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Jerk Off Kid

Interview von: arne mit Dutta, am: 12.04.2010 ]

Vor zwei Jahren haben sich JERK OFF KID formiert, die Bühnen der Republik zu rocken. Mit ihrer EP „Everybody Gets Jerked“ setzten sie wenige Monate nach der Gründung eine erste Duftnote und erspielten sich erste Sympathien. Nun legt das Quartett seinen Debüt-Longplayer vor und setzt nach. Die Paderborner behalten auf „Home Of The Homeless“ ihre stilistische Richtung bei, gehen jedoch mutiger in Richtung Hymne und zeigen sich insgesamt routinierter. Bauchgesteuerter Power-Pop, kratziger Punk-Rock und allgemeingültige Stadion-Tendenzen kommen zwanglos zusammen. Im Ergebnis klingen JERK OF KID wie eine Mischung der gemäßigteren Fat Wreck-Kombos und der eingängigen Gainesville-Guppen. Hinzu gesellt sich eine deutliche Social Distortion-Kante, wenn es in die übergeordneten Hooks und Melodien geht.

 

Musicscan: Wenn Ihr auf Eure Anfänge zurück blickt: Inwiefern hat sich Eure Einstellung zu und Eurer Zusammensein als Jerk Off Kid bis heute verändert? Wie lässt sich Euer Selbstverständnis als Band in Worte fassen?

Jerk Off Kid: Rückblickend hat sich weder unsere Einstellung noch unser Selbstverständnis als Band verändert. Für uns stand am Anfang der Spaß und die Freiheit musikalisch immer das zu machen, wozu wir Lust haben ganz oben. Und das ist immer noch so! Was sich geändert hat, ist, dass wir unsere Stärken und Schwächen besser einschätzen können. Wir sind ganz einfach routinierter geworden ohne das Kribbeln verloren zu haben. Das merkt man nicht nur unseren Live Konzerten sondern auch der neuen Platte an.

Musicscan: Gab es in der Zeit Eures Bestehens mal die Überlegung, den Bandnamen zu Verändern? Jerk Off Kid wirkt ja schon ein wenig pubertär, in jedem Fall aber jung bis unreif... Oder seid Ihr das?

Jerk Off Kid: Als wir den Bandnamen ausgewählt haben, war uns gar nicht so genau bewusst was „Jerk Off“ so alles bedeuten kann. Ehrlich gesagt gab es im Nachhinein aufgrund diverser Diskussion schon Mal den Gedanken den Namen zu ändern. Jedoch haben wir ihn letztendlich gewählt weil er uns gefällt, deshalb müssen wir ihn jetzt auch nicht ändern, nur damit er Anderen gefällt. …Wir sind eher alt und unreif!

Musicscan: Wo seht Ihr selbst die wesentlichen Stärken von Jerk Off Kid, wie sie auf dem Debüt rüberkommen?

Jerk Off Kid: Wir haben auf der Straße des Punk Rocks einfach mal ein bisschen nach rechts und links geschaut. Uns war es wichtig mal den einen oder anderen Song zu schreiben, der vielleicht nicht unbedingt dem Genre entspricht. Akkustiksongs, Punkrock untypische Instrumente oder einfach mal andere Songstrukturen gehören für uns dazu. Außerdem macht es ja als Band auch keinen Spaß, immer die gleichen Songs zu schreiben. Ich denke wir haben eine relativ abwechslungsreiche Platte gemacht, bei der für Jeden etwas dabei ist und die man ganz entspannt durchhören kann.

Musicscan: Da Ihr ja sicherlich schon im Live-Support seid: Was sagen denn die Crowds zu Euren Stücken, und wen trifft man auf Euren Konzerten?

Bei den Leuten kommen die neuen Songs ganz gut an …

Jerk Off Kid: Auf unseren Konzerten trifft man verschiedene Menschen, Junge, Alte, Punks, Hardcoreleute, Metalheads, etc. Also eher ein bunt gemischtes Publikum, was wir als Band auch ziemlich cool finden!

Musicscan: Ihr seid nicht die einzigen, die emotionalen Punk mit Rock und Pop verbinden. Trotzdem habt ihr es geschafft, eigene Trademarks zu entwickeln, etwas, was längst nicht jeder Band gelingt. Was ist bei Euch anders?

Jerk Off Kid: Wir haben alle eigentlich eher unterschiedliche Musikgeschmäcker. Auch wenn einige von uns gerne mal Hardcore hören, sind es dann bei genauerem Hinschauen völlig unterschiedliche Bands bzw. Richtungen. Das kommt auch unserem Songwriting zu gute, denn jeder bringt seine eigenen Vorstellungen und Ideen mit ein - und vor allem seinen eigenen Kopf. Wenn der Song dann aber fertig ist, kann man von jedem etwas wiederfinden. Das ist manchmal zwar ziemlich schwierig, aber bis jetzt hat es immer funktioniert und macht wohl ein gutes Stück unserer „Trademarks“ aus.

