären Reaktion auf den umfallenden Sack Reis in China beschreiben. FUCK YOU AND DIE ist der Soundtrack zu unserem Leben im Proberaum und auf der Bühne. Jenseits der Band sind wir zum Glück doch ziemlich unterschiedlich und ausgeglichen.“

 
 Links:
  myspace.com/fuckyouanddiekills
 
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