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Through The Eyes Of The Dead

Storie von: arne, am 20.02.2010 ]

Angesichts der Tatsache, dass vor jedem Album mehr als die Hälfte der Musiker ausgetauscht wird, ist es beachtlich, dass THROUGH THE EYES OF THE DEAD mit „Skepsis“ neuerlich eine qualitativ ansprechende Platte vorlegen.

 
Mit Shouter Danny Rodriguez, Drummer Mike Ranne und Gitarrist Chris Henckel stellen sich drei Neuzugänge vor, während in Person von Gitarrist Justin Longshore heute nur noch ein Gründungsmitglied mit dabei ist. Das Quintett veröffentlichte vor drei Jahren mit „Malice“ einen im amerikanischen Extrem-Metal viel beachteten Longplayer. Gerade als der Live-Support so richtig starten sollte, drehte sich das Besetzungskarussell ein weiteres Mal und Justin musste zurück auf Los: „Es war eine hektische Zeit, die an die Nerven ging. Wir kamen von unserer Tour mit As I Lay Dying heim und prompt stiegen drei Mitglieder aus. Das traf uns zu diesem Zeitpunkt hart, denn so konnten wir nicht wie geplant weitertouren. Pech zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte unserer Gruppe. THROUGH THE EYES OF THE DEAD haben längst eine traurige Routine darin, mit dieser Art von Rückschlägen umzugehen. Also haben wir uns auf die Suche nach Ersatz begeben. Hank und Mike waren schnell rekrutiert und stiegen auf den Warm-Up-Shows von „Malice“ ein. Am Mikro halfen zunächst wechselnde Freunde aus, bis wir in Danny ein festes Bandmitglied fanden. Innerhalb kurzer Zeit sind wir eine verschworene Einheit geworden, die bestens miteinander auskommt und auf ein gemeinsames Ziel hin arbeitet. Es ist ein Vorteil, dass sich musikalisch nicht viel verändert hat. Die neuen Mitglieder kannten THROUGH THE EYES OF THE DEAD und haben ihren Sound angenommen.“

Dass es mit der Prosthetic-Kombo weiter ging, war dabei nicht selbstverständlich, auch wenn der Gitarrist ein Vollblutmusiker ist: „Es war von jeher mein Traum, professioneller Musiker zu sein und von meiner Band zu leben. Mit dieser Motivation habe ich THROUGH THE EYES OF THE DEAD vor sechs Jahren gegründet. Für mein Leben gibt es keinen alternativen Plan. Als wir wieder nur zu zweit waren, haben Jake (Bassist) und ich intensiv darüber diskutiert, ob wir uns nicht ganz auflösen sollten. Wir teilten die Einschätzung, mit der Band noch nicht alles erreicht zu haben. Also entschieden wir, weiter zu machen. Im Laufe der Jahre habe ich viele Musiker kommen und gehen gesehen. Glücklicherweise gibt es viele gute Leute, die dankbar die Chance ergreifen, Teil der Band zu sein. Das frische Blut hat den positiven Nebeneffekt, dass man immer wieder neu angestachelt wird und neue Ideen kennen lernt.“

Diese pragmatische Einstellung ist angesichts der rabiaten Longplayer des Quintetts aus South Carolina gerechtfertigt. Fans zwischen The Acacia Strain, All Shall Perish, Whitechapel und Job For A Cowboy werden das Death Metal-lische Wirbeln schätzen. Wer mag, kann den Stil des Fünfers auch in der Tradition von Misery Index, Kataklysm und Dying Fetus sehen: „Erst nach der Fertigstellung von „Skepsis“ ist mir aufgefallen, dass es musikalisch die Quintessenz unserer früheren


Alben ist,“ wertet Justin die neue Platte. „Unsere Fans werden die neuen Stücke aus diesem Grund sofort verstehen. Gleichzeitig birgt die Scheibe für uns die Chance, neue Hörer zu gewinnen, denen die älteren Sachen zu zerfahren waren. Wir haben darauf geachtet, dass dieses Mal alles passt und die Ideen zu Ende gebracht werden. Alle fünf Mitglieder tragen denselben Anteil an der Entstehung der Platte. Das ist etwas Neues und einer der Gründe für die Stärke. Darüber hinaus gab es verbindende, thematische Ideen, die auf Danny zurück gehen. Sie haben dabei geholfen, ein konsistentes Feeling zu kreieren, das uns in der Vergangenheit fehlte.“

Die Songs der dritten Prosthetic-Scheibe der Gruppe wüten brutal und sind bissig. Das Quintett ist nicht so abgedreht wie „jüngere“ Kollegen, jedoch mindestens so rabiat und extrem: „Die ganzen Genre-Bezeichnungen, die heutzutage kursieren, verwirren zunehmend und sagen kaum mehr etwas aus,“ meint Justin. „Wir wurden schon mit vielen verschiedenen Labeln belegt, doch die meisten gingen am Kern unserer Musik vorbei. Dabei ist es so einfach: Wir sind eine Metal-Band, die Elemente aus dem europäischen Death und amerikanischen Hardcore zusammen bringt.“ Derbe Riffs, direkte Aggressivität und hasserfüllte Extrem-Sounds prägen „Skepsis“, wobei weder Brutalo-Mosh noch technischer Anspruch dominant heraus gestellt werden:

„THROUGH THE EYES OF THE DEAD sind keinesfalls die technischste Band da draußen. Das wollen wir auch gar nicht sein,“ fasst es der Gitarrist. „Wir streben jedoch danach, unsere Spuren im Metal zu hinterlassen und folgen den Gruppen, mit denen wir aufgewachsenen sind – Morbid Angel, Cannibal Corpse, Death, etc. Kopieren wollen wir sie aber nicht. Wir suchen uns einen eigenen Weg. Ich denke, dass wir uns mit den Jahren einen eigenen Sound erarbeitet haben, der THROUGH THE EYES OF THE DEAD als Band definiert und ein Stück weit einzigartig macht. Das ist ein wesentlicher Faktor, der uns am Leben hält und voran bringt.“

Live sollte diese Mischung wunderbar funktionieren, und Justin stellt in Aussicht, diesseits des Atlantiks zukünftig mehr Präsenz zu zeigen: „In Europa sind wir bislang nur ein einziges Mal getourt, was einige Jahre zurück liegt. Schon bald soll es aber eine zweite Tour geben. Es ist uns klar, dass wir bei Null anfangen und nichts erwarten dürfen. Auf jeder Show gilt es, die Leute von unseren Qualitäten zu überzeugen und nichts für selbstverständlich zu nehmen. Uns kontaktieren viele Leute mit dem Wunsch, uns häufiger in Europa zu sehen. Darauf müssen und werden wir bald reagieren. Da unser Label inzwischen über ein eigenes Büro in Europa und bessere Anbindung an Booking-Agenturen verfügt, wird sicherlich mehr gehen.“ Das wäre schön, und bis Tour-Daten tatsächlich bekannt gegeben werden, bleibt eben „Skepsis“.

 
 Links:
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