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The Destiny Program

Storie von: arne, am 01.05.2010 ]

Ein Schritt zurück muss nicht immer ein Rückschritt sein. Der vierte Longplayer von THE DESTINY PROGRAM ist jedenfalls nicht als solcher zu werten. Die Kurskorrektur, die die Norddeutschen mit „Gathas“ vornehmen, ist vielmehr zu begrüßen, steht die neue Platte doch in direkter Tradition der beiden ersten Alben „Diving Into Eternity“ und „The Tracy Chapter“.

 
Das poppig-rockige Gesicht des Vorgängers „Subversive Blueprint“ wird zugunsten einer Rückbesinnung auf New School-Qualitäten a la Poison The Well und Shai Hulud aufgegeben. Die Husumer verbinden Aggression mit emotionalem Herzblut und Verzweiflung mit Leidenschaft bzw. Euphorie. Nach etlichen Bandjahren sind THE DESTINY PROGRAM längst noch nicht in die Jahre gekommen: „Musik hat mich schon sehr geprägt, deshalb ist sie tief in mir verwurzelt,“ äußert sich Sänger Johannes. „Erst vor kurzem habe ich mich mit meinem Bruder (Gitarrist Sebi – Anm. d. Verf.) darüber unterhalten, dass die New School- bzw. frühe Metalcore-Bewegung heute gar nicht mehr existiert. Was sich daraus entwickelt hat, hat mit dem anfänglichen Sound nichts mehr zu tun. Dadurch verschwinden mit der Zeit die Vergleichsmöglichkeiten zum Sound derjenigen, mit denen man angefangen hat. Wir verfolgen den Weg befreundeter Bands, die uns geprägt haben, doch über aktuelle Trends sind wir nicht mehr im Detail informiert. Das Umfeld, in dem wir aufgewachsen sind, definiert unseren Sound. Wir sind im New School verwurzelt und auch ein wenig auf der frühen MetalCore-Welle mitgeschwommen.“

Auf „Gathas“ spielt das Quartett einen Sound, den man heute nicht mehr häufig zu hören bekommt. Das sorgt automatisch für Beachtung, auch wenn der Shouter THE DESTINY PROGRAM nicht allein auf weiter Flur sieht: „Wir spielen keine Musik, die es sonst nicht mehr gibt. Man muss nur mal in andere Musikrichtungen schauen und findet Parallelen. Fest steht aber, dass wir uns in einem MetalCore-Umfeld bewegt haben, das durch Bands wie Heaven Shall Burn, Caliban und Maroon definiert wurde. Zu den Zeiten unserer ersten Alben haben wir mit den üblichen Verdächtigen gespielt und es hat immer gut gepasst. Mittlerweile haben sich all diese Bands stilistisch verändert. Vielleicht stechen wir ein wenig heraus, weil nur wenige Gruppen diesen Sound noch spielen. In letzter Zeit sind wir mit Left Me Breathless, Poison My Blood, Grey und Caleya aufgetreten. Das hat gut gepasst, so dass ich denke,


dass wir auch heute noch unseren Platz haben.“ Besucht man die myspace-Seite der Gruppe findet man Photos, von denen die aktuellsten zwei Jahre alt sind. Aktiver sind THE DESTINY PROGRAM aber schon, wie Johannes bekräftigt: „Anhand der Live-Bilder kann man das nicht festmachen. Die Seite ist zwar aktuell, doch wir investieren nicht mehr so viel Zeit in die Band wie früher. Nach der Schule haben wir eine Zeit lang nur Musik gemacht. Hat man aber erst einmal mit dem Studium begonnen, verschieben sich die Prioritäten zwangsläufig. Das bedeutet jedoch nicht, dass uns die Band weniger wichtig ist.“

Als potenzieller Hörer findet man nur weniger Berührungspunkte: „Wir wissen, dass das Musik-Business schnelllebig ist. Eine Menge Leute gehen; neue kommen hinzu. Als Band muss man am Ball bleiben und Präsenz zeigen. Das haben wir gerade kürzlich auf einer Show mit Neaera gesehen. Wir spielten vor einem komplett neuen Publikum, von dem uns augenscheinlich niemand kannte. Damit muss man umzugehen wissen, und deshalb wissen wir es umso mehr zu schätzen, dass es Leute gibt, die uns seit Jahren die Treue halten und auf unsere Shows kommen.“ Am neuen Album „Gathas“ werden die Fans viel Freude haben, denn es bietet drückenden, intensiven New School-Hardcore, wie man ihn von THE DESTINY PROGRAM kennt und liebt: „Es ist unser bisher rohstes Album und im Vergleich zu den anderen Platten eher düster und teilweise auch härter. Es ist ein kleiner Querschnitt aus den frühen Alben jedoch mit neuen Tendenzen. Die Umstände der Entstehung waren dabei schwieriger denn je. Wir hatten wenig Zeit und keinen festen Schlagzeuger. Dadurch fehlte es an einem kreativen Kopf. Dennoch denke ich, dass es uns wieder gelungen ist, neben alten Elementen auch eine Menge neuer Ideen einzubringen.“ Mit „Gathas“ ist tatsächlich ein mitreißendes Album entstanden, das feinster New School-Hardcore mit all seinen Qualitäten ist. Mit Christian Bass (auch Der Weg einer Freiheit und Live-Ersatz bei Heaven Shall Burn) wurde zudem ein neuer fester Schlagzeuger gefunden.

 
 Links:
  myspace.com/destiny
 
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