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The Hirsch Effekt

Interview von: arne mit Nils, am: 19.04.2010 ]

Meist sind es ja nur die richtig miesen Bands, bei denen ein Spruch wie "Sowas hast Du noch nicht gehört!" wirklich zutreffend sind. Anders bei THE HIRSCH EFFEKT und ihrem Debüt "Holon : Hiberno", denn so ungewöhnlich schon die Kombination von Bandname und Albumtitel, so ungewöhnlich gestaltet sich auch die Musik. Aus einer gemeinsamen Liebe für Bands wie The Fall Of Troy und The Mars Volta entstanden, fabrizieren Nils, Philipp und Ilja hier einen Sound, der sowohl nach oben genannten Einflüssen, aber zeitgleich auch gänzlich eigenständig klingt.

 

Musicscan: Ein Besuch auf Eurer myspace-site bringt die Einordnung als “Indieelectro Post-Punk Metal DIY-Band” zutage, die Ihr selbst vornehmt. Wie wichtig ist Euch das DIY in der Reihe und wie äußert es sich im Kontext von The Hirsch Effekt?

The Hirsch Effekt: Wir sind zwar unterdessen bei einem Label untergekommen, aber machen extrem viel selber: ein Großteil des Bookings läuft über mich, ich die Platte zusammen mit Ilja und Jens Siefert aufgenommen und produziert und selbst das Mastering haben wir in Eigenregie gemacht. Das wir das machne hat oft einen praktischen Hintergrund, hält aber die ganze Band angenehm von vielen äußeren Einflüssen frei.

Musicscan: Was sind denn die schlimmsten bzw. skurrilsten Wortschöpfungen, mit denen Ihr von der schreibenden Sparte belegt worden sind? Was hat Euch warum überhaupt nicht gefallen, was hat vielleicht doch unerwartet dicht getroffen?

The Hirsch Effekt: Die Leute schreiben im Allgemeinen viel komisches Zeug und mich freut jedes Interesse, das uns entgegen gebracht wird.

Musicscan: Mit Dioramic hat eine andere deutsche Art-Core-Kombo, wie sie so schön genannt wird, kürzlich einen Longplayer vorgelegt, der aufgrund seiner wilden, mutigen Crossover-Anlage für Aufsehen gesorgt hat. Wie steht Ihr zu Dioramic? Hinsichtlich der musikalischen Aufstellung sind ja durchaus Parallelen zu ziehen. Könnten sie, soweit Ihr es beurteilen könnt, geisterverwandt sein?

The Hirsch Effekt: Wir kennen uns sogar unterdessen, weil wir in letzter Zeit zwei Gigs zusammen hatten. Ja, wir passen prima zusammen, finden wir. Schön, dass du fragst. Deshalb planen wir grad auch mit Dioramic für November ein paar gemeinsame Konzerte und Anton und ich denken darüber nach gemeinsam ein Kind zu adoptieren.

Musicscan: Wie lassen sich Selbstverständnis und Anspruch von The Hirsch Effekt kurz umreißen? Was wollt Ihr eigentlich?

The Hirsch Effekt: Die Musik machen, die wir schon immer machen wollten, von der wir bis jetzt aber nicht wussten, wie die klingt.

Musicscan: Braucht es eher Selbstbewusstsein, Dreitigkeit oder Entdeckertum, um Sounds zu schreiben und zu spielen, wie sie von The Hirsch Effekt zu hören sind? Was kommt mit welcher Gewichtung in Eurem Sound an?

The Hirsch Effekt: Ich wurde das schon ein paar Mal gefragt, aber das sind alles keine Dinge, die beim Schreiben eine Rolle spielen. THE ist die Musik, die ich machen will. Es ist mir egal warum.

Musicscan: Ihr seid als Trio eigentlich naturgemäß limitiert, was die Umsetzung Eurer Ideen anbelangt. Wie stellt Ihr sicher, dass sich dennoch alles umsetzen lässt, was Ihr Euch ausdenkt? Oder gehört es für ein Trio dazu, dass nicht alles geht?

The Hirsch Effekt: Wir holen uns ja ständig Gastmusiker in Form von Streichern, Bläsern etc. Da wir die live nicht alle mitschleppen können, haben wir die auf Band dabei. Ich möchte übrigens nie wieder mit mehr als drei Leuten in einer Band spielen. Man muss zu viele Kompromisse machen.

Musicscan: Gibt es wie auch immer geartete Grenzen, denen Ihr als Band im Songwriting unterworfen seid? Wie stellt Ihr sicher, dass Ihr am Ende in halbwegs hörbare und partiell nachvollziehbare Strukturen zurück findet, um die Hörer beim Hören bei Laune zu halten?

The Hirsch Effekt: Das stellen wir nicht sicher. Unsere Musik soll niemanden bei Laune halten. Dafür gibt es Alkohol und Pro7.

Musicscan: Es heißt häufig, dass die hektische, schnelllebige Gesellschaft dazu führt, dass Menschen immer kürzere Ausmerksamkeitsspannen haben und schnell das Interesse verlieren. Stimmt Ihr dem zu, und lassen sich The Hirsch Effekt als musikalische Reaktion auf und Soundtrack für das skizzierte Umfeld verstehen?

The Hirsch Effekt: Ich stimme Ersterem zu, sehe es aber genau umgekehrt: Ich denke für holon : hiberno benötigt man womöglich grade eine längere Aufmerksamkeitsspanne. Mir geht das jedenfalls so.

Musicscan: Abschließend: Wer sollte Euch warum eine Chance geben, und wer sollte tunlichst die Finger von Euch lassen?

The Hirsch Effekt: Für mich gesprochen: 1. Matt Bayles und 2.: Ilja und Philipp sollte man generell nicht anfassen und ich lege grad nicht so großen Wert darauf begrabbelt zu werden – also ALLE.

Musicscan: Letzte Worte?

The Hirsch Effekt: Mein Zug fährt grad in Hannover ein. Passt also! Besten Dank, Nils

 
 Links:
  myspace.com/thehirscheffekt
 
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