Musicscan: Aktuell scheinen mir zwei wesentliche Strömungen im Spannungsfeld zwischen Punk, Rock, Emo und Hardcore vorzuherrschen. Die einen betonen ihre eingängige Anlage, werden melodischer und hoffen darauf, kommerziell anzukommen, während andere ihren Sound in Richtung Nische bewegen und ihre progressive und experimentelle Seite verstärkt herausstellen. Wie seht Ihr diese Tendenzen, was sind Eurer Meinung nach die Treiber/Auslöser? Sind Jerk Off Kid davon irgendwie beeinflusst?

Jerk Off Kid:... Die einen wollen Kohle und die Anderen sind Freaks! Und beide Seiten haben Ihre Vor- und Nachteile! Jerk Off Kid war eigentlich schon vom ersten Tag an melodisch von daher gab es für uns auch nie die Frage, ob wir unseren Stil verändern müssen um irgendetwas zu erreichen. Wir sind alle eher bodenständig und stehen fest im Leben. Die eine Hälfte befindet sich schon länger im Berufsleben und die andere Hälfte wird schon bald folgen (Haha!!!). Natürlich träumt jede Band irgendwo im Hinterkopf ein kleines Bisschen davon groß raus zu kommen. Alles andere wäre gelogen. Genauso ist das bei uns auch, klar würden wir uns freuen wenn so etwas passiert. Allerdings brechen wir uns dafür keinen Zacken aus der Krone!

Musicscan: Welche Entwicklungs- bzw. Erkenntnisetappen könnt Ihr rückblickend in Eurer Entwicklung ausmachen, die Euch zu dem gemacht haben, was Ihr heute seid?

Jerk Off Kid: Es ist prinzipiell schwierig einen musikalischen Entwicklungsweg anhand bestimmter Etappen festzulegen. Der Entwicklungsprozess als solches hat einen durchgehend dynamischen Charakter, der durch viele verschiedene Faktoren beeinflusst wird. Zu diesen gehören Konzerte spielen, Songs schreiben, sich mit anderen Musikern beschäftigen, persönliche Erfahrungen uvm. Letztendlich kann man unsere Veröffentlichungen als Momentaufnahmen betrachten. Unsere neue CD ist praktisch ein schönes Foto einer langen Reise, bei der es gar nicht so genau drauf ankommt wo es hingeht, sondern das man niemals stehen bleibt.

Musicscan: Wie viel Intuition und Bauchgefühl steckt in Euren Stücken? Mehr als man denkt, oder? Oder anders gefragt: Wie viel ist denn geplant?

Jerk Off Kid: Wir haben unsere Stücke alle über einen längeren Zeitraum so peu a peu geschrieben. Ehrlich gesagt hat das rein gar nichts mit Planung zu tun. Ganz im Gegenteil eher Chaos. Daher steckt schon eine ordentliche Portion Intuition und Bauchgefühl in unseren Stücken.

Musicscan: Gibt es so etwas wie eine Leitmaxime, nach der Ihr ans Songwriting geht? Wie macht Ihr fest, dass ein Song fertig ist, und was muss er haben, um von Euch als würdig gesehen zu werden, auf ein Album zu kommen?

Jerk Off Kid: Eine übergreifende Leitmaxime in dem Sinne gibt es eigentlich nicht, wir sind ja kein Industrieunternehmen. Ein Song bei Jerk Off Kid ist dann fertig und albumwürdig, wenn er allen Spaß macht ihn zu spielen. Und das kann mal nur eine halbe Stunde und manchmal zwei Monate dauern.

Musicscan: Wie wichtig ist es Euch, in den einzelnen Songs wiedererkennbare Elemente, wie Melodien, Hooklines und Grooves, zu haben? Und wie schafft Ihr es, so hymnisch unterwegs zu sein?

Jerk Off Kid: Ehrlich gesagt keine Ahnung, das passiert einfach!

Musicscan: Wenn man schon ein wenig älter ist und eine Band hat, ist es wichtig, sich Motivation und Spaß zu bewahren. Wie stellt Ihr sicher, dass Euch beides nicht abhanden kommt?

Jerk Off Kid: In einer Band zu spielen und diese am Leben zu erhalten hat weniger mit dem Alter sondern viel mehr mit seiner persönlichen Passion zu tun. Musik ist bei allen Bandmitgliedern ein großer Bestandteil des Lebens und gerade das stellt sicher, daß wir die Motivation und den Spaß nicht verlieren. Ich persönlich wäre verdammt unglücklich wenn ich nicht mehr mit Jungs musizieren würde!

Musicscan: Worauf dürfen sich die Leute bei Jerk Off Kid freuen?

4 nette Jungs, die Spaß haben wenn das Publikum Spaß hat!

Musicscan: Letzte Worte?

Jerk Off Kid: Vielen Dank für das Interview! Und natürlichen vielen Dank an Alle, die unsere Konzerte besuchen, unsere Platten kaufen, uns in jeglicher Form unterstützen, mit uns abhängen, uns aushalten, etc. … Ihr seid Jerk Off Kid!

 
 Links:
  myspace.com/jerkoffkid
 
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